Nina Hoss spielt eine junge Schweizerin, die am Ende ihres Kenia-Urlaubs ihren Rückflug storniert, da sie sich in einen Samburukrieger verliebt hat. Sie folgt ihm in sein Dorf und heiratet ihn, aber die beiden gegensätzlichen Kulturen stehen den beiden bei ihrem Glück im Weg.
1985 gelang Sydney Pollack mit "Jenseits von Afrika" eines der bedeutendsten, in Afrika spielenden Melodramen, in dem er die Faszination von Afrika hervorragend darstellte und damit ein ganzes Genre revolutionierte. "Jenseits von Afrika" scheiterte jedoch an der langatmigen Inszenierung und so versucht Hermine Huntgeburth es mal ganz anders, und zwar mit einem wesentlich schneller inszenierten Drama, also fast schon einem Unterhaltungsdrama, aber auch dieses will nicht so recht überzeugen. Das hohe Erzähltempo lässt den Film zunächst einmal zu keinem Zeitpunkt auf der Stelle treten und damit bietet es solide Unterhaltung, aber viel weiter über dieses Niveau kommt der Film leider nicht hinaus. Die Kulisse von Afrika ist ganz ordentlich in Szene gesetzt, aber wirklich spektakulär ist die Kulisse auch nicht und die Landschaftsaufnahmen sind nicht gerade mit der passenden Musik unterlegt. Huntgeburth tut sich sehr schwer damit, Spannung aufzubauen und da die Gefühle zum Ende hin eindeutig überproportioniert sind und der Film teilweise in Kitsch verfällt, wird nicht sonderlich viel Dramatik aufgebaut, wobei wenigstens das Finale recht emotional geworden ist. Auch ansonsten reißt einen "Die weiße Massai" nicht so richtig vom Hocker, aber bei einem deutschen Melodram hätte ich ehrlich gesagt Schlimmeres erwartet.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Corinne Hofmann, die ihre Erfahrungen aus einer Ehe mit einem Samburukrieger schildert. Im Film kommt dennoch nicht das geringste Verständnis für die Kultur der Afrikaner auf und man versucht erst gar nicht sich auf einer tieferen Ebene mit den Samburukriegern und ihren Riten auseinanderzusetzen. Einerseits wird dadurch ganz gut verdeutlicht, wie sich die Hauptfigur in Afrika und bei einem vollkommen anderen Volk fühlen musste, andererseits erwartet man von Melodramen dieser Art doch wenigstens einen Ansatz von Tiefgang. Die Beziehung zwischen der Hauptfigur und dem Samburukrieger ist realistisch dargestellt, aber auch hier fehlt die emotionale Tiefe. Im Prinzip kann man bei diesem Werk schon von Ignoranz der Samburus gegenüber sprechen. Darüber hinaus handelt es sich um ein autobiografisches Werk und dennoch bleibt auch der Charakter der Hauptfigur recht undurchsichtig und weder ihre Liebe zu dem Samburukrieger, noch ihre Faszination an Afrika werden ordentlich dargestellt.
Nina Hoss wurde zuvor durch "Emilia Galotti" und "Nackt" zu einer der gefragtesten deutschen Darstellerinnen und auch in "Die weiße Massai" liefert sie eine ordentliche Leistung. Stellenweise passt sie sich der kitschigen Inszenierung an und spielt etwas übertrieben aber sonst leistet sie vor allem in den ernsteren Szenen gute Arbeit. Jacky Ido ist in seiner ersten Rolle zu sehen und spielt alles in allem mittelmäßig und zeigt vor allem in den Liebes-Szenen, dass er noch nicht sonderlich viel Erfahrungen als Darsteller sammeln konnte und wirkt etwas amateurhaft.
Fazit:
Wirklich alles an diesem Film ist rundum solide, die Inszenierung, die zwar unterhaltsam ist, aber eben nicht mehr, die Story, die nicht sonderlich vielschichtig ist und die Darsteller, die ebenfalls mittelmäßig spielen. Für Fans des Genres sicherlich empfehlenswert, aber die Erde hätte sich definitiv auch ohne diesen Film weiter gedreht.
50%