Lange bevor Regisseur Stephen Frears mit "High Fidelity" (2000) ein Nick Hornby-Roman verfilmte, lieferte er diese brillante Adaption eines Briefromans von Choderlos de Laclos ab.
War "High Fidelity" ein witziges aber eher biederes Schmunzelstück, so war "Gefährliche Liebschaften" ein vor Ironie nur so strotzendes Sittengemälde um die dekadente französische Gesellschaft des ausgehenden 18.Jahrhunderts.
Die Story um eine fatale Wette, die eine Reihe von gefühlischen Verletzungen auslöst wurde später noch einmal (eher frei) in "Eiskalte Engel" (1999) mit attraktiven Teenstars für die jüngere Generation verfilmt.
Bei beiden Verfilmungen ist der Dialogwitz der eigentliche Star des Films, allerdings setzte man bei "Eiskalte Engel" auf eine unverblümte, der jungen Generation entsprechend krassen Sprache, während die Dialoge in "Gefährliche Liebschaften" geschliffen wurden, um einen möglichst dem 18.Jh. gemäßen Sprachstil zu schaffen.
Demzufolge ist "Gefährliche Liebschaften" auch ein - zugegebenermaßen top besetzter - Kostümfilm geworden.
Neben John Malkovich, Glenn Close und Michelle Pfeiffer in den Hauptrollen glänzen der junge Keanu Reeves und die junge Uma Thurman als Spielbälle der Intriganten.
Die Ausstattung des Films ist opulent, die Darsteller großartig, die Atmosphäre erotisch aufgeheizt, allerdings ist der Film zuweilen (in Anlehnung an die literarische Vorlage) etwas zu dialoglastig geraten.
Alles in Allem ein großartiges Kostüm-Fest für die Sinne.
Ich vergebe 8 von 10 Punkten.