Review

Steven Seagls letzter uneingeschränkt zu empfehlender Film vor seiner ‚kreativen Pause', die nach der gerechtfertigten Videothekenauswertung von „The Patriot" (1998) begann.

Seit jeher spielt Seagal mit stoischem Blick den Ex-CIA-Agenten der sich anderweitig die Brötchen verdienen muss.
Als Polizist John Cole sucht er nach einem Serienkiller, der seine Ex-Frau auf dem Gewissen hat. Bald bekommt es Cole jedoch mit einem viel gefährlicheren Gegner zu tun, der es auf ihn persönlich abgesehen hat ...

Die Grundzüge der Story sind die gleichen wie in allen Seagal-Filmen. Der hier schon leicht übergewichtige Star gerät zwischen alle Fronten und macht jeden platt, der sich ihm in den Weg stellt.
Erfrischend ist aber die Idee mit dem Serienkiller. Auch wenn dieser Handlungsstrang nur am Rande eine Rolle spielt und der Typ schnell identifiziert und noch schneller abserviert wird.

Dass Steven Seagal mal nicht allein die tragende Figur ist, tut dem Werk ebenfalls gut. Keenen Ivory Wayans ist als Sidekick für die Witze zuständig und tritt dafür bei der Action merklich kürzer.
In brutalen Fights und Feuergefechten zeigt Seagal was er wirklich drauf hat, wenn er nur will. Erstaunlich, dass „Glimmer Man" ungekürzt mit einer 16er-Freigabe davon gekommen ist!
Aber Produzent Seagal lässt nicht nur die Fäuste sprechen, sondern gibt auch den Pyrotechnikern viel Spielraum. In die Stunts und dicken Explosionen in der zweiten Filmhälfte ist wohl das meiste Geld geflossen. Heute steckt die Kohle leider fast ausschließlich im Catering und damit im Bauch des Aikido-Meisters.

Die volle Punktzahl kann der absolut unterhaltsame und spannende Thriller allerdings nicht erreichen. Die etwas schlampige Regie von John Gray lässt zu viele Fehler erkennen. Der Showdown wurde zum Beispiel künstlich in die Länge gezogen, indem manche Einstellungen an späterer Stelle einfach ein zweites Mal verwendet wurden.

Fazit:
„Glimmer Man" ist noch einmal eine würdige Actiongranate, mit der sich Seagal schon damals hätte verabschieden sollen. Dann wären natürlich - neben vielen Ärgernissen - durchaus gute Filme wie „Exit Wounds" nicht entstanden. Mag man von dem Mann heute halten was man will, damals wusste er seine Fans auf jeden Fall zu begeistern! 9/10 Punkten.

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