Ein Serienkiller, der es auf Ehepaare abgesehen hat, die er nachts im eigenen Heim überfällt und kreuzigt, hält L.A. in Atem. Da der mit dem Fall betraute Detective Jim Campbell in der Angelegenheit nicht vorankommt, fordert dieser Unterstützung in Form von Lieutenant Jack Cole an, der nicht nur eine mysteriöse Vergangenheit als Regierungs-Agent hat, sondern erst kürzlich schon einen anderen Serienmörder auf recht drastische Art und Weise dingfest machen konnte. Die Ermittlungen geraten jedoch ins Stocken, als Coles Ex-Frau und ihr neuer Ehemann ebenfalls dem "Ehepaar-Killer" zum Opfer fallen. Cole ahnt jedoch, dass an diesem Doppelmord etwas faul ist und als er den Psychopathen schließlich in einer Kirche stellen kann, beteuert dieser, für die besagten Morde nicht verantwortlich gewesen zu sein. In der Tat scheint es so, dass Coles alter CIA-Kollege Smith mit dem zwielichtigen Deverell krumme Geschäfte macht und die beiden die besagte Mord-Serie nur dazu genutzt haben, um unbemerkt ein paar unliebsame Mitwisser aus dem Weg zu räumen... "Glimmer Man" sorgt für ein wenig dezente Abwechslung innerhalb der Flut von Hau-drauf-Filmchen mit Steven Seagal der 90er Jahre, indem er eine recht typische Actionfilm-Plotte rund um geheime Regierungs-Machenschaften und Buddy-Cop-Gedöns ganz überraschend mit ein paar zumindest oberflächlichen Anleihen beim damals hippen Serienkiller-Kino versetzt: Der erste Leichenfund mit seinem kruden Mord-Tableau in Form der gekreuzigten und mit einem Dornenkranz versehenen Opfer ist da ganz nach der Ikonografie von David Finchers "Sieben" geraten, der seitdem ja für so ziemlich jeden gruseligen Streifen dieser Couleur Pate gestanden ist. Die eine Minute später stattfindende Geiselnahme in einer Schule, die von Seagal gewohnt rabiat gehändelt wird, deutet dann aber doch in eine ganz andere Richtung und ist vom Gefühl her doch eher schon wieder von einer entsprechenden Szene aus dem Director's Cut des ersten "Leathal Weapon" inspiriert. So driftet "Glimmer Man" dann doch recht schnell spätestens in dem Moment, wenn der Subplot um den "Ehepaar-Killer" schon weit vor dem Einsetzen der End-Credits mittendrin aufgelöst wird (regelrecht verschenkt: Stephen Tobolowsky, der als Psychopath mit Jedermann-Appeal so gar nicht wie der nette Axtmörder von nebenan wirkt), erzählerisch in jene wesentlich gängigere Bahnen ab, wie man es schon von den vorherigen Vehikeln des Hauptdarstellers kennt und bei denen die Stunt-Einlagen und Fights mehr zählen als subtile Spannung. Statt des zunächst erwarteten düsteren Thrillers bekommt man hier also wieder mal doch nur einen jener typischen Schlagetot-Streifen serviert, der mit seinen dummen Sprüchen und knackigen Onelinern doch sehr publikumsfreundlich rüberkommt... was allerdings nicht bedeutet, dass man auf das gewohnte Maß an Brutalität und Gewalt verzichten muss. Nö, Seagal langt mit Schmackes zu wie eh und je, verdreht Gelenke, bricht Knochen und knockt ganz allgemein alles aus, was nicht bei drei auf dem Baum ist... da man ihm aber den lustig drauflos plappernden Keenan Ivory Wayans (der sich ein paar Jahre später als Regisseur mit den beiden ersten Teilen von "Scary Movie" ja auf 'ne andere Art und Weise um das Genre... *ähem*, "verdient gemacht" hat) zur Seite gestellt hat, kommt das Ganze doch eher wie eine handelsübliche Action-Komödie mit verschwurbeltem Plot rüber und nicht wie ein harter Selbstjustiz-Reißer der Marke "Deadly Revenge - Das Brooklyn Massaker" oder "Zum Töten freigegeben". Der Versuch, den wie immer stoisch aufspielenden, aber hier noch recht charismatischen Star in eine Handlung zu zwängen, die mehr nach Buddy-Movie-Formeln gestrickt wurde, muss ergo als gescheitert angesehen werden, auch wenn Regisseur John Gray die Action an sich doch tadellos in Szene setzt. Fazit: Nicht ununterhaltsam, aber irgendwie zwiespältig...
6/10