Review

Staffel 1

Matt Stone und Trey Parker. Ich möchte ihnen großen Dank aussprechen. Viele Stunden meines Lebens habe ich nämlich wegen ihnen mit einem Lächeln auf dem Gesicht verbracht. Wenn man sie so sieht, möchte man nicht vermuten, dass sie eine geniale Idee haben könnten. Zusammen sind sie auf die University of Colorado gegangen. Trey hat dabei die Schwerpunkte Film und Musik belegt, Matt Film und Mathematik. Entsprechend trafen sie sich in einem Filmkurs und spezialisierten sich dort auf die Arbeit mit Pappfiguren. Anfang der 90er gab es ihre ersten Veröffentlichungen und irgendwann bekamen sie von Comedy Central tatsächlich den Auftrag, eine eigene Staffel zu produzieren. Natürlich von South-Park. Trotz oder gerade wegen ihres kranken, respekt- und tabulosen Humors hatten sie so großen Erfolg, dass es am Ende 15 Staffeln und 223 Episoden von South-Park geben wird. Die erste Episode „Cartman gets an anal probe“ wurde am 13.08.1997 ausgestrahlt und im Jahre 1999 durften sie auch einen Film daraus machen: „South Park: Bigger, longer & uncut“. So sind die beiden Chaoten zu reichen Leuten geworden. Auf Promipartys werden sie gerne gemieden, weil man Angst hat, von ihnen auf den Arm genommen zu werden. Denn wenn das in einer Episode der Fall ist, dann wird es meist richtig heftig. Man denke an Barbra Streisand, Michael Jackson, Tom Cruise oder Paris Hilton. Gerade Hilton hat meiner Meinung nach völlig zu Recht die härteste Keule abbekommen. Über den Humor der beiden kann man sicherlich streiten, aber unstrittig ist, dass sie ein unheimliches Maß an Kreativität erreichen und unzählige Ideen haben. Diese widerstreben den Leuten, die den Humor nicht verstehen bzw. mögen, sind jedoch Gold wert für Leute wie mich, die einen ähnlichen Humor haben. In diesem Review möchte ich die 4 Hauptcharaktere vorstellen, um die es in der Serie geht, sowie die erste Staffel und ihre Episoden abhandeln. Generell, falls es noch Leute gibt, die das nicht wissen, wird Das Leben von vier 8-jährigen näher beleuchtet, die in einem ruhigen Bergdorf in Colorado namens South-Park leben.

Stan Marsh:
Stan ist ein guter Junge. Moralisch meist astrein, kann er aus fast jedem Erlebnis einen weisen Schluss ziehen. Er ist der beste Freund von Kyle und lebt in einer einigermaßen glücklichen Familie. Er soll die Miniaturversion von Trey Parker sein und es gibt auch die ein oder andere Parallele. Beispielsweise heißen seine Eltern wie die von Parker: Randy und Sharon. Außerdem ist die tyrannische Schwester eine Parallele. Stan muss sich nämlich fortwährend mit Shelley herumschlagen, ein sehr unsympathisches junges Mädchen mit einer ekelhaften Zahnspange. Stan hat viel für Wendy Testaburger übrig, ein Mädchen aus seiner Klasse, das irgendwann so etwas wie seine feste Freundin ist. Vor allem bei früheren Episoden hat er das Problem, sich vor Aufregung übergeben zu müssen, wenn er von seiner Flamme angesprochen wird. Sein Onkel Jimbo besitzt einen Waffenladen in Southpark, was Stand jedoch weniger entgegenkommt: Er ist kein großer Freund des Jagens, da er keiner Fliege etwas zu Leide tun kann. Das bringt ihm nicht gerade den Respekt seines Onkels ein. Stan ist außerdem ein guter Footballspieler und hat am 19.10. Geburtstag.

Kyle Broflovski:
Kyle ist der jüdische Part der Truppe. Das wird im häufig zum Verhängnis. Zum Einen, weil sein fetter Kumpel Eric deswegen dauernd auf ihm herumtrampelt, zum Anderen, weil er daher kein Weihnachten mit seinen Freunden feiern kann. Seine Eltern Sheila und Gerald sind streng gläubig und vor allem seine Mutter ist eine hysterische Unruhestifterin. Daher wird sie oft zum Ziel von Erics krassen Beschimpfungen. Zu Recht möchte man fast sagen. Beispielsweise hat sie versucht, Terrance und Phillip aus dem Fernsehen zu verbannen. Durch seine Eltern beeinflusst setzt sich Kyle häufig mit Glaubensfragen auseinander. Er ist ebenso wie sein bester Freund Stan ein sehr guter Schüler. Kyle ist eigentlich Einzelkind, jedoch haben seine Eltern einen kanadischen Adoptivsohn namens Ike. Dieser hat eine sehr niedliche Aussprache und muss manchmal einstecken, wenn Kyle „Kick the baby“ mit ihm spielen will. Allerdings mag Kyle seinen Bruder eigentlich sehr. Er hat am 26. Mai Geburtstag und lange rote Haare.

Eric Theodore Cartman:
Er ist der wohl unbeliebteste Charakter der Serie. Zumindest bezüglich der Einwohner des Bergdorfes. Bei den Fans ist er äußerst beliebt. Eric ist ein fetter kleiner Junge, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass seine Mutter Liane ihn verwöhnt wie verrückt. Besonders gern stopft er Cheesy Poofs in seinen fettlaibigen Körper. Da ich die Eltern der Hauptcharaktere nicht extra vorstellen will sei gesagt, dass seine Mutter eine billige Hure ist und neben Pornos auch die ein oder andere Zeitschrift ziert. Einen Vater hat Eric nicht und er ist Einzelkind. Einzig seine beiden Haustiere Fluffy (Hängebauchschwein) und seine öfter auftretende Katze Kitty wohnen noch mit ihm zusammen im Häuschen. Eric ist ein gehässiger Junge, der sich pausenlos über irgendjemanden aufregt oder lustig macht. Das können Hippies ebenso sein wie Juden (Kyle), arme Leute (Kenny) oder verliebte Leute (Stan und Wendy). Mit foranschreitender Episodenzahl scheint Eric immer fieser zu werden und immer unglaublichere Pläne auszuhecken. Es ist schwierig zu sagen, ob er klug oder dumm ist, da er zwar in der Schule regelmäßig abkackt, dafür aber im Stande ist, absolut geniale Pläne auszuhecken.

Kenny McCormick:
Kenny ist der arme Junge. Arm in doppelter Hinsicht: Zum einen sind seine pennerhaften Eltern finanziell arm und tun sich schwer, ihre Kinder Kenny und Kevin zu ernähren, auf der anderen Seite ist er „arm dran“, da er bis zum Ende der fünften Staffel in fast jeder Folge zum Amüsement der Zuschauer sterben muss. In der ersten Staffel beispielsweise gibt es nur eine Folge, in der er nicht stirbt („Mr. Hankey“, der Weihnachtskot“) Eigentlich spielt er eher eine Nebenrolle. Meistens ist er nicht entscheidend für den Handlungsverlauf, vielmehr wartet der Zuschauer nur darauf, dass er endlich stirbt. Trotzdem gibt es noch die ein oder andere interessante Information über ihn, wenn man genauer anschaut. Ab und zu ist er ohne seine Parker-Kapuze zu sehen, daher weiß man, dass es sich um einen blonden Jungen handelt. Er ist abgesehen davon der versauteste der Truppe, die meiste Zeit redet er irgendwelches schweinisches Zeug . Wenn die anderen über etwas Sexuelles nicht Bescheid wissen, wird sofort Kenny gefragt. Da Kenny Ende der fünften Staffel tatsächlich stirbt, ist er in der sechsten so gut wie gar nicht zu sehen und taucht erst in der siebten Staffel wieder auf. Ab da muss er allerdings nicht mehr regelmäßig sterben. Sein Geburtstag ist übrigens der 22.03.

So, nach Vorstellung der vier Hauptprotagonisten nun die Episoden der ersten Staffel mitsamt Handlung und Bewertung aufgelistet. Zudem habe ich auch die beiden Vorreiter der Southpark-Serie genauer unter die Lupe genommen.

Vorfolge: Jesus vs. Frosty
Ein animierter Kurzfilm von 4 Minuten, den Stone und Parker 1992 in ihrem Filmseminar an der Colorado University entwickelten. Es sind schon die Prototypen der späteren Charaktere zu erkennen: Cartman als fette Sau, allerdings hieß er hier noch Kenny und ist der erste, der sterben muss. Kyle, Stan und Kenny treten in äußerlich heute ähnlicher Form auf, sind aber noch nicht benannt worden. Kyle (unnamed) setzt dem Schneemann Frosty einen magischen Hut auf, was ihn zum Monster werden lässt. Nur Jesus scheint noch helfen zu können. Neben den Figuren ist die Idee, dass Stan und Kyle am Ende jeder Folge etwas gelernt haben, bereits verwirklicht.

Vorfolge: Jesus vs. Santa
Brian Graden arbeitete damals bei Fox, sah 1995 „Jesus vs. Frosty“ und fand ihn scheinbar witzig. Er beauftragte Stone und Parker nämlich einen weiteren Kurzfilm zu produzieren, den er als Weihnachtsgrußkarte versenden könne. Heraus kam Jesus vs. Santa. Jesus hat die Schnauze voll davon, dass Santa an seinem Geburtstag mehr Aufmerksamkeit erhält als er selbst und es kommt zum Kampf zwischen den beiden. Die vier Chaoten sind natürlich mittendrin, wobei Kenny seinen Namen erhält. Die anderen werden auch beim Namen genannt, wenn ich mich recht entsinne. Die Figuren entsprechen den „Endfiguren“ und die Botschaft am Ende ist die gleiche wie aus der ersten Folge: „An Weihnachten geht es um Geschenke“. Brian Boitano, der später sogar im Southpark-Film eine heilsbringende Rolle hat, kommt hier schon zum Einsatz.

Folge 1: Cartman und die Analsonde („Cartman gets an anal probe“) (9 Punkte)
Die erste Southpark Folge. Die Pilotfolge, die Matt Stone und Trey Parker noch völlig selbstständig kreiert haben. Sie wussten damals nicht, dass daraus 15 Staffeln mit 223 Folgen entstehen würden. Umso überraschender deshalb, wie viele beliebte Southpark-Elemente schon in der ersten Folge zu sehen sind. Beispielsweise Stans Brechanfälle aus Verliebtheit gegenüber Wendy Testaburger, Mr. Garrisons Schizophrenie, Chefkochs Liebesgesänge.
Außerirdische suchen in dieser Episode Southpark heim, implantieren Cartman eine Analsonde und weiden zudem Kühe aus. Sie entführen Kyles Bruder Ike und die Jungs müssen Ike wieder finden. Ich fand die Folge überraschden gut. Bis auf 1,2 schlechte Witze wirklich sehr gut. Kennys erster Tod übrigens: Er wird von Officer Barbrady überfahren.

Folge 2: Wie werde ich zum Kampfkoloss? („Weight gain 4000“) (10 Punkte)
Kathie Lee Gifford, wohl in den Staaten ein Begriff, kommt nach Southpark um dort Eric Cartman zu ehren, der durch Schummeln einen Aufsatzwettbewerb gewonnen hat. Der Wettbewerb geht den Bewohnern am Arsch vorbei: Sie freuen sich aufs Fernsehen. Mr.Garrison hasst Gifford allerdings, weil sie mit viel Show einen Talentwettbewerb vor ihm gewonnen hat. Jetzt will er sie also töten. Cartman will in Form kommen für seinen Fernsehauftritt und nutzt dafür den „Weight gain 4000“. Erstmals wird Cartmans Hass auf Hippies erwähnt. Als Mr.Garrison sich die Mordwaffe kauft, bezieht man sich auf die berühmte Spiegelszene aus „Taxi driver“. Kennys Tod diesmal? Der Schuss von Mr.Garrison, der Gifford galt, trifft leider Kenny und er wird zusätzlich auf einem Fahnenmast aufgespießt.

Folge 3: Knall’ endlich die Hasen ab! (Volcano) (10 Punkte)
Man lernt neue Charaktere kennen: Da hätten wir Stans Onkel Jimbo und sein Vietnamkollege Ned, der leider durch sein ausgiebiges Rauchen Kehlkopfkrebs bekommen hat. Sie gehen zusammen auf Jagd in die Berge nahe South Park. Dort steht auch ein Vulkan, der auszubrechen droht. Das stellt Stans Vater Randy fest, der als unterbelichteter Geologe arbeitet. Die Kinder sind in den Bergen akut von dem Ausbruch bedroht und zu allem Überfluss treibt dort auch noch das Monster Scuzzlebutt sein Unwesen, der als linken Fuß Patrick Duffy hat...geniale Episode und Kenny wird diesmal übrigens von Ned aus Versehen mit dessen Gewehr erschossen, ironischerweise genau in dem Moment, als dieser erkennt, was für ein Wahnsinn hinter den Waffen steckt.

Folge 4: Ein Heim für Tiertunten(Big Gay Al’s big gay boatride) (10 Punkte)
Erstmals wird angedeutet, dass Mr.Garrison schwul sein könnte. Stan spricht seinen Lehrer an, weil sein Hund Sparky offensichtlich schwul ist. Überraschenderweise bezeichnet Mr. Garrison, der alte Didakt, schwule Wesen als böse. Auf Chefkochs Anschuldigung, er sei doch selber auch schwul, reagiert Garrison empört. Sparkey fühlt sich jedenfalls falsch verstanden und reißt aus in die Wälder um dort zu Big Gay Al zu stoßen. Er bietet schwulen Tieren ein Heim. Auf diese Weise verpasst er zwar das große Spiel seiner Footballmannschaft gegen die Middlepark Cowboys, dafür wird ihm aber klar, dass man schwule Menschen nicht ändern kann, sondern akzeptieren soll. Kenny wird diesmal von den gegnerischen Spielern während des Fottballmatches in Stücke gerissen. Wieder eine absolut geniale Folge. Ach ja: Brian Boitano erhält mal wieder einen kleinen Seitenhieb.

Folge 5: Tanz der Mutanten („An elephant makes love to a pig“) (10 Punkte)
In dieser Folge bekommen die Deutschen ihr fett weg, als sie von Mr.Hat als schrecklicher Fehler Gottes bezeichnet werden. Zudem erkennt man deutlich, dass sich aus Cartman ein chauvinistisches Arschloch entwickeln wird. Überraschenderweise besitzt er ein Hängebauchschwein als Haustier, Kyle einen riesigen Elefanten. Da er mit dem Elefanten nicht im Haus spielen darf, wünscht er sich, er hätte einen kleineren Elefanten. In der Schule kommt ihm die Idee, den Elefanten mit Cartmans Schwein zu kreuzen, um einen handlicheren Elefanten zu erhalten. Chef hilft ihnen bei der Kreuzung, indem er ihnen die Wunder der Liebe ein weiteres Mal (dabei kann er auf Elton Johns Unterstützung zählen) nahe bringt. Gleichzeitig hat Stan Stress mit seiner Schwester und im Übrigen taucht sein böser Klon auf, der Kenny in eine Mikrowelle schlägt, wo der Arme gebrutzelt wird. Auch diese Folge genial und einzigartig.

Folge 6: Wer killt Opa? („Death“) (10 Punkte)
Wieder eine geniale, sozialkritisch angehauchte Folge. Stans Opa will sterben, da er auf Grund seines enormen Alters nicht mehr viel Spaß im Leben hat. Hierzu beauftragt er immer wieder seinen Enkel, ihn zu erlösen. Stan sucht sich an vielen Stellen Rat, doch nicht einmal Jesus will sich zum Thema Euthanasie äußern. Zudem werden erstmals Terrance und Philipp vorgestellt. Ich persönlich finde sie null lustig, aber das ist offensichtlich auch der Anspruch von Trey Parker und Matt Stone. Jedenfalls stehen die beiden kanadischen Fernsehfiguren für „Toilettenhumor“ und die Eltern von Southpark – allen voran Sheila Broflovski (Kyles Mom) – setzen all ihre Kräfte ein um die Show verbieten zu lassen. Kenny wird dann noch vom Tod in Person heimgesucht und muss auf diese Weise ein weiteres Mal das zeitliche segnen.

Folge 7: Her mit dem Hirn/ Halloween I („Pinkeye“) (10 Punkte)
Wieder ist die Höchstpunktzahl gerechtfertigt. Diese Folge hat einen anderen Vorspann als die ersten, da es sich um eine spezielle Halloweenfolge handelt , weswegen man den ein oder anderen Kürbis sowie das ein oder andere Skelett im Vorspann unterbrachte. Die Raumstation MIR stürzt direkt auf Kenny ab, als dieser mit seinen Homies an der Bushaltestelle steht. Das ist der erste seiner drei Tode in dieser Folge. Mir ist übrigens richtig deutlich aufgefallen, dass in der ersten Staffel noch gar nicht so klar ist, dass Stan und Kyle besser miteinander befreundet sind als mit Cartman. Vielleicht schon ein bisschen, aber wirklich nicht zu vergleichen mit dem Verhältnis in späteren Staffeln, in denen Cartman mehr oder weniger nur noch toleriert wird, weniger als Freund angesehen wird. Ich werde das noch genauer beleuchten, wenn ich die anderen Staffeln bewerte. Jedenfalls kommt Kenny zur Einbalsamierung und wird dort zum Zombie, weil irgendne blöde britische Sauce in seine Venen gepumpt wird. Er bekommt Hunger nach Gehirn und steckt immer mehr Leute mit seinem Zombietum an, was sich als hinderlich beim „Trick or treat“-Ritual erweist. Kenny stirbt zusätzlich, als Kyle ihn mit einer Kettensäge in zwei Hälften zerteilt und später stürzt noch eine Statue auf ihn sowie ein Flugzeug. Kenny muss also in dieser Folge ganz schön einstecken. Abgesehen davon wird das „Stan kotzt Wendy an“-Thema mal wieder aufgegriffen. Ich bemühe mich die ganze Zeit, kritisch mit den Folgen zu sein, aber bis jetzt waren alle genial und den einen Punkt Abzug bei der Pilotepisode hab ich auch nur schweren Herzens gegeben. Am Ende der Episode wirkt diesmal alles ein wenig abrupt, aber das ziehe ich mir gerade auch aus der Nase.

Folge 8: Ein Fettwanst in Äthiopien („Starvin’ Marvin’“) (10 Punkte)
Diese Folge wurde als Thanksgiving-Special entworfen und - ich kann mir das langsam sparen – ist ebenfalls genial. Die Jungs sehen eine Werbung im Fernsehen, die anrät, hungernde Kinder in Äthiopien zu unterstützen. Auf diesem Wege bekommt Sally Struthers ihr Fett weg, die wenigen Deutschen ein Begriff sein dürfte. Normalerweise würden die Jungs nie spenden, allerdings bekommt man eine Sportuhr gratis dazu. An deren Stelle wird aus Versehen der hungrige Hugo gesendet. Dieser kann nun sehen, wie es in South Park zugeht und ist nach anfänglicher Begeisterung eher abgeneigt. Zusätzlich entwickelt Southparks Genforscher Mephisto böse Truthähne, die die Stadt einzunehmen drohen. Unter Chefs Führung und Nachstellung von Braveheart wird die Schlacht gegen die Truthähne geschlagen. Während dieser wird Kenny leider zu Tode gepickt. In dieser Episode wird deutlich, wie arm Kennys Familie ist und wie gern Cartman Witze darüber reißt, auch wenn es schon in vorherigen Episoden angedeutet wurde.

Folge 9: Mr. Hankey, der Weihnachtskot („Mr.Hankey, the Christmas poo“) (6 Punkte)
Nach dem Halloween und dem Thanksgiving-Special nun also das Weihnachtsspecial, das sogar auf den Vorspann verzichtet. Überhaupt ist das ein oder andere anders in dieser Folge. Beispielsweise ist es die erste Folge, in der Kenny trotz einiger vehementer Gefahren überleben darf. Abgesehen davon werden zwei neue Charaktere vorgestellt. Da hätten wir zuerst Mr. Mackey, den Schulpsychologen, der durch seine knochige Statur, seinen überdimensional großen Kopf und das „Mmmmmkay“ auffällt. Er ist ein sehr sympathischer Charakter, den ich immer wieder gerne sehe. Auf der anderen Seite wird Mr.Hankey, der Weihnachtskot eingeführt. Bei ihm handelt es sich um ein Stück Scheiße, das zu Weihnachten die Leute beglücken will. Irgendwie mag ich ihn nicht, was zu Abzügen bei Bewertung dieser Folge führt neben den zu häufigen Liedern, die diese Folge auszeichnen. Ansonsten sind einige gute Ideen verwirklicht (beispielsweise sieht man mal echt Menschen) und Lacher garantiert. Schnell noch die Story: Kyles Mutter ist wie immer Spielverderberin und sorgt dafür, dass wenig Weihnachtliches an Weihnachten bleibt, damit keine Religion oder sonstige Minderheit diskriminiert wird. Kyle ist der einzige, der an den Weihnachtskot glaubt und kommt in die Klapse, als ob es nicht schlimm genug wäre, dass er auf Grund seines Judentums Depressionen an Weihnachten bekommt. Für meinen Geschmack die bisher schwächste Folge.

Folge 10: Damien („Damien“) (10 Punkte)
Es wird ernst in Southpark. Satan höchstpersönlich tritt erstmals in Erscheinung und schickt seinen Sohn Damien als Vorboten in die Grundschule. Dort hat er Akzeptanzprobleme und wütet ganz schön umher, brennt alles nieder, was ihm in den Weg kommt. Kenny verwandelt er in ein Schnabetltier. Das wird ihm übrigens später zum Verhängnis, als er am Ende von Onkel Jimbo erschossen wird. Jedenfalls fordert Satan Jesus zum ultimativen Kampf zwischen Gut und Böse auf. Jesus ist zwar eine Weichflöte, nimmt die Herausforderung jedoch an. Der entscheidende Kampf überschneidet sich terminlich mit Cartmans Geburtstagsparty, die traditionell sehr aufwendig von seiner Mutter gestaltet wird. Sogar ein Riesenrad sowie Elefanten sind anzutreffen. Als Gaststar tritt Michael Buffer auf, der berühmte Boxkampfansager, der durch sein „Let’s get ready to rumble!“ berühmt geworden ist. Übrigens berechnet der für seine Auftritte zwischen 3000 und 5000 Dollar, falls es jemanden interessiert. Was für eine Ratte. Ok, weiter im Text: Jesus ist sehr resigniert, da beim lokalen Buchmacher alle Einwohner der Stadt gegen ihn gewettet haben. Sogar der Priester. Nur eine Person hat sein Geld auf Jesus gesetzt, welche, will ich nicht verraten. Aufgefallen ist mir noch, dass ein weiteres Mal angedeutet wird, dass Mr.Garrison wohl schwul sein könnte, als der sich an Chef anlehnt, nachdem dieser zu einigen Ladys gemeint hat, er möchte sie beschützen. Außerdem lernt man Pip besser kennen, ein britischer Junge, der von allen missachtet und verschmäht wird. Für diese apokalyptische Folge die volle Punktzahl.

Folge 11: Geil auf Miss Ellen („Tom’s Rhinoplasty“) (10 Punkte)
Wieder holen Trey Parker und Matt Stone zum Rundumschlag aus. Beispielsweise muss der Film „Contact“ einiges einstecken und sogar sein Ende wird verraten. David Hasselhoff wird als Optimum der Männlichkeit dargestellt und man konnte Natasha Henstridge (sie spielte in „Species“ die Hauptrolle) als Gastsprecherin für Miss Ellen gewinnen. Im englischen Vorspann wird als „the chick from species“ auf sie verwiesen. Erstmals könnte man vermuten, dass Mr.Garrison möglicherweise doch nicht schwul ist: Da er eine Nasenoperation (der Arzt, der sie durchführt, wird im Deutschen von Wigald Boning synchronisiert) durchführen lassen will, kommt eine Vertretung für ihn, nämlich Miss Ellen. Mr.Garrison sagt selber, dass er auf diese Weise Chicks abschleppen will. Als er später jedoch alle haben könnte, macht er einen Rückzieher, was wiederum gegen seine Heterosexualität spricht. Miss Ellen stiftet ganz schön Unruhe bei den 8-jährigen, da sie recht heiß ist und sich alle in sie verlieben. Das Hauptproblem? Auch Stan tut das (man erkennt es deutlich daran, dass er sich übergibt sobald er mit ihr redet, was er ja normalerweise nur bei Wendy tut) und ruft somit riesige Eifersucht bei Wendy Testaberger hervor, und das ganz kurz vor Valentinstag. Doch diese lässt sich nicht so leicht abservieren...Besonders witzig ist zum Einen, wie sehr Wendy teileweise einstecken muss und zum anderen, wie sich Chefkoch um die Vertretungslehrerin bemüht. Leider muss er jedoch feststellen, dass sie eine Lesbe ist. In dieser Folge wird zudem deutlich, dass Kenny der Wissendste der Clique ist, wenn es um sexuelle Dinge geht. Am Ende muss er aber dann doch sterben, als Miss Ellen aus Versehen ein Säbel aus der Hand rutscht. Der Säbel durchbohrt Kennys Auge und nagelt ihn an die Wand. Wieder eine rumdum gelungene Folge.

Folge 12: Robo-Streisand („Mecha-Streisand“) (5 Punkte)
Für mich die bisher schwächste Folge. Wie der Name schon vermuten lässt, bekommt Barbra Streisand so richtig ihr Fett weg. Im auf der DVD vorher gezeigten Interview mit Stone und Parker erklären die beiden, dass sie die Promis nicht wirklich hassen, über die sie sich lustig machen. Streisand jedoch würden sie als Einzige tatsächlich hassen. Das sieht man in der Episode: Sie ist erstens ziemlich hässlich dargestellt und zweitens wird sie als Ausgeburt des Bösen deklariert. Die Story hat mir ebenfalls nicht so gut gefallen. Irgendwie finden unsere Jungs einen uraltes Dreieck, das Streisand zu übermenschlichen Kräften verhelfen kann. Als die Furie davon erfährt, macht sie sich in die Bergstadt auf, um es zu finden. Schlussendlich gelingt es ihr auch und eine Godzillaparodie nimmt ihren Lauf, als Streisand zum Riesenroboter wird und gegen andere Monster kämpfen muss. Zum Beispiel gegen den Sänger von „The Cure“ – Robert Smith – der im englischen Original auch tatsächlich als Synchronstimme dient. Ich mag die Folge nicht sehr, es sind jedoch vor allem am Ende einige starke Gags dabei (Jesus: „Our saviour!“ z.B.) und ich liebe es immer wieder, wenn Kyles Bruder Ike das ein oder andere Wort von sich gibt. Sally Struthers – die wir schon aus „Starvin’ Marvin“ kennen - tritt wieder als fette Sau in Erscheinung und Kenny wird zum ersten Mal nicht ermordert, sondern beendet sein Leben selbstständig. Er stößt einen Spielball an, der an ein Seil gebunden ist und erdrosselt sich auf diese Weise unglücklich selber. Ach ja: Wir lernen außerdem das Spiel „Roshambo“ kennen, das Cartman gerne beginnt: Man tritt sich so lange gegenseitig so fest in die Eier wie man kann, bis einer auf den Boden fällt. Der andere ist dann der Gewinner. Der arme Pip muss es natürlich als erster über sich ergehen lassen.

Folge 13: Cartmans Mama ist eine Schlampe („Cartman’s Mom is a dirty slut“) (10 Punkte)
Cartman ist seit ein paar Tagen nicht in die Schule gegangen. Wie ich schon andeutete, scheinen Stan, Kyle und Kenny in der ersten Staffel noch richtige Freunde von Cartman zu verkörpern (abgesehen von einigen Reibereien natürlich, aber nicht zu vergleichen mit späteren Staffeln). Daher machen sie sich auf den Weg, um zu schauen, was denn los ist. Dabei sagt Stan der Busfahrerin Misses Crabtree erstmals seine Meinung ins Gesicht. Lustig das. Jedenfalls spielt Cartman mit Puppen im Garten Teeparty, was Mr. Mackey eine schwere psychische Störung vermuten lässt. Man merkt, dass Cartman sehr darunter leidet, nicht zu wissen, wer sein Vater ist. Er begibt sich auf eine sehr amüsante Suche. Übrigens wird seine Katze Kitty im Original von Jay Leno „synchronisiert“. Es stellt sich heraus, dass Liane Cartman vor über 8 Jahren beim zwölften jährlichen „Drunken Barn Dance“ so ziemlich mit jedem Mann in Southpark geschlafen hat. Sogar Jesus und der Pfarrer können das nicht verneinen. Mephisto bietet einen teuren Gentest an, den sich Cartman nur leisten kann, falls sein peinliches Gartenvideo in der Show „Stupidest Homevideos“ von Bob Saget zum lustigsten gewählt wird. Diese Folge ist der erste Teil einer Doppelfolge. Der zweite Teil ist die zweite Episode der zweiten Staffel. Kenny wird von einem Zug überfahren.

Insgesamt ergibt sich auf Grund der beiden in meinen Augen schwächeren Folgen mit Mr.Hankey und Barbra Streisand ein Notendurchschnitt von 9,231 und damit eine bisherige Staffelrangliste von:
1. Staffel 1

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