Review

Staffel 5

South Park geht in die 5. Runde. Wir schreiben das Jahr 2001 – vor 9/11 – und Stone und Parker sind erfolgreicher denn je. Mittlerweile hat ihre Serie „South-Park“ eine gewaltige Fangemeinde aufbauen können und 65 Folgen ausgestrahlt. Die Erwartungshaltung ist entsprechend groß. Interessant wird zu beobachten sein, ob man an den späteren Staffelfolgen in irgendeiner Form erkennen kann, was im September 2001 in den Staaten passiert ist. Der Vorspann hat sich zum ersten Mal im Vergleich zur Vorstaffel nicht verändert. Wir sehen weiterhin den „Techno-Vorspann“, der mir persönlich eher unsympathisch ist. Außerdem werden wir in dieser Staffel Kennys tatsächlichen Tod erleben dürfen. Hier nun die genaue Besprechung der einzelnen Folgen:

Folge 66: Verfluchtes Fluchwort („It hits the fan“) (7 Punkte)
Ich bin kein großer Fan dieser Folge. Trotzdem gibt es 7 Punkte, weil einige sehr lustige Stellen enthalten sind. Am besten gefällt mir der Teil im „Excalibur“-Casino. Thematisiert wird das Wort „Scheiße“. Dieses wird grundsätzlich von Comedy Central im Original ausgepiept. Man darf es nicht sagen. An sich ist das lächerlich, da es möglicherweise das in der Realität am meisten verwendete Wort ist. Damit setzen sich Stone und Parker in dieser Folge auseinander und legen sogar einen Zähler ins linke untere Eck des Bildschirms, der dokumentiert, wie oft das Wort fällt (insgesamt 162 mal). Es gelang ihnen auch, den Sender dazu zu überreden, dass das Wort tatsächlich ausgesprochen wird. Als der Plan zunächst war, das Wort nur ein einziges Mal zu verwenden, sträubte sich der Sender noch. Sie hatten dann die Idee, man könne das Wort doch hunderte Male verwenden und schon war der Sender einverstanden. Vielleicht, weil so der gesellschaftskritische Standpunkt besser deutlich wird. Was weiß ich. Alles fängt jedenfalls damit an, dass irgendeine Polizistensendung in South-Park ankündigt, das Wort „Scheiße“ in der Sendung auszusprechen. Das ruft einen Scheiße-Hype hervor. Das Wort wird häufiger als je zuvor verwendet und verursacht so, dass die Leute ihre eigenen Gedärme auskotzen. Wie Kenny stirbt, dürfte nach dem letzten Satz jedem klar sein. Ein Kampf gegen das Wort beginnt, denn es ist an der Kankheit schuld. Schließlich tritt sogar ein Drache namens Geldon in Erscheinung, den ich keineswegs witzig fand. Ich hätte mir einen besseren Start in die neue Staffel erhofft, auch wenn 7 Punkte nun kein Armutszeugnis sind.

Folge 67: Krüppelkeile (Cripple fight) (10 Punkte)
Die Jungs gehen erstmals zu den Pfadfindern (die Folge beinhaltet Kyle keine einzige Sekunde, weil der ja zu einer jüdischen Pfadfindergruppe gehört) und haben dort einen schwulen Anführer. Wer könnte das anderes sein als Big Gay Al. Den haben wir – so glaube ich – seit der ersten Staffel gar nicht mehr gesehen. Das war für mich kein Problem, weil ich ihn nicht sonderlich mag. Der pinke Nippel war mir einfach zu viel. Jedenfalls entbrennt eine Diskussion in South-Park, ob es schwule bei den Pfadfindern geben sollte. Gleichzeitig, und das ist vielleicht das wichtigste an der Episode, wird Jimmy eingeführt. Jimmy ist ein behindertes Kind. Da dieser Status vorher Timmy sehr eigen war, gibt es große Streitigkeiten zwischen ihnen. Jimmy ist als Stand-Up-Comedian tätig und zieht auch gelegentlich Timmy durch den Kakao. Das ganze endet in „Krüppel-Keile“ vor einem Kaufhaus. Diese Szene gehört möglicherweise zu den legendärsten der gesamten Serie. Sie ist einem Kampf aus dem Film „They live“ nachgestellt. Die Folge ist nur so überflutet von amüsanten Einfällen wie Timmys Geschenk, der neue Pfadfinderführer und so weiter. Kenny wird übrigens von einem riesigen Adler erfasst und stirbt dabei.

Folge 68: Die Liga der superbesten Freunde („Super best friends“) (9 Punkte)
Stone und Parker hauen mal wieder richtig auf Religion. Die Folge beschäftigt sich mit dem Scientology-Hype, sowie Ritualen anderer Sekten und schafft es, die wichtigsten Weltreligionen einzuflechten. Die Geschichte über die „Super Besten Freunde“ orientiert sich dabei an einer alten Serie namens „Super Friends“, in der Batman, Superman und ein paar andere ständig Bösewichten nachstellen. Um einen eigenen Kult heraufzubeschwören, bedienen sich Stone und Parker David Blaine, einem Magier aus den Staaten. Er will in der Folge seine eigene Religion aufbauen und überredet seine Jünger zum Massenselbstmord. Er hat sogar eine eigene Bibel. Nachdem die Show in den Staaten gezeigt wurde, hat David Blaine Anrufe von seinen Fans erhalten. Sie fänden es nicht gut, dass man sich über ihn lustig macht und sie würden gerne sein Buch lesen. Ziemlich bedenklich, wenn ihr mich fragt. Ein solches Buch gibt es natürlich gar nicht. Noch kontroverser – und mich wundert, dass das nicht viel mehr Aufruhr verursacht hat – ist, dass Mohammed, der muslimische Prophet karikiert wird. Man erinnert sich an den Aufstand, den Karikaturen einer Zeitung diesbezüglich verursacht haben. Zwar gab es schon Kontroversen, aber in einem sehr überschaubaren Ausmaß, wenn man es mit den Ereignissen von vor 2 Jahren vergleicht. Eine wirklich sehr gute Folge, die nur einen Punkt Abzug erhält, weil sie es am Ende übertreibt und weil ich den Off-Sprecher nicht ausstehen kann. Kenny bringt sich dieses Mal selber um, indem er sich ertränkt.

Folge 69: Scott Tenorman muss sterben („Scott Tenorman must die“) (10 Punkte)
Eine legendäre Folge. Man verzichtet mal wieder auf jegliche B-Storys und widmet sich voll und ganz der Fehde zwischen Cartman und Scott Tenorman. Alles beginnt damit, dass Cartman denkt, man könne Schamhaare kaufen und wäre dann erwachsen. Selbiges tut er beim Achtklässler Scott Tenorman. Als er erfährt, dass er übers Ohr gehauen wurde, schwört er Rache. Das führt zunächst zu einigen peinlichen gescheiterten Versuchen. Kenny stirbt im Laufe der Folge, als er so sehr über Cartmans vorläufige Niederlage lachen muss, dass er erstickt. Man sieht sogar seine Seele hinfortfliegen. Doch diese Folge zeigt endgültig, dass Cartman ein kompletter Psychopath ist. Kalkulierend und ohne Empathie. Das Ende der Folge kommt sehr unerwartet und überrollt einen regelrecht. Alles endet nämlich bei einem Chili-Contest, den Cartman ins Leben ruft. Für die, die die Folge noch nicht gesehen haben, will ich das mal nicht auflösen. Aber man kann wohl sagen, dass es das Brutalste und Kontroverseste ist, was die Macher je hervorgebracht haben. Das war sogar einigen Fans zu derb. Trotzdem taucht die Folge regelmäßig auf, wenn es darum geht, eine „Best of“ der besten Folgen zu wählen. Ich glaube, die Folge hat auf der amerikanischen Filmdatenbank sogar die beste Bewertung aller Folgen. So schnell will sich jedenfalls niemand mehr mit Cartman anlegen. Auch Stan und Kyle stellen am Ende der Folge fest, dass es das Beste sei, Cartman nie mehr ans Bein zu pinkeln.

Folge 70: Terrance & Philipp: Hinter dem Furz („Terrance & Philipp: Behind the blow“) (2 Punkte)
Terrance & Philipp. Ich kann die beiden leider überhaupt nicht ausstehen. Weder ist ihre „Geschichte“ in irgendeiner Form amüsant, noch sind sie selber besonders witzig. So kommt es, dass diese Folge die für mich bisher schlechteste der gesamten ersten 5 Staffeln ist. Sogar Stone und Parker sagen im Kommentar zur Folge, dass sie diese Folge für die schlechteste der fünften Staffel halten. Nicht nur sind die Hauptcharaktere nervig (obwohl dieses Mal die 4 Jungs dabei sind im Gegensatz zur ersten Folge der zweiten Staffel), sondern ist die Story total daneben. Der „Earth day“ ist brutal langweilig und die eingeführten Naturschutztypen entfachen keinerlei Empathie. Zugegebenermaßen hat die Folge seine Momente, beispielsweise Kennys Tod, als der von einem Erdjunkie Stück für Stück zerhackt wird. Als ganzes jedoch ist die Folge ein totaler Reinfall, die Geschichte um die zerstrittenen Terrance & Philipp kann kein Mensch ernst nehmen. Einer der guten Momente ist auch, als Cartman zum Besten gibt, er würde Philipp dazu bringen, seine Eltern zu essen (siehe letzte Episode). Mehr als 2 Punkte kann ich nicht geben.

Folge 71: Cartmanland („Cartmanland“) (10 Punkte)
Gott sei Dank. Nach der sehr enttäuschenden letzten Folge wieder ein Kracher. Stone und Parker erstellen eine simple Story und machen etwas Geniales daraus. Ihr großes Vorbild dabei ist übrigens laut eigener Aussage „Pixar“. Die gehen ähnlich vor und das in Perfektion. Simple Story, vorhersehbar, trotzdem unfassbar amüsant. Cartman erbt unerwartet 1 Million Dollar von seiner verstorbenen Oma. Die Scheinchen, nach denen er sich schon so lange gesehnt hat. Er entschließt sich, sich davon einen Vergnügungspark zu kaufen, in den nur er hinein darf. Kyle bekommt parallel Hämorrhoiden. Diese Umstände führen dazu, dass Kyle auf dramatische Weise seinen Glauben verliert. Seine Eltern versuchen ihn mit der Geschichte von Hiob zu bekehren, machen jedoch alles schlimmer. Schnell muss Cartman die Erfahrung machen, dass sich ein eigener Vergnügungspark nicht finanzieren lässt, wenn man keine Leute dafür Geld ausgeben lässt. Mit seinen Plänen treibt er sich schließlich selbst in den Ruin. Kenny stirbt natürlich, als er während einer Achterbahnfahrt von einer Eisenstange im Gesicht getroffen wird. Die „Freundschaft“ zwischen Stan, Kyle und Cartman gibt mal wieder Rätsel auf. Noch in der letzten Folge haben sie sich zu viert aufgemacht, um sich die Terrance & Philipp-Show zu geben. In dieser Folge hingegen hassen sie sich aufs Äußerste. Die Macher können sich da wohl nicht so recht entscheiden und machen es immer so, wie es ihnen gerade in den Kram passt. Jedenfalls eine durch und durch gelungene Folge.

Folge 72: Hundemelken („Proper condom use“) (10 Punkte)
Eine der besten Folgen überhaupt. Aus unerfindlichen Gründen holen einige Kinder plötzlich ihren Hunden einen runter und finden das sehr amüsant. Sie realisieren nicht, dass sie den Hund dabei stimulieren, sie finden das Melken einfach witzig. Die Eltern sind völlig fassungslos, sehen es aber nicht als ihre Aufgabe an, ihre Kinder diesbezüglich zu erziehen. Also übernimmt das die Schule in Person von Miss Choksondik und Mr. Mackey. Beide unbeschriebene Blätter. Bei Mackey ist es angeblich 21 Jahre her, als er das letzte Mal Sex hatte (mit 19), obwohl in der Folge „Ike’s Wee Wee“ relativ eindeutig angedeutet wird, dass er Cartmans Mutter abschleppt. Egal, vielleicht kam noch etwas dazwischen. Jedenfalls verstehen die Kinder die Lehren völlig falsch und haben vielmehr Angst vor den ganzen potentiellen Krankheiten, als dass sie wirklich etwas gelernt hätten. Es kommt sogar zum Mad-Max-ähnlichen Showdown zwischen den jungen Geschlechtern. Dabei muss Kenny auch dran glauben, als er von einem Bumerang im Gesicht getroffen wird. Der überzeugendste Teil der Folge sind die Auftritte von Mr. Garrison im Kindergarten. Sogar da werden den Kindern verschiedene Sexstellungen beigebracht und – und das ist der witzigste Teil – Mr. Garrison zeigt den Kindern, wie man ein Kondom oral anlegt. Dieser Teil sollte geschnitten werden, Stone und Parker weigerten sich und Comedy Central machte es schließlich auf eigene Faust. Auf Grund des sexuellen und gewalttätigen Inhalts ist auch diese Folge umstritten. Sie ist aber ein wahres Juwel, weil durchweg komisch und einfallsreich. Trotz der sehr simplen Grundidee.

Folge 73: Ein bisschen kiffen? („Towellie“) (10 Punkte)
Am Ende wieder mal ein gutes Beispiel für die teilweise recht hölzerne Übersetzung in der deutschen Synchro. Cartman meint im Original zu Towellie, er sei der „worst character ever“, im Deutschen wird das ganze in’s Positive gedreht. Das ist deswegen ärgerlich, weil es tatsächlich der Anspruch von Stone und Parker war, den denkbar langweiligsten Charakter einzuführen. Auf diese Weise wollte man das Einführen von neuen Charakteren zu kommerziellen Zwecken parodieren. Übrigens war es zwar parodisch gemeint, aber ich war trotzdem von Towellie begeistert und habe mir ein Handtuch mit seinem Gesicht gekauft. Die Geschichte um Towellie ist sehr kompliziert, aber eigentlich auch egal. Die vier Jungs wollen lediglich permanent ihre Okama Game Sphere bespielen, was dadurch verhindert wird, dass diese von einer Organisation namens Tynacorp entführt wird. Die Organisation verlangt die Auslieferung Towellies. Da Cartman, Kyle, Stan und Kenny ihre Konsole zurückhaben wollen, gehen sie mit Towellie auf eine verrückte und amüsante Reise. Erstmals in der Serie ist die Geschichte den Jungs dabei einfach scheißegal, sie gehen nur durch die ganze Scheiße, um wieder zocken zu können. Kenny verliert dabei sein Leben, als er ihnen heißer Lava landet.

Folge 74: Osama hat nix in der Hose (Osama Bin Laden has farty pants) (8 Punkte)
Durch diese Folge haben Stone und Parker ihre vierte Emmy-Nominierung erhalten. Allerdings haben sie diesen zum vierten Mal nicht erhalten. Dieses Mal verloren sie gegen Futurama, wenn ich recht informiert bin. Diese Folge war die erste nachdem die Welt am 09.11.2001 erschüttert wurde. Zunächst überlegten die Macher, das zu ignorieren. Schnell wurde ihnen aber klar, dass das nicht ihr Stil wäre. Also parodiert man fleißig. Das gelingt soweit ganz gut, nur die „Verfolgungsjagd“ zwischen Cartman und Bin Laden (Bugs Bunny nachempfunden) hat mir überhaupt nicht gefallen. Sehr gut gefallen haben mir dagegen die afghanischen Jungs, die übrigens anfangs echtes Farsi sprechen. Cartman, Kyle, Stan und Kenny fliegen aus Versehen nach Afghanistan, als sie den ihnen zugeschickten Ziegenbock zurückbringen wollen. Dieser wird mit Stevie Knicks verwechselt, eine Sängerin, die die Macher nicht ausstehen können und die wohl wie eine Ziege klingt. Kann ich nicht bezeugen, witzig ist das trotzdem. In Afghanistan werden sie von Osama entführt und eine spektakuläre Befreiungsaktion wird notwendig. Bei dieser werden der amerikanische und der afghanische Kenny von einem Helikopter erschossen. Gelungene Folge.

Folge 75: Arschgesichter („How to eat with your butt“) (10 Punkte)
Nach der letzten eher politisch angehauchten Episode mal wieder purer South-Park-Blödsinn. Angeblich gibt es eine Krankheit namens TPS, bei der die Menschen Ärsche als Gesichter haben. Stone hat schon in jungen Jahren Comics mit Menschen gemalt, die Ärsche als Gesichter haben. In dieser Folge hat er diese Idee nun auch bei South-Park verwirklicht. Alles fängt mit einem Klassenfoto an, das insofern etwas Besonderes ist, da man erstmals Stan und Kyle ohne ihre Mützen sieht. Stan hat schwarze Haare und Kyle einen Rothaar-Afro (ähnlich wie Matt Stone). Kenny macht sich einen Spaß daraus, seinen Arsch als Gesicht zu präsentieren, Cartman findet das unheimlich komisch, verliert aber seinen Humor, als er feststellt, dass es tatsächlich Menschen gibt, die einen Arsch als Gesicht haben. Die Eltern, bei denen das der Fall ist, suchen ihren Sohn. Den kennt man, diese Überraschung möchte ich aber nicht vorwegnehmen. Kenny wird von einem Motorrad überfahren. Die Folge ist sehr unterhaltsam und voller Ideen. Beispielsweise wird auch Butters Geschichte ein wenig konkretisiert: Er versucht immer alles richtig zu machen, kämmt sich sogar für das Klassenfoto. Am Ende jedoch bringt ihm das Hausarrest ein. Wir stellen fest, dass er äußerst abgefreakte Eltern hat. In der letzten Folge dieser Staffel werden wir das in noch extremerem Ausmaße erleben.

Folge 76: Was ist es? Wann kann ich es kaufen? („The entity“) (8 Punkte)
Eigentlich eine sehr lustige Folge. Mir gefällt nur nicht, wie wenig die beiden Handlungsstränge zusammenhängen bzw. –passen und dass alles recht abrupt endet. Zum einen kommt Kyles Cousin vorbei und geht sogar mit den Jungs zur Schule. Er ist ein unerträglicher Zeitgenosse: Wehleidig, hässlich und unlustig. Er heißt ebenfalls Kyle. Der beliebtere Kyle überredet Cartman sogar, dass er für 40 Dollar keine Witze über den Cousin macht. Dass das nicht funktionieren würde war ja klar. Interessant fand ich, dass Cartman von Kyle mal wieder als Freund vorgestellt wurde. Wie ich schon bemerkte, ist es ein ewig schmaler Grad bei diesen beiden zwischen Freundschaft und Feindschaft. Zeitgleich ist Mr. Garrison sehr angepisst von den Vorgängen an Flughäfen. Für einige Zeit waren die Wartezeiten an diesen nach 9/11 unzumutbar, das parodiert diese Folge. Wir erfahren übrigens, dass Mr. Garrison mit Vornamen Herbert heißt. Er erfindet also sein ganz eigenes Fortbewegungsmittel. Er nennt es nur „IT“. Das ist eine Anspielung an das Segway, das im Jahre 2001 ganz groß rauskommen sollte und vor Veröffentlichung auch nur „IT“ genannt wurde. Mr. Garrisons neues Fortbewegungsmittel ist erwartungsgemäß unnötig schwul und sehr amüsant. Kenny stirbt, als er am Flughafen für einen Terroristen gehalten und erschossen wird.

Folge 77: Will Smith bringt reiches Pack nach Southpark („Here comes the neighbourhood“) (9 Punkte)
Eine herrliche Folge. Eigentlich geht es in den gesamten 20 Minuten um Rassismus. Ständig werden Andeutungen gemacht, ausgesprochen wird es jedoch nie. Die ganzen reichen Leute sind alle schwarz, müssen im Bus vorne sitzen und werden von „Geistern“ vertrieben. Erst mit dem letzten Satz der Folge wird alles auf den Kopf gestellt. Mr. Garrison nimmt nämlich das Wort „Nigger“ in den Mund, welches allerdings noch vor dem Abspann ausgeblendet wird nach „Nig...“. Ursprünglich hatten Stone und Parker den Plan, die darauf folgende Episode mit Mr. Garrison zu starten, wie er „...ger“ sagt. Dazu kam es allerdings nie. In der Folge werden einige Promis in South-Park vorgestellt. Beispielsweise Will Smith, Snoop Dogg oder Kobe Bryant. Sie wurden von Token angeworben, der sich von den anderen Kindern nicht verstanden gefühlt hat, weil er mehr Geld und ein größeres Haus hat als sie. Doch die reichen Kinder sind ihm wiederum zu reich, daher lebt er irgendwann bei den Löwen. Alles äußerst witzig, besonders die „humorvollen“ Löwen. Einzig das Lied von Token hat mir weniger gefallen, daher ein Punkt Abzug. Kenny wird irgendwann tot von seinen Freunden auf einem Bollerwagen gezogen. Wie er gestorben ist, sieht man nicht.

Folge 78: Kennys Tod („Kenny dies“) (10 Punkte)
Plötzlich wird es toternst in South-Park. Stone und Parker hatten die Idee, eine Folge zu machen, die keinerlei Witze enthält, sondern nur das Drama um Kennys tatsächlichen Tod birgt. Sie haben das nicht geschafft, denn es sind noch immer zahlreiche Scherze enthalten. Doch sie haben immerhin einen Mix aus ernsten Elementen und Spaß kreiert, den es in dieser Form noch nie in ihrer Serie gab. Das macht diese Folge so einzigartig. Ursprünglich wollten sie Kyle, unseren geliebten Juden, töten. Stan und Kyle sind sich so ähnlich, dass diese Idee reifte. Es kam aber nicht soweit. Stattdessen sollte Kenny sterben, weil Stone und Parker laut eigener Aussage keinen Bock mehr hatten, ihn jedes Mal zu töten. Die komplette nächste Staffel sollte ohne Kenny gedreht werden. Glücklicherweise kehrte er dann zurück, denn viele Fans waren nicht gerade angetan von Kennys Tod. Ich im Übrigen auch nicht. Denn auch wenn er meistens keine große Rolle spielt, ist er dennoch fester Bestandteil der Serie und Garant für ihren Erfolg. In der Folge sieht man auch ungewöhnlicherweise Cartman weinen. Fast noch spektakulärer ist die Umarmung mit Kyle. Am Ende bereut Kyle diese noch und Cartman ist doch wieder das Arschloch, das wir kennen. Doch das Ende ist wohl eher so zu interpretieren, dass Cartmans Gefühle gegenüber Kenny echt waren („du bist mein bester Freund“) und er einfach irgendwann doch von seiner Geldgier übermannt wird. Genial fand ich übrigens seine Performance von „Heat of the moment“. Normalerweise bin ich kein Fan von Gesangseinlagen, aber in dieser Episode ist sie einfach hervorragend.

Folge 79: Butters: Das bin ich! („Butters’ very own episode“) (10 Punkte)
Erstmals gibt es in der fünften Staffel kein Weihnachtsspecial. Stattdessen erwartet uns eine Episode, die ganz allein Butters gewidmet ist. Nachdem Stone und Parker sich entschlossen haben, Kenny aus der Serie zu entfernen und sterben zu lassen, wollten sie mit Butters den Ersatz präsentieren. In den Kommentaren auf der DVD erwähnen sie immer wieder, wie sehr sie diesen Charakter lieben. Entsprechend ist der Vorspann rausgeschnitten und Butters erhält seinen ganz eigenen „Jingle“. Wir sehen das, was so typisch für ihn ist: Er ist ein herzensguter, brutal naiver Junge, der trotzdem permanent scheiße behandelt wird. Sein Vater besucht heimlich schwule Clubs, in denen er sich von völlig fremden Männern durchnehmen lässt. Das macht seine Frau verrückt. Sie will sich erhängen und vorher Butters im Auto ertränken. Butters überlebt aber und muss sich ganz alleine nach Hause zurückschlagen. Dabei kommt er an einem Hinterwäldler vorbei, der ihm den Weg nach South-Park erklärt. Diese Szene gehört zu meinem Lieblingsszenen der gesamten Serie. Gleichzeitig hackt man auf Leuten wie O.J. Simpson oder den Ramseys herum, denen Stone und Parker offensichtlich unterstellen Lügner zu sein. Nach dem neuerlichen Prozess um O.J. Simpson kann man das zumindest bei diesem sehr nachvollziehen. Jedenfalls ist Butters sehr sympathisch, die Folge sehr witzig – wenn auch harter Tobak. Insgesamt ein sehr schöner Abschluss für die 5. Staffel. Kenny taucht in dieser Episode überhaupt nicht auf, die anderen drei Jungs nur kurz am Ende.

Fazit: Die fünfte Staffel enthält einige Juwelenfolgen, wie „Krüppel Keile“ oder „Towelie“. Andererseits gab es auch schwächere Folgen wie die um den „Earth day“. Trotzdem ist die Staffel wegweisend, beispielsweise weil der neue behinderte Charakter „Jimmy“ eingeführt wurde. Zunächst war man sich bei diesem nicht sicher, ob er wiederkehren würde, doch wer die neuen Staffeln kennt, weiß, dass Jimmy sich durchgesetzt hat. Außerdem kam man auf die Idee, Kenny aus der Serie zu entfernen. Entsprechend wird er in einer eigenen Episode getötet. Dafür wird Butters genauer vorgestellt, um ihn als Kennys Ersatz verkaufen zu können. Die Staffel war insgesamt recht durchwachsen und daher sieht die neue „Staffelrangliste“ folgendermaßen aus:

1.Platz: Staffel 3 (9,294)
2.Platz: Staffel 4 (9,294)
3.Platz: Staffel 1 (9,231)
4.Platz: Staffel 2 (9,000)
5.Platz: Staffel 5 (8,786)

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