Review

Staffel 7

Stone und Parker gehen mit ihrer Show ins fünfte Jahr. Wie genau die siebte Staffel in das fünfte Jahr passt, ist mir nicht ganz klar. Trotzdem erläutern die beiden in einem Minikommentar zur Staffel, dass es ihr fünftes Jahr war. Eine Art Jubiläum also. Genauso wie Folge 100, die in dieser Staffel auftauchen wird. Interessant zu sehen sein wird, inwiefern sich Kenny wieder integrieren kann, ob er wieder regelmäßig getötet wird, ob er größere Anteile erhält als vorher und so weiter. Der Vorspann hat seinen Stil erhalten. Noch immer ist der Sound Country-angehaucht und noch immer sehen wir, wie die einzelnen Charaktere in der Produktion zusammengesetzt werden. Anders ist lediglich, dass Kenny wieder den Part von Timmy aus der sechsten Staffel übernimmt und dass nun zusätzlich zu Szenen aus der fünften Staffel auch Szenen aus der sechsten Staffel enthalten sind. Schauen wir uns die Folgen im Einzelnen an:

Folge 97: Wird die Erde eingestellt? („Cancelled“) (9 Punkte)
Ursprünglich sollte es die 100. Episode der Serie werden. Man hatte die Idee, die allererste South-Park-Folge mit besserer Technik neu zu gestalten und eine eigene Storyline zu integrieren. Diese Idee führte aber dazu, dass man keine Einfälle für die erste Folge der siebten Staffel hatte. Da diese aber natürlich zuerst ausgestrahlt werden muss, nahm man einfach diese Folge heran, da sie schon fast fertig war. So erklärt sich auch der sehr gute Scherz über Serien, die mehr als 100 Folgen zu Stande bekommen. Eine andere Folge wurde demnach die hundertste. Wie schon angedeutet erinnert die Folge stark an die allererste: „Cartman gets an anal probe“. Die Aliens sind zurück und haben einen Satelliten in Cartmans Arsch verpflanzt. Wie sich herausstellt, drehen die Aliens eine Reality-Show auf der Erde, auf welche sie vor tausenden von Jahren alle möglichen Rassen verpflanzt haben, um zu sehen, was dann passiert. Zahlreiche Filme werden in dieser Folge parodiert, darunter „Ein Duke kommt selten allein.“ Oder „Truman Show“. Die Folge ist auf jeden Fall gelungen, Chef darf mal wieder eine zentrale Rolle spielen und Kenny ist auch mit von der Partie. Sterben muss er offensichtlich nicht mehr. Er ist einfach dabei und löst Sympathiegefühle bei den Zuschauern aus ohne viel dafür zu tun. Ein paar Witze fand ich lahm oder übertrieben (z.B. der furzende Cartman), daher gibt es einen Punkt Abzug.

Folge 98: Guter Krüppel, schlechter Krüppel („Krazy Kripples“) (10 Punkte)
In der Fangemeinde kam diese Folge aus irgendeinem Grund mittelmäßig an. Viele mögen es wohl nicht, wenn die vier „Hauptjungs“ nur eine Randrolle haben. Ich stehe dem auch meistens kritisch gegenüber, aber in dieser Folge hat es mir überhaupt nichts ausgemacht. Ich bin ein großer Fan von Jimmy und Timmy und finde, dass diese Folge ihr bisher bester Auftritt ist. Die Storyline um die beiden Gangs ist einfach nur genial und unterhaltsam. Christopher Reeve wird ebenfalls parodiert. Das wollten Stone und Parker schon ein Weilchen machen, allerdings wurde ihnen dann immer erzählt, dass sie es nicht bringen können, sich über einen wirklichen Krüppel lustig zu machen. Ein Interview mit Christopher Reeve bei Larry King hat dann dazu geführt, dass sie es doch durchgezogen haben. Zu sehr hat sie das egozentrische Verhalten von Reeve genervt. Die Sache mit den Föten ist wohl auch sicherlich eine weitere von den Machern überschrittene Grenze, die aber wirklich komisch aufgemacht ist, vor allem in Verbindung mit „Hack Man“. Zahlreiche Anspielungen zu „Superman 2“ lassen sich ausmachen. Übrigens wurden alle Schwarzen in dieser Folge nur von 2 verschiedenen wirklichen Schwarzen im Studio synchronisiert. Volle Punktzahl von mir.

Folge 99: Das Schweigen des Klopapiers („Toilet paper“) (10 Punkte)
Eine super Folge! Parodiert wird in erster Linie „Das Schweigen der Lämmer“. Aber auch die Szene am South-Park-See stellt eine starke Parodie dar („Der Pate 2“). Generell geht es in der Folge darum, dass die Jungs Kunstunterricht megaschwul finden und daher rumalbern. Ihre Lehrerin verdonnert sie zu Nachsitzen. Das pisst die Jungs dermaßen an, dass sie das Haus der Lehrerin mit Klopapier übersäen. Officer Barbrady nimmt sich des Falles an und erhofft sich die Hilfe eines kleinen Jungen namens Josh, der im Jugendgefängnis hockt und selber für seine Klopapiertaten bekannt ist. Man erfährt dabei viele interessante Dinge über Barbrady, allen voran, dass sein Onkel ihn mit einem Gürtel zu hauen pflegte. Außerdem wurde er an Pokerabenden von seinem Vater wie ein kleines Mädchen angezogen und musste sich auf die Schöße seiner Onkel setzen. Außerdem erfährt man, dass Butters eine Freundin namens „Carrie“ in Michigan hat. Schön ist auch, dass man mal wieder lediglich einen Handlungsstrang hat, das macht die Sache übersichtlicher. Volle Punktzahl von mir.

Folge 100: South-Park 100 – Fehlgeburt einer Nation („I’m a little bit country“) (8 Punkte)
Eine ordentliche Folge. Dass es die hundertste ist, wird dabei nicht großartig thematisiert. Lediglich am Schluss sieht man einen ganzen Haufen der Charaktere aller Folgen auf einer Bühne gemeinsam singen und sich für die hundert Folgen bedanken. Jesus ist auch dabei, man könnte also folgern, dass er wieder am Leben ist. Ms. Choksondik ist nämlich nicht zu sehen. Dafür andere Klassiker wie Mephisto, die Arschgesichter, der Tod oder David Blain. Die Folge dreht sich um den Irakkrieg und um die Frage, ob die Gründungsväter für oder gegen ihn gewesen wären. Cartman will einer Hausaufgabe entgehen, indem er ein Flashback in das Jahr 1776 erzwingt. Dieser Handlungsstrang war genial und äußerst witzig. Besonders die Auflösung der Frage, was denn nun die Gründungsväter gesagt hätten, war stark. Dafür hatte der Handlungsstrang um die „Country-Rock“-Fehde einige Schwächen, generell kann man mich mit Gesangseinlagen für gewöhnlich wenig überzeugen. Speziell an der Folge ist außerdem, dass ausnahmsweise mal Cartman der Retter des Tages ist. Die ersten hundert Folgen haben Stone und Parker also hinter sich gebracht und können stolz sein. Wer hätte damals im Jahre 2003 gedacht, dass es am Ende über doppelt so viele sein könnten?

Folge 101: J-Lo: Das doppelte Flittchen („Fat Butt and Pancake Head“) (10 Punkte)
Meiner Meinung nach eine überragend witzige Folge, auch wenn die Fans geteilter Meinung sind. Erst muss der Episodenname erklärt werden, der in der deutschen Übersetzung ein weiteres Mal völlig entstellt wurde. Mit „Fat Butt“ ist aus offensichtlichen Gründen Jennifer Lopez gemeint. „Pancake Head“ meint Ben Affleck, der laut Stone und Parker ein unglaublich flaches Gesicht hat. Wie ein Pfannkuchen eben. Angeblich würde man ihn daher in Filmen auch nie in der Profilansicht zu sehen bekommen. Die Folge entstand, da Stone und Parker dieses Pärchen nicht ausstehen konnten (sie sprachen selbst von „Hass“). Cartman soll einen Vortrag über mexikanische Kunst halten und nutzt seine Hand, um Jennifer Lopez zu präsentieren. Selbstverständlich fällt wie üblich jeder auf seine Machenschaften herein und schon bald hat er ein eigenes Studioalbum zu verbuchen mit seiner Hand. Gleichzeitig verliebt sich Ben Affleck in die Jennifer Lopez-Hand. Das führt sogar dazu, dass Cartman Ben Affleck in dessen Cabrio einen runterholt. Stone und Parker waren selbst überrascht, dass diese Szene von niemandem verboten wurde. Auch das Ende der Folge ist hervorzuheben, es ist sehr gut gelungen (Mitch Connor). Stone und Parker sagten, es sei für sie das beste Ende einer Folge überhaupt gewesen. Ich hatte Spaß und gebe die volle Punktzahl.

Folge 102: Kleine Kriminale („Lil’ crime stoppers“) (10 Punkte)
Eine weitere herrliche Folge. Die Jungs sind einfach mal wieder nur Jungs und spielen Detektive. Dabei neigen sie zu leicht überzogenen Verbrechenstheorien (wie man am Beispiel der alten Frau und ihrem Kuchen sieht). In diesem Zusammenhang sieht man eine der härtesten Animationen der Serie, als der alte Mann seine Frau zerstückelt und ihren Torso in einen See schmeißt. Wie es eben so läuft, landen die Jungs bald bei den wirklichen Bullen und sollen dort ein riesiges Drogendezernat zur Strecke bringen. Witzige Szenen waren vor allem das Verhör von Butters oder die Szene mit Fosse. Den und seine retardierten Kumpels fand ich schon in der ersten Staffel besonders amüsant, jedoch wurden sie seitdem überhaupt nicht mehr in die Handlung mit einbezogen. Butters hat nach 2 Tagen masturbieren seinen ersten Samenerguss. Ungewollt scheint er in der Serie immer der erste zu sein, der sexuelle Neuheiten ausprobiert. So musste er als Erster einen Kondom überziehen und hat in der letzten Staffel als Erster einen Porno konsumiert, der ihn zu Gollum machte. Ich habe die Folge jedenfalls sehr gemocht und vergebe die volle Punktzahl.

Folge 103: Unglaublich geldgeile Ureinwohner („Red man’s greed“) (9 Punkte)
Eine solide und unterhaltsame Folge. Die Eltern der Jungs gehen in ein indianisches Casino und wollen dort ein bisschen Spaß haben. Es stellt sich jedoch heraus, dass Kyles Vater spielsüchtig ist und das Haus seiner Familie verzockt. Auf solche Leute spekulieren die indianischen Inhaber des Casinos: Sie wollen einen Super-Highway durch South-Park bauen, um die Leute aus Denver in ihr Casino zu locken. Diese haben mehr Geld. Natürlich gefällt das den („Ur“-)Einwohnern von South-Park nicht. Ein Kampf um ihre geliebte Stadt beginnt. In diesem gilt es auch, ein Heilmittel für SARS zu finden. Diese Krankheit hat 2003 für großen Aufruhr in der Welt gesorgt. Obwohl die Folge sehr witzig war, gab es die ein oder andere langatmige Szene, welche der Folge einen Puntkabzug beschert. Wer sich über „Alex“ wundern sollte: Es handelt sich um eine Cartoonisierung von Alex Glick. Das ist ein kleiner Junge, dessen Vater für ihn eine Rolle in einer South-Park-Folge bei einem Charity-Konzert von Elton John ersteigert hat. Laut Stone und Parker war der Junge ok, sein Vater aber ein „pain in the ass“.

Folge 104: Schwule Verschwörung („South Park is gay“) (10 Punkte)
2003 wurde plötzlich eine Serie über Schwule zum Renner. Wir reden von „Queer eye fort he straight guy“. Zu dieser Zeit wurde auch der Begriff der Metrosexualität geprägt. Diese Episode setzt sich mit diesem ganzen Thema auseinander und überlegt sich, was genau der Unterschied zwischen metrosexuell und homosexuell ist. Stone und Parker bemerken im Mini-Kommentar zu dieser Folge, wie schnell sich die Anschauung gegenüber Schwulen geändert hat. Sorgte „Big gay Al’s Boat Ride“ in der ersten Staffel noch für Furore bei den Zuschauern, so ist es 2003 völlig normal, schwule Charaktere im Fernsehen anzutreffen. Jedenfalls wird natürlich auch South-Park von dem Hype eingenommen. Optisch wird diese Episode dadurch zu einem Kracher. Besonders Jimbo fand ich persönlich extrem gay und witzig. Sehr speziell an dieser Folge sind außerdem die „Crab people“. Viele Fans und Kenner halten diese für die dümmste Idee der gesamten Serie. Stone und Parker erklärten, wie es zu den Crab Peoples kam: Wenn sie versuchen, Ideen für eine Folge zu sammeln, wird häufig eine Art „Dummy version“ der Folge erstellt, indem man sagt: „Am Ende müsste irgendwas kommen, sagen wir Crab people, also so eine Art politische Organisation oder so, die die Welt übernehmen will.“ Normalerweise wird diese Testversion dann noch ausgereift und eine bessere Idee in die Endfassung gearbeitet. In dieser Episode jedoch blieben sie einfach bei den Crab people, weil ihnen nichts Besseres eingefallen ist. Erstmals hat mir in dieser Folge sogar Mister Slave einigermaßen gefallen. Hat mich zum Schmunzeln gebracht. Eine durchweg gelungene Folge. Daher 10 Punkte.

Folge 105: Christen rocken fett! („Christians rock hard“) (10 Punkte)
Für mich die bisher beste Folge der Staffel. Cartman und Kyle schließen eine Wette ab, wem es zuerst gelingt, ein Platinum-Album zu veröffentlichen. Cartmans Idee, eine Christen-Rockband zu gründen erscheint zuerst dumm, nimmt aber wie üblich enorme und vor allem erfolgreiche Ausmaße an. Die Folge ist gespickt von hervorragenden Jokes, beispielsweise das Stereotyp um die schwarzen Bassspieler. Cartman ist mal wieder in Hochform und einige Stars bekommen ihr fett weg. Stone und Parker betonen zurecht, dass es ihnen keineswegs schadet, wenn die Leute sich ihre Serie umsonst aus dem Internet ziehen. Viel mehr ist es sogar gut für sie, weil auf diese Weise die Popularität trotzdem gesteigert wird, was langfristig dann doch wieder Erfolg bringt. Es ist einfach nur lächerlich, wenn Stars Privatleute verklagen, weil sie ihre Musik kostenlos im Internet laden. Das wird in dieser Folge sehr schön parodiert. Besonders auch der Schluss ist sehr gut gelungen, als Butters einen kleinen, aber feinen Auftritt bekommt und auch Token noch mal ordentlich „zuschlagen“ darf. Für mich eine durchweg gelungene, perfekte Folge.

Folge 106: Revolution der alten Säcke (“Grey dawn“) (10 Punkte)
Eine meiner Lieblingsfolgen. 2003 hörten Stone und Parker von einem Vorfall in L.A., bei welchem ein uralter Mann in eine Menschenmenge gerast ist und keine richtige Erklärung dafür hatte. Ähnliches passiert in dieser Folge: Die alten Leute in South-Park fahren einfach sauschlecht Auto. Stone und Parker verglichen das Autofahren eines alten Menschen mit dem Fahren eines jungen Menschen, der „total betrunken ist, verbundene Augen hat und Ohrschützer trägt.“ Es kommt zu zahlreichen Toten und die Stadt findet eine Lösung für das Problem, indem den alten Säcken ihre Führerscheine entzogen werden. Doch diese rasten dann völlig aus. Es ist wirklich wunderbar, wie alte Menschen in dieser Folge veräppelt werden. Ein starker Stereotypwitz jagt den nächsten. Besonders gut haben mir die Sequenzen gefallen, die an Horrorfilme wie „Der weiße Hai“ oder „Night of the living dead“ erinnern (z.B. die Szene im alten Haus). „Red dawn“ heißt allerdings der Film, der die Grundlage für die Aufmachung dieser Folge gebildet hat. In diesem Film wollen Kommunisten Amerika einnehmen, wenn mich nicht alles täuscht. In dieser Folge ist jedenfalls alles enthalten, was South-Park für mich ausmacht, daher erneut volle Punktzahl.

Folge 107: Casa Bonita („Casa Bonita“) (10 Punkte)
Definitiv eine weitere legendäre Folge. Trey Parker ernennt sie im Kommentar auf der DVD sogar zu einer seiner Top-10-Folgen. Hier stimmt mal wieder alles. Kyle will seinen Geburtstag mit drei Freunden im „Casa Bonita“ feiern. Das ist ein Restaurant, das es tatsächlich gibt und in dem Kinder recht gut unterhalten werden. Das reale Restaurant hat den Machern löblicherweise gestattet, den Namen zu verwenden. Doch hier wird mal wieder die Freundschafts-Thematik zwischen Kyle und Cartman angeheizt und es wird klar: Sie sind irgendwie nicht wirklich Freunde. Kyle sagt das ganz klar, deswegen will er auch Butters auf seinen Geburtstag mitnehmen, nicht Cartman. Auf der anderen Seite merkt man im Verlaufe der Folge, dass sich Kyle durchaus wünscht, dass Cartman ein netterer Mensch ist und dass sie tatsächliche Freunde sein können. Cartman belehrt ihn eines Besseren: Er ist völlig lernunfähig und statt tatsächlich netter zu sein, führt er Kyle und Butters hinters Licht, um seinen Traum zu verwirklichen: Casa Bonita. Die Odysee, die der arme Butters (tatsächlicher Name übrigens Leopold Stotch) hier durchleben muss, sucht seinesgleichen. Er kann einem wirklich nur Leid tun. Volle Punktzahl für einen weiteren großartigen Auftritt von Cartman.

Folge 108: Mormonen machen sich was vor („All about the Mormons?“) (10 Punkte)
In dieser Staffel jagt bisher eine geniale Folge die nächste. Dieses Mal werden die Mormonen parodiert. Ein neues Kind namens Gary kommt in die Klasse der Jungs und es stellt sich heraus, dass es sich um eine Mormonenfamilie handelt. Stan wird auserwählt, ihm eine Abreibung zu verpassen, doch Gary ist so unfassbar nett, dass er stattdessen zu einem Familienabend eingeladen wird. Dort wird ihm die Geschichte der Mormonen erzählt. Das gefällt Randy zunächst gar nicht, doch auch er wird in den Mormonen-Bann gezogen. Garys Familie ist nahezu unerträglich perfekt und die Geschichte um Joseph Smith, der schon in der Folge „Super Best Friends“ einen Auftritt hatte, ist äußerst unterhaltsam. Es handelt sich jedoch nicht nur um stupide Parodierung der Religion. Stone und Parker machen auch sehr klar, dass es wohl auf so gut wie alle Religionen zutrifft, dass sie absolut abgedreht sind, wenn man sich genauer mit ihnen beschäftigt. Gleichzeitig spielt es aber nicht wirklich eine Rolle. Solange eine Religion moralisch einwandfreie, nette, hilfsbereite Menschen hervorbringt, ist es egal, ob sie an sich Unfug erzählt oder nicht. Die Folge hat vielleicht ein, zwei Lacher weniger als sonstige 10-Punkte folgen, sie ist aber ein für mich unverzichtbares Gesamtpaket der Serie und verdient die volle Punktzahl.

Folge 109: Kippe weg! („Butt out!“) (5 Punkte)
Leider nun doch die erste schwächere Folge der Staffel aus meiner Sicht. Das Thema „Rauchen“ wird angegangen. Wenn man sich den Mini-Kommentar von Stone und Parker aus der DVD anhört, wird schnell deutlich, wie bedeutend das Thema für die beiden ist. Überraschenderweise obwohl die beiden Nicht-Raucher sind. Es handelt sich auch um einen der seltenen Fälle, in denen ich mit den beiden uneins bin. Rauchverbote finde ich persönlich durchaus angebracht und ja, ich fühle mich belästigt, wenn sich jemand neben mir eine Zigarette anzündet. Wenn er das bei sich zu Hause macht, ist mir das scheißegal, aber nicht, wenn ich nebendran stehe. Ich will das nicht vertiefen. Jedenfalls ist es in der Folge so, dass Anti-Raucher-Kampagnen durch South-Park gehen, angeführt vom überfetteten Rob Reiner. Ihn an sich fand ich in der Folge weniger witzig als seine Begleitcharaktere, die man allerdings nur kurz zu Gesicht bekommt. Cartman findet in Reiner sein erwachsenes Ebenbild und bewundert ihn für seine Art und Weise, anderen rücksichtslos seinen eigenen Willen aufzudrücken. Dadurch gerät er aber tiefer in die ganze Sache, als ihm lieb ist. Stan, Kyle und Kenny erkennen, dass es besser sein könnte, sich rauszuhalten und parodieren auf diese Weise die Serie. Es sind durchaus Lacher dabei, z.B. als Cartman den kleinen Kuchen essen soll oder als sich die Jungs zum Rauchen hinter der Schule treffen. Mir hat allerdings die übertriebene Stellungnahme und der Aufruf zur Eigenverantwortung nicht gefallen. Nicht auf Grund des Inhaltes an sich, sonder weil es zu großspurig verpackt wurde. Stone und Parker – das hätte ich vielleicht früher schreiben sollen – sprechen sich gegen Rauchverbote aus. Außerdem hat die Folge seine Längen. Daher nur 5 Punkte.

Folge 110: Wir sind Grufties! („Raisins“) (9 Punkte)
„Raisins“ soll das Gegenstück zu Hooters sein. Das ist eine Kette in den Staaten, welche die hauptsächlich männlichen Gäste mit den riesigen Hupen der Kellnerinnen erfreuen soll. Die Parodie dieser Kette war die Grundlage für die Entstehung dieser Folge. Stan wird von Wendy verlassen. Das ist schon insofern witzig, da ihre Beziehung schon seit mehreren Staffeln nicht mehr thematisiert wurde und Stan erwidert auch zunächst „Ich habe doch schon seit Wochen nicht mehr mit ihr gesprochen, was habe ich also falsch gemacht?“. Jedenfalls ist Stan ziemlich am Ende und die Jungs schleppen ihn ins Raisins, um ihn dort auf andere Gedanken zu bringen. Das gelingt nicht, dafür ist Butters sehr angetan von dem Lokal und von einer Angestellten – Lexus. Er verliebt sich. Stan hingegen wendet sich den Grufties zu. Diese sind unfassbar witzig und wir werden ihnen noch das ein oder andere Mal begegnen im Laufe der Serie. Den Handlungsstrang um Butters fand ich nicht überragend, daher ein Punkt Abzug in der Bewertung. Meine absolute Lieblingsszene – und auch die von Stone und Parker – ist in dieser Folge wie Jimmy Wendy übermitteln soll, dass sie eine „continuing source of inspiration“ ist. Sein Sprachfehler wird ihm dabei zum Verhängnis, aber ich will nicht zu viel verraten. Jedenfalls eine ordentliche, jedoch nicht überragende Folge, der wir für die Entwicklung der Grufties danken müssen.

Folge 111: Blöder die Kanadier nie klingen! („It’s Christmas in Canada“) (8 Punkte)
Große Angst überkam mich, als ich realisierte, dass in dieser Folge Kanadier eine Rolle spielen. Die Vorzeigekanadier in der Serie sind schließlich Terrance und Philipp, die ich bekanntlich nicht wirklich leiden kann und die fast immer eine grausige Folge mit sich bringen. Doch die beiden Furzknochen sind in dieser Folge nicht beteiligt, dafür sehr wohl zahlreiche Landsmänner. Es handelt sich, wie der Name schon andeutet, um eine weitere Weihnachtsfolge. Ikes leibliche Eltern kommen zu Besuch, um ihren Sohn zurückzuholen. Der neue kanadische Premierminister hat ein Gesetz verabschiedet, welches ihnen die rechtliche Grundlage dafür verschafft. Tatsächlich gab es kurz zuvor 2003 einen neuen Premierminister namens Paul Martin in Kanada, der viele neue Gesetze verabschiedet hat. Ein weiteres Mal beweist South-Park, wie aktuell die Themen sind, die hier verarbeitet werden. Jedenfalls machen sich die Jungs auf den Weg, um den kleinen Bruder von Kyle zurückzubekommen. Erschreckend, wie wichtig sogar Stan Weihnachten ist. Die Unterstützung kommt nur durch die Gier nach Geschenken zu Stande, nicht auf Grund der herausragenden Freundschaft. Bezeichnend auch Cartmans Satz „Es tut mir Leid Kyle, aber du sollst wissen, dass ich dir auch zu jeder anderen Zeit des Jahres nicht geholfen hätte.“ In Kanada werden die dortigen Menschen ordentlich veräppelt, was gefällig daherkommt, aber aus meiner Sicht mit viel zu viel Gesang verbunden ist. Auch gut war der Kerl vom City Wok sowie die „Schlägerei“ am Ende zwischen Kyle und Cartman. Hierfür wurde Cartman ein ganz neuer Mund von Stone und Parker angefertigt. Und nicht zuletzt ist natürlich das Ende großartig, das auflöst, wer denn eigentlich der neue Premierminister von Kanada geworden ist. Auch hier ein sehr aktueller Bezug aus 2003. Ach ja: Kenny stirbt nach langer Zeit mal wieder. Der neue Premierminister lässt ihn mit einem Laserstrahl explodieren.

Staffel 7 hatte mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Die vorderste wird wohl immer sein, die hohen Erwartungen der Fans zu erfüllen. Gleichzeitig hatte man es jedoch mit der Wiedereinführung von Kenny zu tun. Die Entscheidung wurde gefällt, ihn nicht mehr jede Folge umzubringen. Zwar blieb seine Rolle sehr periphär, doch es ist schön ihn wieder dabeizuhaben. Sterben muss er nur in der Weihnachtsfolge. Außerdem galt es, Folge 100 zu gestalten, was nach meiner Meinung nicht schlecht, aber nicht überragend gelungen ist. Die Staffel bietet dafür zahlreiche andere absolut geniale Folgen wie „Casa Bonita“, „Grey dawn“ oder „Guter Krüppel, schlechter Krüppel“. Die Macher haben die Qualität der Serie beibehalten können und es ist zu hoffen, dass es in der achten Staffel so bleibt. Die Staffel hatte mit „Kippe weg!“ lediglich eine etwas schwächere Folge zu rechtfertigen. Insgesamt übernimmt die siebte Staffel damit Platz 4 in meiner ewigen Staffelrangliste.

1. Staffel 3 (9,294)
1. Staffel 4 (9,294)
3. Staffel 1 (9,231)
4. Staffel 7 (9,200)
5. Staffel 6 (9,000)
5. Staffel 2 (9,000)
6. Staffel 5 (8,786)

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