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So sehr wir uns auch bemüht haben, es ist uns nicht gelungen, in unserer Jugend alle Horrorfilme zu sehen. In vielen Fällen war die Indizierung o.Ä. schneller, was bedeutet hat, dass so einige scheinbare Perlen des Slasher-Movies verloren waren, bis sie durch die DVD wieder ans Tageslicht gekommen sind. Einer dieser Filme ist für mich immer "The Mutilator" gewesen. Nun ist er wieder verfügbar, und mein Gott, was für eine Enttäuschung.
Kommen wir zum Plot: Der kleine Ed will seinen Daddy überraschen und erschießt just zu dessen Geburtstag dessen Frau, die auch noch logischer Weise seine Mutter ist. Klar, dass Paps nicht begeistert ist. Während der heranwachsende Ed scheinbar weder ausgeprägte Schuldgefühle noch seelische Schwierigkeiten hat, muss der arme Vater mächtig am Rad zu drehen. Zehn Jahre lang säufte er, wohl isoliert von seinem Sohn, vor sich hin (Kleiner Einwurf, aber der muss sein: Wie bitte kann jemand Alkoholiker und Psychopath sein und trotzdem ein schönes Haus am Meer besitzen, dass weder verwahrlost noch verpfändet ist? Rezept bitte verraten, man weiß ja nie!) und meldet sich dann telefonisch. Der nun 10 Jahre ältere Ed (das Casting würde auch 20 Jahre älter durchgehen lassen) nimmt von seinem Dad den Auftrag an, das Haus am Meer winterfest zu machen (Aha, Schlucki hat demnach mindestens 2 Häuser!). Hör mal Ed: Jeder weiß, dass das eine Falle ist. Aber Ed hört nicht und zockelt mit fünf Freunden, in Summe drei Paare (wo sind die sonst üblichen nervigen Single-Slasher-Opfer oder der saubere ich-kill-den-Killer-Single?), ans Meer. Und jetzt setzt zum ersten Mal die Verärgerung beim Zuschauer ein. Wenn wir zu sechst einige Tage ans Meer fahren, um auch in bißchen Spaß zu haben, fühlen wir uns dann wirklich verwegen, wenn wir stramme 12 Dosen Bier kaufen? Das tolle ist, bei solchen Filmen sind auch bis zum Ende Dosen dar, auch wenn alle trinken! Noch ein Trick, der interessant wäre. Egal, die sechs kommen an und werden ziemlich zackig von Papa dezimiert. Die Methoden sind durchaus ausgefallen (Ertränken, Kettensäge, Machete und Beil, Forke sowie Enterhaken - letzgenannter war schon aufgrund der Ein- und Austrittstelle ziemlich fies). Nur Ed und seine Schnecke bleiben übrig und killen Dad zugegebener Maßen recht spektakulär (die zweite Luft werten wir nicht, die geht physikalisch ohnehin nicht). Film aus.
Es gibt wenige Filme, die das Problem des von mir sehr geschätzten Slashers besser dokumentieren als "The Mutilator". Die Idee ist irgendwann durch. Und wenn man keine inhaltliche Entwicklung wie bei FD13. 1 bis 4 und von mir auch Halloween 1 und 2 entwickeln kann und überhaupt keine eigene Idee hat, dann müssen halt "erschreckendere" Tötungsmethoden ran. Das klappt leider nicht, was Mutilator belegt (man hätte auch Hooper fragen können). Und es hilft mit Sicherheit nicht, wenn der Killer Dad jede zweite Szene präsent ist. Und dann noch mal musikalische Anleihen bei FD13., und die Katastrophe ist vollkommen.
Was fehlt noch zum vollständigen Debakel? Schlechte Schauspieler, mäßige Effekte, miese Kamera und ein schlafender Beleuchter? Alles vorhanden.
Um es kurz zu machen; "The Mutilator" ist Mist. Was ihn von der Höchststrafe schützt ist der Enterhaken. Ansonsten unterste Stufe. 2 von 10 Punkten.

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