Review

Ein weiterer Beweis dafür, dass nicht alles Gold ist was glänzt, auch wenn es aus meinem Lieblingsfilmjahrzehnt stammt. " The Mutilator " ist ein bis heute sehr unbekannter Slasher, der zwischen Amateur und B-Horror schwankt. Buddy Cooper führte hier nicht nur Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch und produzierte im Alleingang. Damit die Kohle reicht musste er sogar einige Familienmitglieder als Schauspieler verpflichten. Bis heute ist dies der einzige Beitrag zur Filmwelt von Cooper, der in den USA sogar im Kino lief. Bei uns gab es nur eine stark gekürzte Videoauswertung, die obendrauf noch indiziert wurde. Auch die ungekürzte Dragon DVD enttäuscht mit einem sehr verwaschenen Bild und schwachem Ton. Aber diesen Film will man sich eh nur einmal ansehen. Man muss schon ein hartgesottener Fan des Genres sein, um sich hier gut zu unterhalten.
Story:
Der kleine Ed will seinem Vater (Jack Catham) eine Freude zum Geburtstag machen und reinigt deshalb dessen Waffen. Doch dabei löst sich ein Schuss und dadurch mit Ed´s Mutter erschossen.
Zehn Jahre später ist für Ed (Matt Mitler) die Welt wieder in Ordnung, nur mit seinem Vater hat er schon lange keinen Kontakt mehr gehabt. Doch der ruft ihn plötzlich an und will, dass Ed sein Haus am Meer winterfest macht. Ed ergreift mit seinen Freunden die Initiative und reist ans Meer. Neben den Arbeiten am Haus wollen sie dort einen kleinen Kurzurlaub verbringen, doch auch Ed´s Vater Jack ist zugegen. Er ist völlig durchgedreht und beginnt die Teens auf grausame Weise abzuschlachten. Bald ist nur noch Ed mit seiner Freundin übrig. Der Tag der Rache ist gekommen.

Das Ganze wäre ja noch akzeptabel, wenn nur die Darsteller nicht so unglaublich mies wären. Wir haben es hier mit absoluten Amateuren zu tun, die erstens schon viel zu alt sind um Teenies darzustellen und zweitens es mit den Darbietungen völlig übertreiben. Vor allem Matt Mitler ist mir auf den Sack gegangen. Die vielen dämlichen Gags, das typische 08/15 Geplänkel und man ist mal wieder nur auf Sex aus, trinkt Bier am laufenden Band und rülpst zudem noch in der Gegend herum. Die Dialoge könnten kaum schlichter sein, außerdem gibt es viel zuviel davon. Denn bis Jack endlich mal zuschlagen darf vergeht der halbe Film. In der ersten Hälfte lässt Cooper den nervigen Teenis (leider) freien Lauf und der Zuschauer langweilt sich zu Tode. Allein schon dieses "Blinde Kuh Spiel" ödet unheimlich an und dient nur dazu den viel zu kurzen Film auf eine vernünftige Länge zu bringen. Leider kommt zudem kaum Spannung auf. Wir wissen ja schon vorher wer der Täter ist und bekommen ihn auch noch andauernd zu Gesicht. Dazu kommen noch einige Logikfehler wie zum Beispiel an der Tankstelle kocht der Kühler des Autos und ein paar Sekunden später fährt man schon wieder weiter.
Immerhin hat sich Cooper da eine ganz nette Kulisse ausgesucht. Nämliche eine einsame Strandsiedlung, in der zu dieser Jahreszeit kein Mensch haust. Aber es fehlt die Bedrohlichkeit. Atmosphäre ist durchaus vorhanden, aber man müsste das Ganze noch wesentlich unheimlicher gestalten. Der Score ist gutes Mittelmaß, könnte aber etwas mehr Abwechslung vertragen.
Eigentlich schaut man sich so einen Film nur wegen der Goreeffekte an und in der zweiten Hälfte wird man damit auch recht gut bedient. Dabei kann sich die Qualität auch sehen lassen, wobei manchmal die Puppe deutlich zu sehen ist. Aber Cooper übertüncht das geschickt und geht sehr rabiat zur Sache. Jack zieht mit allerhand brutalem Werkzeug gegen die Teens zu Felde. Da bekommt Jemand mit der Axt den Kopf angeschlagen, eine Mistgabel durch den Hals gerammt, eine Kreissäge kommt zum Einsatz, sowie ein überdimensionaler Fischhaken. Die F/X Crew lässt sich nicht lumpen und Cooper hält voll drauf. Die meisten Morde geschehen in Nahaufnahme, leider ist manchmal das Bild einfach zu dunkel.

Fazit:
Es bleibt trotzdem nur ein unterdurchschnittlicher Slasher. Die Darsteller sind nicht nur mies, sondern nerven auch gewaltig mit overacting. Die Strandkulisse wurde teils verschenkt, da hätte man mehr daraus machen können, auch der Score ist höchstens solide. Über die vorhersehbare Story fast ohne Spannung wollen wir mal gar nicht diskutieren. Die Goreeffekte sind ganz nett geworden und ziemlich blutig. Aus dem ganzen Film hätte man mehr machen können, gefallen hat er mir persönlich nicht sonderlich, obwohl ich mir Slasher sehr gerne ansehe.

Details
Ähnliche Filme