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Im Jahr 2217 bestreiten sechs junge Kadetten ihren ersten Weltraumeinsatz. Als ein gegnerisches Raumschiff ihre Flotte beschießt, halten die Rekruten das zunächst für ein Trainingsmanöver. Ein Irrtum, der für die leitenden Offiziere tödlich endet. Allein auf sich gestellt, beginnt für die Kadetten eine nahezu aussichtsloser Kampf gegen einen überlegenen Gegner.

Sich mit Star Command anzufreunden ist eine gar nicht mal so einfache Aufgabe. Im Zentrum haben wir sechs Jungspunde, die frisch aus der Calvin Klein Unterwäschekollektion geschlüpft zu sein scheinen und irgendwie ein Feeling verbreiten als drehen wir hier Power Rangers in Space nur ohne farbige Strampelanzüge. Immerhin tragen die jungen Damen wohl die sexieste Uniform mit den kürzesten Röcken seit Mondbasis Alpha, wirken aber durch die Bank weg einfach zu jung für ihre Rollen.
Zumindest wird dieser Fakt durch die Geschichte der Trainingsmission und dem Tod der beiden leitenden Offiziere einigermaßen abgedeckt. Ansonsten bietet sich die typische Gut gegen Böse Story, wie sie seit Star Wars immer wieder verfilmt wird und auch immer wieder unverwüstlich ist. Hier wird dabei starke Schwarz/Weiß-Malerei betrieben. Die wackere, edle Erdföderation gegen die fiesen Kameraden aus den ehemaligen Kolonien, die so etwas wie Klingonen abgeben und einfach nur fies sind um des Fiesseins Willen. Erkennbar ist die schon an den Uniformen, die Good Guys tragen glänzendes weiß, während die Baddies in schwarzen Mänteln rumhoppeln, die beim Reichsparteitag 1939 auch nicht fehl am Platze gewesen wären.
Wenn man sich aber mit dem simplen Szenario einigermaßen warmgemacht hat, sieht Star Command eigentlich recht flüssig aus. Logisch das einige Längen auftreten, denn schließlich sollte der Film eigentlich ein Serienpilot gewesen sein, ging aber nie selbst in Serie. Da muß man sich schon ein wenig Zeit für die Charaktere nehmen. Lediglich die Holo-Einstellungen sind fehl am Platz und könnten mühelos weggelassen werden. Sonst gilt eben das Star Wars erprobte Szenario, von einem Haufen Underdogs, die sich mit halbkaputten Schiff gegen eine fünf Schiff starke Armada durchsetzten müssen und dies mit einfachen Klein-Mäxchen Tricks (eintauchen in Kometenschweif, erzeugen von Holoverstärkung) das auch schaffen. 
Die CGI war allerdings auch 1996 schon nicht mehr ganz zeitgemäß. Die Weltraumeffekte erinnern mehr an eine Zwischensequenz aus einem Computerspiel. Die Figuren sind dabei recht eindimensional, jeder hat seine Spezialfähigkeiten, aber außer einer Kadettin, die von großen Unruhen in LA berichtet, bleibt der ganze Haufen recht blass. Für den kurzen SciFi Snack zwischendurch fand ich Star Command ganz ok, aber eine anschließende Serie hätte es wirklich nicht gebraucht.
6/10

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