Das Leben eines Kinderschänders wortkarg und düster in einem provokativen Kurzfilm der nicht mit tabu losen Schockszenen spart, aber nicht im Geringsten versucht eine schlüssige Erläuterung abzuliefern – genauso Massen unkompatibel wie es klingt, so ist auch das Endergebnis ausgefallen. Wenn man bedenkt von wem dieser Film realisiert wurde, dann wundert man sich weder über den Stil noch über den krassen Inhalt.
Mitch Davis inszenierte mit „Divided Into Zero“ sein Regiedebüt und Karim Hussain war für die Ausleuchtung und die Kamera verantwortlich. Davis fungierte als Mitproduzent bei Hussains Debütwerk „Subconscious Cruelty“ und arbeitete auch mit an dem genialen Kurzfilm „The City Without Windows“. Wir haben es also mit engarierten Independent-Filmemachern zu tun die mit ihren Werken konkret gegen den Manstream protestieren.
Obwohl es sich um eine No Budget Produktion handelt ist die visuelle Seite sehr gelungen, durch die grobkörnigen Bilder und die flimmernden Schnitte entsteht eine verstörende Atmosphäre allgegenwärtiger Bedrohung. Auch die Soundkulisse kann man als durchaus gelungen bezeichnen und die Schauspieler agieren alle sehr glaubhaft.
Im Gegensatz zu dem stark innovativen Episodenfilm „Subconscious Cruelty“ muss man die simple Erzählweise kritisieren, denn „Divided Into Zero“ wird recht unoriginell in unregelmäßigen Rückblenden entblättert ohne aber richtige Stringenz in der Handlung zu zeigen. So bleiben viele einzelne Szenen zwar wirkungsvoll, Mitch Davis schafft es aber inszenatorisch nicht so geschickt wie Hussain seine Tabubrüche gut dosiert in die Handlung einzuflechten.
Auf die spärlich eingesetzte Erzählerstimme hätte man durchaus verzichten können, als Stummfilm ohne jeglichen Ansatz psychologischer Analyse wäre das Endergebnis sicherlich stimmiger geworden. Als Film an sich hinterlässt Davis’ Debüt einfach zu wenig in den Köpfen der Zuschauer, negativ fallen weiterhin einige klischeehafte Andeutungen in Bezug auf die Motivationen des Täters auf.
Fazit: Insgesamt ist „Divided Into Zero“ ein zwiespältiger Film der über unbestreitbare optische Qualitäten verfügt, jedoch nicht auf ganzer Linie überzeugen kann. Wer sich für experimentelle Kunst interessiert sollte aber schon einen Blick wagen.
6,5 / 10