Dass japanische Filmemacher oft ziemlich strange Ideen haben, ist bekannt. "Uzumaki" jedoch ist einer der eigenartigsten Visionen aus asiatischem Lande. Basierend auf einem Manga-Comic beschreibt "Uzumaki" die Kleinstadt Korouzo, die von einem Fluch befallen wird.
Ein Fluch, der mit Spiralmustern zu tun hat. Toshio Saito ist besessen von Spiralformen und sammelt alles, was sich kreiselförmig dreht. Er sitzt sogar stundenlang vor einer Schnecke, nur um ihr ebenfalls spiralförmiges Schneckenhaus abzufilmen. Immer mehr verfällt er dem Wahnsinn und lebt seine Obsession darin aus, in dem er sich in einer drehenden Waschmaschine umbringt. Nach seiner Feuerbestattung geht seine Asche (ebenfalls spiralförmig) in den Himmel über der Stadt auf. Die Bewohner werden zunehmend seltsamer. Toshios Frau entfernt sogar sämtliche Spiralen von und aus ihrem Körper, in dem sie zum Beispiel ihre Fingerkuppen abtrennt und ihre Haare abschneidet um jegliche Wirbel zu vermeiden. Toshios Sohn Shuichi und seine Jugendfreundin Kirie versuchen dem Mysterium aufzulösen. Jedoch werden sie selbst in einen buchstäblichen Teufelskreis gezogen...
Regisseur Higuchinsky debütiert mit dem irren "Uzumaki" auf dem Regiestuhl. Zwar erschafft er nicht eine vergleichbare, gespenstische Atmosphäre, wie in dem artverwandten "Ringu", jedoch ist die bedrückende, böse Optik hier wirklich Hauptbestandteil der Faszination für diesen Film. Die visuelle Wucht erschließt sich aus kreisenden Kamerafahrten, Morphing-Effekten, und, und, und. Überall kann der Zuschauer Spiralen und Kreisel entdecken. Sei es das Vorderrad des Fahrrads, die Wendeltreppe in der Schule, die gekräuselten Haare der Mitschülerin, oder die sich drehenden Augen Toshios. Jede Szene ist durchgestylt. Präzise optische Effekte, grausige Blutszenen und eine intelligent geschnittene Kindheitsrückblende, in der Regisseur Higuchinsky jedes zweite Einzelbild entfernen ließ um eine foto-hafte Entfremdung entstehen zu lassen, erwirken ein Höchstmaß an Irritation und Grauen. Hinzukommt, dass die Kleinstadt fürchterlich verwinkelt und unübersichtlich wirkt. Fast wie ein Irrgarten scheinen die kurzen Gehwege angeordnet zu sein. Der mysteriöse See und die düstere Schule, machen das Maß voll.
Am Ende schließt sich der Kreis, und der Zuschauer weiß kaum mehr, was er da gesehen hat. Die Drehbuchautoren waren nicht gnädig mit uns, und lassen uns diesen Film nicht entschlüsseln. "Uzumaki" ist ein inhaltliches Geheimnis mit einer brillanten Optik, einem Stil, der seinesgleichen sucht. Wer mal wieder von ungewöhnlichen Bildkompositionen angezogen und verwirrt werden will, für denjenigen ist dieses kreisförmige Puzzle genau das richtige.