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In einem kleinen abgelegenen Ort mitten in Japan, abgeschottet vom Rest der Welt durch einen schwarzen Tunnel, passieren merkwürdige Dinge. Alles beginnt damit, dass ein normaler Familienvater plötzlich beginnt Spiralen- und Wirbelformen zu sammeln und zu untersuchen. Er macht gar einen Kult daraus und steckt andere damit an. Doch es kommt noch schlimmer: In Wahrheit lastet auf der ganzen Stadt bereits der Spiralenfluch...

Um den Spaß aus dem Film nicht zu nehmen, sei hier nicht mehr zum Inhalt verraten, der völlig absurd und unberechenbar in "Uzumaki" erzählt wird. Aufgeteilt in vier Akte stilisiert Higuchinsky den Horrorstreifen bis aufs i-Tüpfelchen hoch. Er spielt mit den Stilelementen und Klischees des Genres, oft übertreibt er sie auch bewusst. Ähnlich wie in "Die Mächte des Wahnsinns" entsteht eine abgedrehte eigene Welt, wo Logik keine Rolle mehr spielt und das Chaos die Macht besitzt. Und ebenfalls wie in Carpenters Klassiker bleibt Uzumaki trotzdem ein Horrorfilm, also er ist weiterhin spannend, gruselig und beinhaltet den ein oder anderen genialen Schockmoment. Aber er ist gleichzeitig eine bitterböse Farce auf das Genre, mit herrlich übertriebenen, stereotypen Charakteren, aufgesetzten Sentimentalitäten und regelmäßigen Leichenfunden (Auch für die Splatterfans da draußen ist also etwas lustiges dabei...). Da gibt es etwa den dummen Jungen, der ständig andere erschrecken will (und somit für lauter blöde Pseudo-Schockmomente sorgt), aufgeplatzte Schädel, kreischende Frauen, eine triefende Liebesgeschichte und ein wenig hausgemachte Mythologie am Rande. Dazu kommen eine schön schräge und verrückte Soundkulisse, sowie poppig-bunte, übertriebene Computer-SFX, um das Ambiente zu unterstützen. Wenn man bei einigen Szenen genau hinsieht, bemerkt man sogar ab und zu versteckte, kleine Spiralen im Bild.

Fast noch stärker als Carpenter schafft Higuchinsky hier eine solide, irrsinnige Gruselstimmung, die eben nicht nur von primitiven Gewaltdarstellungen lebt, sondern durch unvorhersehbare, verzerrte Abstrusitäten wirkt. Die Spannungskurve des Films steigt dabei stetig an, treibt den Zuschauer Stück für Stück mehr in den Wahnsinn, bis der Film am Ende nichts anderes mehr ist, als ein makaber-absurdes Comic. Die visuelle Umsetzung ist also wirklich ausgefallen, der Film einfach nur schräg-schauriges, kreatives Unterhaltungskino. So macht Horror Spaß - bis auf ein paar kleine Längen und einige unpassende Umsetzungen, über die man hinweg sehen kann. 9/10

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