Review

Auf dem kleinen Städtchen Korouzo liegt ein Fluch, so sagt man. Das Schulmädchen Kiri erzählt die Geschichte ihres Heimatstädtchens. Dort scheint es mit Spiralen eine besondere Bewandtnis zu haben, denn sie bestimmen das Leben der Menschen, aber nicht nur beiläufig, sondern besonders einnehmend und in verschiedensten Lebenslagen. So z. B. bei Schiuchi, dessen Vater besessen von spiralförmigen Artefakten ist und schließlich spiralförmig zerquetscht in der Waschmaschine das Zeitliche segnet, bevor er als Rauch aus dem Krematorium dampft, spiralförmig versteht sich. Die Mutter entwickelt eine Spiralphobie und diversen Mitschülern von Kiri wachsen gedrehte Schneckenhäuser am Körper. Schier unglaublich ist die Vielfalt, die hier dem mystischen Muster beigemessen ist. Ebenso faszinierend ist die Weise, mit der die Geschichten der Menschen eingefangen sind. Regisseur Higuchinsky zaubert wahre Tricks aus der Kiste und die gezielte Kamera und der Schnitt unterstreichen die Dynamik der Darstellung mit ausgefallenen Blickwinkeln und ungewöhnlichen Tempowechseln. Herrlich absurd und immer mit einem Augenzwinkern präsentiert der Regisseur hier einen Mysterystreifen abseits von diversen "Ring"-Klonen. Statt dessen baut er eine Story auf, die von der Unvorhersehbarkeit lebt, scheinen in dem kleinen Nest die Regeln der Natur doch etwas auf den Kopf gestellt zu sein. Die Mischung aus düsteren Gruselanleihen und bizarren Scherzchen bis hin zu Schockmomenten und vereinzelt blutigen Ableben fügen sich schlüssig ineinander, was eigentlich kaum vorstellbar scheint. Die gorigen Szenen sind unvermittelt und schön akzentuiert gesetzt, dabei jedoch nie im Vordergrund des Geschehens. Es wird kein Actionhorror geboten, sondern die menschlichen Schicksale werden auf sich selbst gestellt ihren Wandlungen überlassen. Keine großen Gesten mit Polizei oder Militär, die Katastrophen verhindern, sondern schlicht der normale Wahnsinn im eigenen Haus. Wer da auf Logik oder die erlösende Aufklärung am Schluß hofft, wird im Stich gelassen mit einem vor allem optisch beeindruckenden Mysterium.

Fazit: Wer einfach mal einen anderen Mysteryfilm sehen möchte, wird beim bizarren "Uzumaki" fündig. 8/10 Punkten

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