Als Vivian Jamison, ein sehr bekanntes Ex-Model und Frau eines reichen Geschäftsmannes, tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf den vorbestraften 17-jährigen High School Schüler Michael Nowlin, der für die Jamison Familie gearbeitet hat. Obwohl Michaels Mutter Sandra fest an seine Unschuld glaubt, verstärken sich mit voranschreitenden Untersuchungen die Beweise gegen Michael: Er war in der Mordnacht bei Vivian und man findet bei einer Hausdurchsuchung auch die vermutliche Mordwaffe bei ihm Sofort lässt der hartnäckige Detective Bruning Michael verhaften, und die Aussagen seiner Mutter, die schon einmal für ihren Sohn falsch ausgesagt hat, zählen für ihn ohnehin nicht. Obwohl sie selbst von Michael belogen wurde und trotz der schwerwiegenden Beweislage lässt Sandras mütterlicher Instinkt sie immer noch an seine Unschuld glauben. Sie trifft selbst Nachforschungen an und findet sich schon bald mitten in der dunklen Vergangenheit Vivians wieder, in der die tödliche Gefahr lauert.
Bei dem Titel denkt man automatisch an deutsche Vorabendsoaps in Spielfilmlänge, der Originaltitel a Murder upstairs ist allerdings genauso unpassend. Verbotene Liebe klingt wie ein Thrillerdrama und ist es auch. Präsentiert im Anzug eines biederen TV-Films, entspinnt sich eine Mischung aus Mörderhatz und Familienzusammenhalt. Zu Beginn gibts den Streit zweier Lover, einer verheirateten Frau und ihrem minderjährigen Stecher Michael, der scheinbar in Gewalt endet, allerdings blendet die Kamera im entscheidenden Moment weg. Nachdem sie tot aufgefunden wird, findet sich Michael dank drückender Indizien bald als Mordverdächtiger Numero uno im Knast wieder.
Hier macht der Film allerdings gleich zwei entscheidende Fehler, die die Spannung nahezu komplett rausnehmen. Statt zentral die Frage offen zu lassen, was in jener Nacht passierte und ein Whodunit Mystery aufzuziehen, zeigt der Film unnötig frühzeitig in Rückblenden, das Michael tatsächlich unschuldig ist und sogar der Mörder wird gleich mit präsentiert. Alles was danach folgt ist weniger Thriller, sondern nur der Kampf der Mama um die Unschuld ihres Lendensprosses auf eigene Faust zu beweisen. Der Sohn jedoch zeigt sich den ganzen Film als unreifer aggressiver Bengel und erzeugt keinerlei Sympathien, so daß mir sein Schicksal komplett am Allerwertesten vorbeiging. Warum das Script so einen Depp zum Helden stilisiert hab ich jedenfalls nicht verstanden.
Überhaupt sind die Charaktere nicht das Gelbe vom Ei, die Mutter verhält sich komplett irrational und läuft mit aufgerissenen Rehaugen durch die handlung, die Anwältin hat einen Hang zur Arroganz und Michael ist Michael (hab ich ihn eigentlich schon Depp genannt?). Die Darsteller agieren dabei auch recht durchschnittlich, die bekannteren Namen Boxleitner und Ashby halten sich mit Screentime stark zurück. Meist werden von ihnen Dialoge im Zehnerpack vorgetragen, was natürlich auch stark aufs kaum vorhandene Tempo drückt. Spannung kommt auch lediglich an zwei Stellen auf, als Spürnasen-Mom sich in einem Haus vor dem Mörder verstecken muß und im Finale natürlich, das allerdings auch kein Höhepunkt darstellt.
Ein großer Wurf ist Verbotene Liebe natürlich nicht geworden, bestenfalls durchschnittliche Thriller Kost, die nun wirklich keinen beeindruckt, der zumindest mal fünf Minuten bei Sieben reingeschaut hat.
4/10