Review

Nachdem Regisseur Kevin Hooks mit „Passagier 57“ einen kurzweiligen aber guten Actionfilm abgeliefert hat, versucht er sich hier mit „Fled - Flucht nach Plan“ in einer Actionkomödie.

Einem kubanischer Mafiagangster soll nun endlich nach einigen illegalen Geschäften der Prozess in Amerika gemacht werden.
Als ein wichtiger Zeuge gegen ihn aussagen soll, wird dieser von seinen Männern getötet. Jetzt braucht die Staatsanwaltschaft schnell neue Beweise, die auf einer Diskette abgespeichert sind.
Nur muss man diese besagte Diskette innerhalb von kürzester Zeit in die Finger bekommen. Und nur Mark Dodge (Stephen Baldwin) weiß wo sich diese befindet. Deshalb schleust man den Undercover Bullen Charles Piper (Laurence Fishburne) als Häftling in den Knast ein.
Bei der täglichen Arbeit schaffen es die beiden gemeinsam zu fliehen um Dodge´s Kohle, die er dem Gangsterboss stibitzt hat untereinander aufzuteilen.

Als erstes muss man sagen, dass die Story einfach nur schlecht ist. Da wären so Dinge wie, dass die gesamten Buchhaltungsdateien der Firma des Mafiagangster´s auf einer einzelnen 3,5 Diskette abgespeichert sind. Wie die da wohl alle drauf gepasst haben, ist mehr als fraglich. Zudem ist Charles Piper sehr neugierig was seinen an sein Handgelenk angeketteten Sträfling Mark Dodge betrifft, z.B. kann Piper Erste Hilfe leisten, spricht fließend spanisch etc. Also durchschaut man schon nach kürzester Zeit, dass Piper wohl ein Bulle ist. Zudem retten beide ein vor dem Auto rennenden Jungen, einfach so. Als nächstes laufen sie Cora (Salma Hayek) über den Weg. Die nimmt beide einfach bei sich zu Hause auf, ohne irgendwelche Angst oder Gewissensbisse zu haben, dass die beiden Sträflinge ihr was antun könnten. Auch was beide verbrochen haben, hinterfragt sie nicht. Stattdessen verliebt sie sich noch in einen von beiden.
Natürlich gibt es unter den eigenen Bürokraten jemanden, der falsch spielt und ganz andere Interessen verfolgt.

Die Action besteht aus Verfolgungsjagden, Kloppereien, Shootouts und einigen Stunts.
Die Verfolgunsjagden sind entweder zu Fuss (bei der Flucht zu Beginn des Films) oder werden mit Autos, oder auch mit Motorrädern ausgetragen.
Die sind rasant inszeniert und können auch am meisten überzeugen.
Die Kloppereien sind ganz nett gemacht, aber bestehen nur aus Faustschlägen und sind somit auch nichts besonderes.
Die Shootouts sind, wenn sie mal zum Einsatz kommen, ziemlich blutig geraten und auch in Zeitlupe gefilmt.
Die Chemie zwischen Laurence Fishburne und Stephen Baldwin will nie so richtig zünden. Fishburne gibt sich zwar Mühe, agiert allerdings nur auf Popcorn Niveau. Baldwin ist meiner Meinung nach schauspielerisch einfach nur schlecht, obwohl er überhaupt nicht gefordert wird.
Will Patton gibt als Det. Matthew Gibson eine gute Leistung ab, und die Bösewichte gehen in Ordnung, während Salma Hayek etwas hysterisch spielt.

„Fled - Flucht nach Plan“ schafft es nur knapp über den Durchschnitt zu kommen. Das Script ist einfach zu einfallslos und der Humor sorgt nicht mal für einige Lacher. Zwar sind Baldwin´s Sprüche bezogen auf einige Filme wie „der Pate“ oder „Auf der Flucht“ ganz OK, doch leider verfallen sie meist ins Bodenlose und können nie wirklich zünden.
Nur zwischen den Actionszenen unterhält der Film gut, doch die sind etwas zu rar gesät und man hat schon deutlich besseres gesehen.
Somit ist der Film nur ganz nett, mehr nicht.

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