„Fled – Flucht nach Plan“ markiert Regisseur für Kevin Hooks mal wieder Auftrieb nach dem Fehltritt „Power Cop“.
Stimmig ist schon der Anfang: Ein Kronzeuge wird in einer abgelegenen Militärbasis befragt, doch dann jagt ein Killer ihn, die Bewacher und die Staatsanwältin in die Luft. Die Explosion ist nett anzusehen, aber was danach kommt noch viel mehr: Die Kamera durchfährt das brennende Gebäude, was in atmosphärischen Bildern festgehalten wird, während im Hintergrund coole, unaufdringliche Musik läuft. Der Staatsanwaltschaft fehlt nun der Kronzeuge, aber dieser Aspekt wird erst mal außen vor gelassen.
Denn nun fokussiert sich „Fled“ auf die beiden Protagonisten, beide Sträflinge: Der Ex-Cop Charles Piper (Laurence Fishburne) und der Hacker Mark Dodge (Stephen Baldwin). Die beiden kriegen sich beim Arbeitseinsatz in die Wolle und werden aneinandergekettet. Als dann Milliner (Jon Huffman), ein weiterer Gefangener, durchdreht und mehrere Wärter erschießt, fliehen sie mehr oder weniger freiwillig aneinandergekettet. Damit wären schon die Fronten für das Buddy Movie geklärt und nebenbei gibt es eine ordentliche Schießerei mit einigen blutigen Einschüssen zu bewundern.
Von nun an hetzen die beiden davon, die Polizei und das FBI im Nacken. Aufgrund eines früheren Vergehens sind Dodge doch auch Mafiakiller auf den Fersen, die eine Diskette von ihm haben wollen. Der ermittelnde Polizist Matthew Gibson (Will Patton) findet mehrere Indizien dafür, dass die Flucht inszeniert wurde. So gibt es für Dodge und Piper bald nur ein Ziel in dem Getümmel: Überleben!
Als eine Art Neuauflage von „Flucht in Ketten“ ist „Fled“ im Endeffekt nicht mehr als ein normales Buddy Movie, doch ein verdammt unterhaltsames. Die Story ist flott, relativ spannend und bietet einige gute Wendungen. Der absolute Nervenkitzel bleibt zwar aus (hätte irgendjemand was anderes erwartet?), doch Spaß macht „Fled“ allemal. Dies liegt vor allem an der Inszenierung durch Kevin Hooks („Passagier 57“), der den Film durchweg in durchgestylte und coole Bilder taucht.
Die Komik fußt in erster Linie auf den Streitereien zwischen Dodge und Piper. Die Wortgefechte sind zwar nicht so urkomisch wie anderen Buddy Movies der Marke „Bad Boys – Harte Jungs“ oder „Last Boy Scout“, aber dennoch zum Schmunzeln. Zudem gibt es ein paar Anspielungen auf andere Filme; teilweise in Dodges „Kennst du nicht den Film...“-Sprüchen.
An Action gibt es Prügeleien, Schießereien und Verfolgungsjagden zu bewundern. Die Kämpfe kommen zwar ohne Martial Arts aus, bieten aber dennoch nettes Augenfutter für den Genrefan. Ansprechender sind die Shoot-Outs, die mit Geschick inszeniert sind (gute Verwendung von Zeitlupe etc.). Auch die Verfolgungsjagden per Motorrad und Auto sind sorgfältig gefilmt und bringen einiges an Tempo auf den Schirm.
Laurence Fishburne und Stephen Baldwin geben ein tolles Onscreen-Duo ab, auch wenn ihr Schauspiel nicht über „Popcornkino-Qualität“ hinauskommt. Schauspielerisch gehoben ist an sich nur Will Patton. Doch die Fieslinge sind herrlich fies, Salma Hayek als bald aufkreuzende Verbündete süß und die Staatsanwälte und ähnliche Bürokraten schön arrogant.
So ist „Fled“ schlicht und einfach eine gute Actionkomödie mit einer guten Story, überzeugender Action und netten Gags. That´s Entertainment!