Review

Flucht in Remake-Ketten

Zwei Flüchtlinge - der eine schwarz, der andere weiß - zusammengekettet auf der Fluch durch Amerikas Hinterland - dieses Konzept kennt jeder Filmfan nur zu gut. Doch Kevin Hooks actionlastige, durchaus harte, aber lässige Version dieses zeitlosen Themas hat durchaus seine ganz eigenen Marotten, Momente und Männerqualitäten…

Im Gleichlauf durch den Matsch

„Fled“ ist mir viel sympathischer als er eigentlich jedes Recht hätte. Die Chemie zwischen den zwei sehr unterschiedlichen Flüchtigen wirkt sehr frisch, echt und spontan. Vor allem Fishbourne war zu der Zeit schon eine echte Personifizierung der Coolness. Eine junge, sehr süße Salma Hayek in einer Nebenrolle gibt immer Bonuspunkte. Und wenn geschossen wird, dann gibt’s meist massive Zeitlupen und blutigste Durchschüsse in bester 70er-Manier - samt etwas zu der Zeit unumgänglicher John Woo-Würze. Und für Filmfans gibt’s erstaunlich viele direkte und nonchalante Zitate der (filmhistorisch-nerdigen?) Figuren, vom erst ein paar Jahre zuvor erschienenen „Auf der Flucht“ bis zu „The Godfather“. Nur sein eigentlich Vorbild wird natürlich mit keiner Silbe erwähnt - die Schlawiner! Über „Fled“ muss man sicher keine Mediabook-Inlets schreiben, etwas Staub hat er mittlerweile angesetzt - aber Spaß macht er durchgängig und zielstrebig! 

Fazit: flott und feuerfreudig - ein gutes, urbanes, selbstbewusstes Remake. Alter Wein aus (in den 90s) neuen Schläuchen. Die Chemie passt, die Einschusslöcher sind faustdick und das Konzept funktioniert in jedem Jahrzehnt, leider inklusive der Hautfarbenthematik. Dennoch fehlt natürlich ein gewisser Überraschungseffekt. Und eventuell auch etwas Budget. Trotzdem jut. 

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