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Bei einem Urlaub trifft eine Familie in der Wüste von Nevada auf einen psychopathischen Polizisten, gespielt von Ron Perlman, der sie in seine Stadt, Desperation, bringt und sie dort zusammen mit ein paar anderen Menschen in ein Gefängnis sperrt, nachdem er eines der beiden Kinder getötet hat. Dann müssen die Gefangenen jedoch feststellen, dass noch wesentlich ältere und abgrundtief bösere Mächte als den Polizisten gibt, die in Desperation ihr Unwesen treiben.

Wenn man in der Fernsehzeitung, oder auf einem DVD-Cover schon "Stephen King" liest, drängen sich einem förmlich die Bilder billiger, langatmiger und belangloser B-Movies ins Gedächtnis, auch wenn es sicherlich positive Ausnahmen, wie "The Green Mile", "Die Verurteilten" oder "Carrie" gibt. Aber auf "Desperation", der in Deutschland nicht einmal ins Kino kam, trifft diese typische Assoziation einer Stephen King-Verfilmung leider voll und ganz zu.

Dabei startet "Desperation" gar nicht mal so schlecht. Ohne längere Umschweife kommt der Film direkt zur Sache, die Familie wird entführt und Ron Perlman ist als psychopathischer und sadistischer Polizist so furchteinflössend, dass sich Regisseur Mick Garris, der schon die Stephen King-Verfilmungen "Stephen Kings Schlafwandler", "Stephen Kings The Stand - Das letzte Gefecht" und "Quicksilver Highway" in Szene setzte, kaum bemühen muss, um eine gespannte Atmosphäre aufzubauen und mit dem einen oder anderen gezielten Schockmoment unterhält "Desperation" anfangs bestens.

Doch dann sinkt der Spannungsbogen zunehmend. Garris kurbelt das Tempo immer weiter herunter und tritt auf der Stelle und auch der großartig, beinahe diabolisch aufspielende Perlman kann den sinkenden Unterhaltungswert nicht retten. Stattdessen darf man sich pseudo-vielschichtige Dialoge über Schicksal, Gott und Religion anhören, ein paar Ausbruchversuche beobachten und die übrigen, eher schwachen darstellerischen Leistungen ertragen. Die wenigen guten Wendungen, die einmal mehr ein Beweis dafür sind, dass Stephen King nichts Neues mehr einfällt, gehen dabei leider unter und können kaum zünden.

Zum Ende hin kommt noch einmal ein Ansatz von Spannung in den eher mäßigen Film, es gibt die eine oder andere, wenn auch nicht sonderlich gut gemachte Action-Szene und Garris beschleunigt noch einmal das Tempo. Dennoch ist der Film nach einem hervorragenden und spannenden Start sehr enttäuschend und ist nicht mehr und nicht weniger als ein billiges B-Movie, das eigentlich nur für Stephen King-Fans zu empfehlen ist.

Fazit:
Mit einer flachen Story, die einmal mehr zeigt, dass Stephen King nichts mehr einfällt, einem bis auf den hervorragenden Ron Perlman eher schwachen Cast und einem langweiligen Mittelteil ist "Desperation" ein höchstens mittelmäßiger Horror-Film, der nach einem starken Start zunehmend abbaut und nicht über solide bis mäßige Unterhaltung hinauskommt.

48%

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