Review


Enttäuschend bis ärgerlich.

Nach einem gelungenen Auftakt, der große Spannung aufbaut  - Ron Perlman spielt den Deputy Collie Entragian gekonnt widerlich und bedrohlich - versandet die "Desperation"-Verfilmung in langatmigen Szenen. Ab dem Punkt, wo sich der Junge David Carver durch die Gitterstäbe seiner Gefängniszelle zwängt, ist der Film einschläfernd, wo es nicht gerade ärgerlich wird. Und die  "überraschenden" Präsentationen diverser Leichen ist auch nicht abendfüllend.

Besonders die Dialoge (jede Menge Blabla) werden allmählich zur Prüfung, was insbesondere der Rolle des David zuzuschreiben ist: Er betrachtet - infolge seiner Erfahrungen vielleicht verständlich (Debuty Entragian hat seiner Familie besonders übel mitgespielt) -  inbrünstiges Beten als seinen Rettungsanker. So weit so gut. Leider findet er aber auch Gefallen an phrasenhaftem Predigen, womit er irgendwann einigen seiner Mitprotagonisten auf den Wecker geht - und dem Zuschauer nicht weniger.

Die Vorführung der alten Filmaufnahmen mit den chinesischen Minenarbeitern ist im Übrigen, nicht allein in Bezug auf die gewählten Perspektiven der Kamera (einmal filmt sogar Tak selbst!), schreiend unlogisch. An dieser Stelle muss aber auch bemerkt werden, dass die Kameraführung in "Desperation" ansonsten durchaus etwas taugt und neben der einen oder anderen schauspielerischen Leistung das einzig Hervorhebenswerte bei diesem Film ist. .

Zwei Tage nach "Desperation" sah ich zum wiederholten Male die 2004er-Verfilmung von "Salem's Lot"; ein durchweg gelungener Horrorfilm und Welten von einem faden Stinker wie "Desperation" entfernt.
Auch diese "Desperation"-Umsetzung belegt: Als Drehbuchschreiber ist King nur sehr bedingt geeignet - und  Regisseur Mick Garris gibt der Sache den Rest.  

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