„Endlich wieder ein Deutscher, der es wohl offensichtlich in Hollywood schaffen könnte…“ Dieser Gedanke kam wohl so einigen deutschen Filmfreunden bei der Nachricht, dass Robert Schwentke die Regie bei einer größeren Hollywood-Produktion mit Jodie Foster übernehmen wird. Und was er uns mit „Flightplan“ präsentiert, ist schon mal viel versprechend. Nicht atemberaubend, aber viel versprechend in Hinblick auf eventuelle weitere Arbeiten des jungen Deutschen.
Kyle Pratt (Jodie Foster) ist nach dem tragischen Tod ihres Mannes gemeinsam mit ihrer Tochter Julia auf dem Weg von Berlin nach New York. Nachdem Kyle während des Fluges eingeschlafen ist, ist Julia plötzlich verschwunden. Keiner der Passagiere will ihre kleine Tochter gesehen haben, und so beginnt die verzweifelte Suche einer Mutter nach ihrer Tochter… Verschwörung? Entführung? Oder ist Kyle Pratt verrückt?
Nach Wes Cravens „Red Eye“ also nun schon wieder ein Flugzeug-Thriller… Das nach dem 11.September 2001 lange Zeit geltende ungeschriebene Gesetz, die Finger von Flugzeug-Filmen zu lassen, wurde in diesem Jahr mit „Flightplan“ nun also bereits zum zweiten Mal (auf)gebrochen. Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen und dieses „Gesetz“ ad absurdum zu führen, ließen es sich Schwentke und die Drehbuchautoren nicht nehmen, die Angst der amerikanischen Bevölkerung vor arabischen Flugzeuginsassen als kurze Nebenepisode mit einfließen zu lassen. Die Haupthandlung – die Suche nach der verschwundenen Tochter – wurde von Robert Schwentke in der ersten Stunde des Films hervorragend inszeniert und wird durch einen konsequenten Spannungsaufbau schon bald zum Element, das den Zuschauer vollends in den Sesseln hält. Gelungene Kamerafahrten durch den Flugzeugraum bereiten dabei ein ganz besonderes Sehvergnügen. Jodie Foster tritt in gewohnter Souveränität auf; mit zunehmendem Verlauf jedoch zehrt die Fokussierung auf die Figur der Kyle stark an den Nerven der Zuschauer. Hier hätte man vielleicht etwas Auflockerung durch gelegentliche Einstreuung von kurzen Exkursen auf andere Passagiere einbringen können… Nun ja… und dann kommt irgendwann der für solche Thriller schon fast überlebenswichtige Plottwist, der jedoch in diesem Fall viel zu früh und Hand in Hand mit der Auflösung der gesamten Story daher kommt. Logische Konsequenz: Spannungsverlauf abgebrochen. Was nun folgt ist die Geschichte einer Heldin, die in bester Sylvester Stallone – Manier die Arme hochkrempelt und das Böse bekämpft. Nicht sonderlich einfallsreich, was da aus ansonsten ganz interessantem Ausgangsmaterial gemacht wurde: gut 60 Minuten klasse Suspense-Kino & 40 Minuten mittelmäßiger Thriller. In diese leicht überdurchschnittliche Mittelmäßigkeit fügt sich Peter Sarsgaard als Sky Marshall passgenau ein. Mit seinem – wie üblich – minen- und emotionslosen Schauspiel war er eindeutige die richtige Besetzung, um diesen Film endgültig in der Mittelmäßigkeit versanden zu lassen.
Dafür, dass es Robert Schwentkes erste Produktion in der Traumfabrik ist (und bei „Flightplan“ viel Potential für zukünftige Filme zu entdecken ist) und aufgrund der Tatsache, dass ich Jodie Foster ja eigentlich ganz gerne sehe, gibt es für diesen Flugzeug-Thriller 6,5 statt 5,5 von 10 Punkten! Für noch mehr reicht’s leider nicht, denn dafür wurde aus der Story viel zu wenig gemacht.