Review

"An alle Einheiten, an alle Einheiten: verdächtige Person bewegt sich vom Flugzeug weg!" Blechern tönt es im Blaulichtgewitter der Einsatzkräfte aus den Megaphonen der Sondereinsatzkommandos, verschwitzte blutige Leiber hetzen angsterfüllt durch hysterische Menschenmassen, es ist dunkel, düster, jeder stöhnt nach Herzenslust vor lauter Anstrengung ob der mühsamen Qualen, die bösen fiesen Gemeinlinge pressen böse fiese Worte aus bösen fiesen Mündern - hach, was wäre die Welt ohne diese wunderbaren Actionthriller-Elemente.

Da wird die halbe Welt in "die Luft gejagt", dabei fing alles so harmlos an. Mutti besteigt Flugzeug, die neue "474, das neueste was es gibt" (ha, ha) zusammen mit ihrer Tochter. Mutti ist Ingenieurin für Triebwerke, Töchterli ist 6 Jahre alt und leicht lethargisch veranlagt (Hobby: sich verstecken), Vadda ist leider verstorben, doch im Sarg mit an Bord.

Nun sollte man meinen so ein nettes Flugzeugfilmchen des 21. Jahrhunderts hebt sich positiv von all den anderen Katastrophen-Flugzeugfilmen der legendären 70er und 80er Jahre ab, aber oh nein, weit gefehlt. Dank Einzug der Computeranimation und Kostensenkungsprozesse auch bei den Hollywood Filmstudios wird nun nach Herzenslust aufs billigste animiert was die Windel-inside-Prozessoren hergeben. Das ganze mit Dialogen versehen die an Peinlichkeit kaum zu überbieten sind, allenfalls durchschnittlichen schauspielerischen Leistungen, einem Plot der so dermaßen an den Haaren herbeigezogen wirkt, daß die "wahre Auflösung" hinter all den Rätseln in keinster Weise mehr zu interessieren vermag.

Schade, daß sich die ansonsten so auf gute Rollen bedachte Jodie Foster für dieses Machwerk hergegeben hat und mit meist fast lächerlich wirkenden B-Klasse-Schauspielern umgeben muß. Daß das Drehbuch zum überwiegenden Teil nur unsachliche, hysterische und nicht nachvollziehbare Handlungen für Fosters Figur der Hypermutti vorgesehen hat ist eine Sache, daß dies dann aber auch so konsequent schlecht umgesetzt wird grenzt schon fast an vorsätzliche Frechheit. Vom völlig abwegigen Plot und dem Detailquatsch mal abgesehen glänzt "Flightplan" vorallem durch sterilen Background (geräuschlos durch Turbulenzen gleitendes Riesen-Airbus-Boeing-Verschnitt-Flugzeug), wenig Ideen und Abwechslung, gähnend langweilige Psychohysterie und dem ewig gleichen 08/15-Soundtrack Gedudel.

Wer diesen Film konzentriert bis zum Schluß durchhält muß beinahe schon masochistisch veranlagt sein - oder findet ihn tatsächlich gut und schwimmt wohl auf einer völlig anderen Längenwelle als ich.

Und am Schluß wird die Musik harmonisch, Geigen erklingen im Himmel, mit Lalülala verabschieden sich die Rettungswagen, erleichterte Stimmen, leuchtende Augen - Mutti ist der Held. Alle sind glücklich, die Welt ist gerettet. Grauenhaft.

(2/10)

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