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Nach dem Unfall-Tod ihres Ehemanns will die Flugzeug-Ingenieurin Kyle Pratt dessen Leiche von Berlin nach New York überführen lassen... und weil sie von Deutschland die Schnauze voll hat, nimmt sie mit ihrer kleinen Tochter Julia denselben Flug in einer von ihr entworfenen Maschine, in der auch der Sarg transportiert wird. Kurz nach dem Start des Flugzeugs dösen Mutter und Tochter in ihren Sitzen ein und als Kyle wieder erwacht, ist das Mädchen doch tatsächlich spurlos verschwunden. Schlimmer noch: Es gibt nirgendwo einen Beweis dafür, dass Julia jemals einen Fuß an Bord gesetzt hat und auch die unvermeidliche Suche in den Nischen und Lagerräumen des Fliegers bleibt erfolglos. Captain Rich und der mitreisende Air-Marshall Carson vermuten schon bald, dass die zunehmend panischer werdende Frau, die seit dem Verlust ihres Mannes - der eventuell auch Selbstmord begangen haben könnte - schwere Antidepressiva schluckt, einfach durchgedreht ist und sich die Existenz ihrer Tochter nur einbildet... Bereits sein hiesiger "Sieben"-Nachzieher "Tattoo - Rette deine Haut" war schon nicht unbedingt das Gelbe vom Ei und eigentlich ganz schön mies, mit seinem US-Debüt "Flightplan - Ohne jede Spur" beweist Regisseur Robert Schwentke aber, dass es tatsächlich noch sehr viel schlimmer geht, denn was schieren Hollywood-Trash ohne jeden Funken Sinn und Verstand anbelangt, schlägt er mit dem vorliegenden Streifen doch glatt dem Fass den Boden aus! Selten ist ein Film nämlich, nachdem er sich mehr schlecht als recht über zwei Drittel der Laufzeit bis zu seinem Schluss-Akt geschleppt hat, mit Karacho so dermaßen in die Binsen gegangen wie dieses mies zusammengeschusterte Star-Vehikel für Hauptdarstellerin Jodie Foster, die hiermit eventuell nochmal an die Genre-Hochzeiten ihres Parade-Thrillers "Das Schweigen der Lämmer" anknüpfen wollte, aber mit einem Drehbuch aus der Mülltonne mal beileibe keinen Stich gemacht hat. Statt der atemlosen Spannung des besagten Highlights stellt sich hier in den Momenten, in denen man nicht förmlich vom Schwachsinn erschlagen wird, nämlich nur gähnende Langeweile ein. Unschwer ist zu erkennen, dass die beiden Schreiberlinge Peter A. Dowling und Billy Ray ihre Geschichte offensichtlich als Update von "Eine Dame verschwindet" angelegt haben (und auch nicht davor zurückschrecken, bestimmte Details des Originals schlicht abzukopieren!). Nun ja, auch bei seinen schwächeren Werken ist es einem Alfred Hitchcock aber doch gelungen, etwaige Plot-Holes und Logik-Lücken alleine durch seine Inszenierung so weit zu verschleiern, dass sie einem zumindest nicht schon sofort WÄHREND des Ansehens direkt ins Auge springen, was hier aber mal ganz eindeutig nicht der Fall ist. Das geamte Story-Konstrukt (im Endeffekt übrigens 'ne völlig banale Erpresser-Nummer!) fußt da nämlich auf dem Umstand, dass der Bösewicht der Chose es irgendwie fertigbringt, die Tochter der Protagonistin völlig unbemerkt vor den Augen sämtlicher anderen Passagiere weg zu stibitzen und anschließend auch zu antizipieren, dass sich da im Anschluss niemand daran erinnern wird, das Mädchen je gesehen zu haben... ein starkes Stück! Ebenso wie bei dem ähnlich danebengegangenen "Die Fremde in dir" konzentriert sich hier alles lediglich auf die Foster, die versucht, mit ihrem aufgetakelten Spiel echte Emotionen zu wecken, was ob einer Extra-Portion Schmalz aber mal kräftig in die Hose geht... anders als der Neil Jordan-Streifen ist "Flightplan - Ohne jede Spur" allerdings sowieso kaum einer Kino-Auswertung würdig, denn der Stoff an sich hat als Mischmasch aus seichtem, aber trendigem Psycho-Grusel (es wird zumindest angedeutet, dass die Protagonistin Kyle nach dem Tod ihres Ehemanns ein Rad ab und sich ihre Tochter nur zusammenphantasiert haben könnte) und Hausfrauen-Mystery bestenfalls TV-Film-der-Woche-Niveau. Ach ja, post 9/11 gibt es da natürlich auch noch ein paar Araber als mögliche Verdächtige und das Flugzeug darf im beknackten Action-Finale in Ultra-Zeitlupe explodieren, hat da jemand von der Traumfabrik was anderes erwartet...? Also, wenn es schon ein luftiges Thrillerchen für die Östrogen-Crowd sein muss, dann doch lieber "Red Eye" von Wes Craven...

2/10

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