Inhalt:
China während der Herrschaft der manchurischen Qing-Dynastie. Kaiser Yungzhen (Yee Yuen) regiert das Reich der Mitte mit der eisernen Faust eines grausamen und geistig gestörten Despoten!
Eine der Keimzellen des Widerstands gegen diese korrupte und brutale Herrschaft ist das Kloster der Shaolin. Viele der Schüler dort haben Angehörige durch die Manchus verloren, die sie rächen wollen.
Das KungFu der Shaolin ist legendär..., und für die Manchus eine ständige Bedrohung ihrer Diktatur über China....!
Yungzhen will das Kloster endlich vernichten..., will alle Schüler und Mönche des Klosters ausgerottet sehen...!
Doch Gefahr droht Yungzhen auch aus den eigenen Reihen! Ausgerechnet seine eigene, jüngere Schwester (Chia Ling aka Judy Lee) ist abtrünnig geworden, und der despotischen Herrschaft ihres älteren Bruders überdrüssig. Sie schwört, den grausamen Herrscher zu töten..., scheitert aber bei ihren Attentatsversuchen.
Ihr gelingt die Flucht....!
Yungzhen lässt indes den Tempel der Shaolin durch seinen General Yim (Liu Ping) mittels Kanonen in Flammen bomben. Der Tempel brennt lichterloh..., und viele Mönche und Schüler fallen und sterben in dieser Feuersbrunst!
Eine Gruppe von Schülern (u.a. Chang Yi und Kam Kong) wagt den Ausbruch aus dem Kloster um sich zu retten..., und wählt dazu den gefährlichen Prüfungspfad der 18 Kämpfer aus Bronze.
Wer versagt, muss zurückkehren....!
Doch bedeutet dies nicht unbedingt den sicheren Tod. Denn der Abt (O Yau Man) des Klosters lässt nunmehr zu, dass die Insassen des Tempels durch einen uralten, unterirdischen Gang fliehen können.
Als einer der Letzten die fliehen können unter diesen Schülern ist auch Siu (Carter Wong)..., der zudem vom Abt den Auftrag erhält, das Kloster wieder zu errichten, und dazu die wertvolle Schriftrolle mit den 18 Techniken der Shaolin erhält.
Der Abt stirbt..., und auch die meisten anderen Oberen des Klosters scheiden aus dem Leben. Sie verbrennen lieber bei lebendigem Leib, als von den Manchus gestellt und getötet zu werden.
Yungzhen ist unterdessen außer sich darüber, dass es einigen Shaolin gelang zu entkommen, und lässt diese durch General Yim jagen.
Die Shaolin indes versuchen, durch ein Attentat im Außenpalast des Kaisers -an einem See gelegen- diesen endlich zu töten.
Doch Yungzhen ist darauf vorbereitet. Es gibt einen Verräter unter den Shaolin,
Und der letzte Lehrer (Shaw Lou-Hui) aus Shaolin, der die verbliebenen Schüler führt, hält fälschlicher Weise Siu für diesen Verräter.
Aber es ist in Wirklichkeit Ah Fong (David Tong Wai)..., doch sollte sich Yungzhen nicht so sicher fühlen....!
Schließlich kommt es doch noch in der Residenz des Kaisers zum letzten, alles entscheidenden und blutigen Show-Down, bei dem auch die Schwester des Herrschers den Shaolin beisteht.....!
Fazit:
Joseph Kuo drehte im Jahre 1976 für sein Studio "Hong Hwa International" diesen temporeichen und actiongeladenen Eastern, der sich ein weiteres Mal um den Kampf der Shaolin gegen die manchurischen Qing dreht.
Wie er es ja unmittelbar zuvor ja schon mit seinen beiden Filmen mit den 18 Bronzekämpfern tat..., "18 Bronzemen" und "The return of the 18 bronzemen" (siehe meine beiden Reviews auf dieser website). Und im selben Dunstkreis, vor dem selben Hintergrund spielen sich auch hier wieder diese Ereignisse und Kämpfe ab.
So wie Chang Cheh für die Shaw Brothers seinen Shaolin-Zyklus vollbrachte, in welchem die überlebenden Shaolin-Schüler die Manchus bekämpfen..., so legte Joseph Kuo in mehreren Actionern seine Sichtweise, seine Vision und Version dieses heroischen Kampfes für das Hongkong-Kino dar.
Und so entstand denn wieder ein sehr aufwändiger, in seiner Ausstattung und seinen Kostümen teuer anmutender Eastern, und wieder mit Carter Wong in einer tragenden Rolle.
So wie in den Filmen Chang Cheh´s eben Alexander Fu Sheng als "Fong Shi-Yu" diesen Zyklus durchzog..., so ist dies eben Carter Wong -in verschiedenen Rollenbildern- bei Joseph Kuo und, ja quasi, "seinem" Shaolin-Zyklus.
Die Ausstattung ist üppig, die Kostüme aufwändig..., das Tempo ist hoch..., und die KungFu-Action ist dynamisch, hart und intensiv dargeboten.
Da bietet denn "The blazing temple" doch einiges..., und auch der Cast liest sich prominent und hochkarätig.
Doch legt Joseph Kuo ein derart hohes Tempo in seinem Streifen hin, dass die Storyline mitunter etwas ...., wie soll ich es ausdrücken..., abgehackt wirkt. Kuo hetzt etwas durch den Plot.
Etwas mehr Ruhe..., etwas mehr Stringenz und auch mal etwas mehr Zeit für den Zuschauer durchzuschnaufen. Dann wäre die Story und damit der ganze Film noch runder gewesen...!
Doch kann die Atmosphäre dieses Eastern die Sache rausreißen, und natürlich die zahllosen KungFu-Fights, diese sind dynamisch, hart und technisch gut in Szene gesetzt. Vor allem der Show-Down ist turbulent dargeboten..., lang und intensiv, so führt denn nach einem Twist Joseph Kuo seinen Streifen noch gekonnt ins Ziel. Das KungFu ist hier das Wichtigste..., und Kuo lässt es krachen!
Im wahrsten Wortsinne..., denn den Tempel der Shaolin lässt man hier mit Kanonen niederbomben und in ein Flammenmeer verwandeln.
Da wurde ganz schön getrickst. Recht offensichtlich geht da in der Totalen ein Pappnachbau des Klosters in Flammen auf, zuzüglich kleiner Explosiönchen, die die Kanoneneinschläge simulieren sollen. Doch irgendwie hatte diese Sequenz was, trotz der offensichtlichen Billigkeit, denn irgendwie ist das Bemühen hier, die Liebe die in diese Trickserei gesteckt wurde, erkennbar.
Ich weiß nicht..., hatte was.
Aus dem Ensemble ragt denn auch keiner so richtig raus..., dazu hat der Film zuviel Tempo. Kaum ein Charakter kann sich denn so richtig ins Nervenzentrum des Betrachters setzen. Das ist aber auch gar nicht nötig, auch wenn Carter Wong hier der Held ist, richtig im Zentrum steht er nicht.
Chang Yi hier mal als Kampf-Schüler von Shaolin mit Glatze. David Tong Wai sorgt für den Twist..., ist er ein Verräter? Oder eher derjenige der den Kaiser ins Verderben stürzt?
O Yau Man und Shaw Luo-Hui sind mal wieder als Shaolin-Obere besetzt, sie machen das routiniert wie gehabt.
Chia Ling (aka Judy Lee) hat hier ganz zu Anfang und ganz zum Schluss ihre Auftritte. Zwischendurch denkt man, dass sie im Film und aus dem Script verloren ging. Das wollte ich Joseph Kuo schon als Manko ankreiden. Chia Ling ist aber trotzdem hier zu wenig im Einsatz, ich hätte gerne mehr von ihr gesehen.
Yee Yuen ist mal wieder in seinem Element..., und in seiner Parade-Rolle zu erleben. Als irrer, wütend rumbrüllender Qing-Kaiser brilliert er hier, eine hohe Intensität in der Darstellung..., das ist ´ne Wucht. Das ganze wird durch die Maske mit diesen Augenbrauen und aber durch Yee Yuen´s absolute Bösartigkeit ausstrahlende Augen-Mimik noch verstärkt und besonders unterstrichen...!
Tja, wenn man mal eine gewisse "Abgehacktheit" im Plot und bei dessen Inszenesetzung -einem doch sehr hohen Tempo geschuldet, was aber natürlich das Ganze auch unterhaltsamer macht- außer Acht lässt..., dann ist "The blazing temple" ein kerniger Eastern, mit Aufwand und dynamischen KungFu-Fights inszeniert.
8/10.