"Der Widerspenstigen Zähmung" im Wilden Westen: John Wayne versohlt Maureen O'Hara den Popo
"McLintock!" ("MacLintock", USA 1963)
Der reiche Rancher George Washington "GW" McLintock (John Wayne) ist der mächtigste Mann weit und breit. In dem nach ihm benannten Städtchen hört alles auf ihn - außer der eigenen Ehefrau. Denn vor zwei Jahren ist ihm seine ebenso schöne wie temperamentvolle Mrs Katherine McLintock (Maureen O'Hara) in die vornehme Großstadt davongelaufen. Gerade hat "GW" die attraktive Witwe Louise Warren (Yvonne deCarlo) als Köchin und ihren Sohn Devlin (Patrick Wayne) als Cowboy auf die Ranch geholt, als überraschend die rothaarige Katherine wieder auftaucht. Resolut verlangt sie von ihrem Gemahl die Zustimmung zur Ehescheidung und das Sorgerecht für die 17jährige Tochter Becky (Stefanie Powers), die man aus dem Internat zurück erwartet. Um sich durchzusetzen, entflammt die feurige Schöne mit ihrem Viehbaron einen wahren ehelichen Kleinkrieg, an dem auch die Mitbürger belustigt Anteil nehmen. Nach allerlei Spektakel - wie etwa eine wilde Massenschlägerei in einer Schlammgrube, einem Indianerüberfall oder Becky's stürmische Romanze mit Devlin - kommt es beim Fest am Unabhängigkeitstag schließlich zum turbulenten Showdown zwischen "GW" und seiner kratzbürstigen Lady, die im bloßen Dessous quer durch die Stadt Reißaus vor ihm nimmt. Zum happy-end gibt es vor allen Leuten für die reizende Mrs Katherine McLintock eine deftige Popoklatsch-Zähmung von ihrem Angetrauten - dem sie danach empört fauchend, aber verliebt zur ehelichen Versöhnung nach Hause folgt...
Diese derb-amüsante Western-Komödie (uraufgeführt 13.11.1963, dt. Kinostart 06.03.1964) ist eine Art Familienproduktion der Western-Ikone John Wayne: neben ihm in der Titelrolle spielen seine Kinder Patrick und Aissa mit, Sohn Michael fungierte als Produzent. Regisseur Andrew V. McLaglen und einige der Darsteller, wie etwa Chill Wills und die schöne Maureen O’Hara, waren gute Freunde des "Duke". Auch die Handlung dreht sich ums traute Familienleben, in dem bei Wayne der Mann das Sagen hat - was notfalls auch mit handfesten Mitteln ins Lot gebracht wird. Am Ende liegt die college-gebildete, süße Teenager-Tochter ihrem Cowboy und die vormals scheidungswillige, rassige Mrs McLintock wieder dem Titelhelden in den Armen. Doch zuvor muß erst das kesse Töchterlein, dann auch die kratzbürstige Mutti einmal tüchtig übers Knie gelegt und von ihrem „ganzen Kerl“ mit einem ordentlichen Hinternvoll erobert werden - was heute als „politically incorrect“ und zur häuslichen Nachahmung kaum empfehlenswert gilt. Doch wer sich an solchen Szenen nicht stört und sich von herzhaften Keilereien, lautstarkem Klamauk und manchmal etwas derbem Humor gut unterhalten fühlt, der wird wie alle Wayne-Fans „McLintock!“ einfach nur genießen. Und diese gut zweistündige Western-Version von "Der Widerspenstigen Zähmung“ erhebt keine weitergehenden Ansprüche als eben diese reine Unterhaltung.