Es ist schon unglaublich dreist, was dem Zuschauer hier als Blockbuster geboten wird: Eine fast 1:1 Kopie des Action-Drama-Klassikers Gefährliche Brandung, nur anstatt des Surfer Millieus wird diesmal das Pimp-My-Car Millieu bedient. Grundsätzlich ändert sich aber fast gar nichts an der Story, es wird fast dieselbe Dramaturgie bedient, dieselben Konflikte des Protagonisten - ein Undercover Agent, der immer mehr an seiner Sache zweifelt und mehr und mehr loyaler gegenüber seinem Widerpart wird - sind vorprogrammiert und auch die obligate zarte Pseudolovestory ist geklaut.
So weit so schlecht.
Aber irgendwie tut es dieser schnöden Story ganz gut, dass es diesmal tatsächlich im männlichsten aller Gefilde abspielt. Während das Surfermillieu nur begrenzt Machismo aufbietet, und mit Patrick Swayze und Keanu Reeves im Original nicht umsonst ein Mädchenschwarm/Tänzer und eine Schwulenikone, haben wir hier den Original-Übermacho Vin Diesel (fehlt eigentlich nur noch der Pitbull) und den rauen Paul Walker, der an den frühen Terrence Hill nicht wegen seiner Augenfarbe erinnert, die perfekt miteinander harmonieren.
So ist die Story zwar ausgelutscht, aber die Inszenierung macht einiges davon wett, vor allem in den Action-Szenen, die alle Colt Seavers Jünger und ihre jüngeren Brüder beglücken. Alles in allem bleibt der Film sehr lange auf ausgetretenen Pfaden.
Und was macht den Vin Diesel reißt den Film förmlich an sich, mit seiner wuchtigen Präsenz lässt er den Film quasi im Alleingang auf einer deutlich besseren Qualitätsstufe erscheinen als er tatsächlich ist.
Und das merkt auch der Regisseur irgendwann, weshalb hier erstmals und zu meiner größten Überraschung das Ende selbst von den üblichen Pfaden abweicht.