Wenn man die Geschichte und die Schlußfolgerungen daraus ignoriert, sieht man einen ganz passablen Actionfilm mit einigen guten Effekten, die aber stellenweise arg übertrieben wirken. Da werden die Stunts zum Selbstzweck ohne Rücksicht auf das Gesamtbild. Die schauspielerische Leistung ist durchweg eher mittelmäßig, vermutlich weil der Film so steril und abgehoben ist, daß dafür kein Raum bleibt. Travolta läuft vergeblich seiner Leistung in Pulp Fiction hinterher und von Halle Berry hat man auch schon bessere Darstellungen gesehen, da hilft ihr auch nicht das unmotivierte und überflüssige Entblößen der Brüste. Das anfängliche Geschwafel über Hollywood ist zwar zunächst amüsant, wirkt aber im nachhinein nur noch überheblich. So weit, so gut.
ABER: Die Geschichte des Films und der Hintergrund der Figur Travoltas wirken wie eine Gewaltfantasie aus dem Pentagon. Nach dem Motto "Auge um Auge" sollen terroristische Anschläge hundertfach mit gleichen Mitteln vergolten werden, noch dazu ohne lästige Überwachung durch irgendwelche liberalen Volksvertreter. Um einen zweifelhaften Schutz vor Terroristen zu erlangen, müssen eben auch ein paar Bürger ins Gras beißen (die eigentlich geschützt werden sollen) und möglichst noch patriotisch dankbar dafür sein. Der Zweck heiligt die Mittel. Die Parallelen zur Realität sind offensichtlich.
(Das gleiche Prinzip wirkt übrigens auch bei der Zensur: Im Namen des Jugendschutzes werden die Rechte Erwachsener unnötig beschränkt, auch wenn es nicht eben um das Leben geht.)
Da diese äußerst fragwürdige Moral mit ihrer Rechtfertigung der Einschränkung elementarer Rechte den ganzen Film überstrahlt, können auch die technischen Spielereien meine Bewertung nicht verbessern. Da schaue ich mir lieber einen völlig sinnfreien Film an. Davon gibt's schließlich auch genug.