Review

Dominic Sera, der 1993 mit “Kalifornia“ einen hervorragenden Beitrag zum Thema “Killer-on-the-Loose“ abgeliefert hat, verspricht uns hier einen Terroristen-Schocker, den die Welt noch nie gesehen hat.
Herausgekommen ist aber lediglich ein aufwändiger, kalter High-Tech-Computer-Thriller mit furiosem Einstieg und Hochglanz-Werbefilm-Bildern, der mit gefährlichem US-Patriotismus gewürzt ist. So nach dem Motto: Amerika = gut; alle anderen, die nicht so wie sie denken (also Terroristen) = böse.
Die Figuren lassen einem kalt, sie sind durchgestylt und klischeebeladen. Klar handelt es sich hier um Popcorn-Kino, doch auch dort darf man etwas Charakter erwarten. Travolta hat einen leichten Job, sein Gabriel Shear hat weder Ecken noch Kanten, und selbst, als man erfährt, dass er für die Regierung tätig ist, denkt man: Na ja, was solls, einer mehr, der den Politikern die Drecksarbeit abnimmt. Der Rest der Darstellerriege hatte bestimmt Spass beim Drehen, aber überzeugen tut niemand. Jackman, ein weiterer Australier in Hollywood, sieht zwar gut aus, strahlt aber nicht mehr als ein Dressmann, der zuviel gesoffen hat, aus.

Erfreulich an “Swordfish“ ist, dass keine lächerlichen Einmann-Armeen wie Steven Segal, Chuck Norris oder gar der beschränkte The Rock einfach einen Freibrief zum Leute abschiessen bekommen haben. Diese Zeiten sind hoffentlich vorbei.

Schön sind die Szenen, wo Travolta ein wenig über gute Filme erzählen darf (ob er sich bewusst war, dass er sich in einem befindet, der den erwähnten in keinster Weise ans Wasser reichen kann?) und das Wiedersehen mit dem britischen Ex-Fussballer und Schauspieler Vinnie Jones aus den beiden Guy-Ritchie-Filmen “Lock, Stock And Two Smoking Barrels“ und “Snatch“. Und für Leute, die selten in ihrem Leben Brüste zu sehen bekommen, dürfte eine kurze Szene mit Halle Berry der Höhepunkt des Films sein.

“Swordfish“ ist ein moderner Actionheuler, der sich etwas zu ernst nimmt, aber einigermassen unterhält.

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