Review

Travolta als Topterrorist - einfallslose Actionkost

Stanley Jobson (Hugh Jackman) ist ein Computerhacker. Eigentlich ist er DER Hacker. Doch seine Fertigkeiten im Umgang mit Bits und Bytes haben ihm wenig Erfolg beschert: Bei einem seiner Streifzüge durch das Innenleben fremder Rechner hat er sich mit dem FBI angelegt und deren Systeme manipuliert. Pech für Stanley, daß er erwischt und zu achtzehn Monaten Haft verurteilt wird. Denn dadurch hat er nicht nur seine Arbeit, sondern auch das Sorgerecht für seine kleine Tochter verloren.

Doch nicht nur das FBI weiss über Stanleys Fähigkeiten bescheid, auch der schwerreiche Geschäftsmann Gabriel Shear (John Travolta) ist auf den Hacker aufmerksam geworden. Und da Gabriel die Hilfe des Comptercracks braucht, macht er ihm ein verlockendes Angebot:
Für eine Belohnung in Höhe von 10 Millionen Dollar soll Stanley sich in das Computernetz der Regierung einschleichen und milliardenschwere Geheimkonten plündern.

Um diesen Auftrag zu erledigen, braucht Stanley Zugang zum Zentralrechner einer Bank. Natürlich ahnt er nicht, wie Gabriel ihm diesen Zugang verschaffen will - nämlich mit brutaler Gewalt und ohne Rücksicht auf Menschenleben...


Die filmische Umsetzung der an sich interessanten Story ist leider ziemlich mißglückt. Das liegt wahrscheinlich daran, daß die drei Hauptcharacktere schlecht motiviert sind und daher vollkommen unglaubwürdig wirken.

Computerhacker Stanley Jobson ist der Gute; er ist eigenltich kein übler Kerl und läßt sich nur auf den Verbrecher Gabriel ein, weil er mit seinem 10-Millionen-Dollar-Anteil das Sorgerecht für Töchterchen Holly erstreiten will. Doch dieser Handlungsstrang ist nicht mehr als ein alibimäßiges, fast schon peinlich daherkommendes Vater-Tochter-Rührstück. Klar, daß es viel Raum und Zeit braucht, die Seele eines unfreiwillig von seinem Kind getrennten Vaters auszuloten. Und weil dafür in einem 96 minütigen Actionspektakel wahrlich kein Platz ist, hat das auch in "Passwort: Swordfish" nicht funktioniert.

Gabriel Shear ist der Böse (auch wenn er sich selbst nicht so sieht). Leider hat er nur diesen einzigen Charackterzug. Shear hat eine Organisation aufgebaut, die extremistische Terroranschläge auf amerikanische Einrichtungen mit zehnmal brutalerem Gegenterror vergelten will. Dabei macht es für ihn keinen Unterschied, ob er 10, 100 oder 1.000 der eigenen Leute opfern muß. Denken Sie über ihn was Sie wollen, jedenfalls schafft Travolta es mit seiner brillianten Art, der lieblos angelegten Figur ein wenig Leben einzuhauchen. Von einem echten Fiesling, den der Zuschauer so richtig hassen kann, ist die Figur des Gabriel Shear dennoch meilenweit entfernt.

Ginger, erst Gabriel Shears Betthäschen, anschließend an Stanley interessiert, außerdem Undercover-Drogenfahnderin und schlußendlich wieder Shears Geliebte und somit doch eine Verbrecherin, wird von Halle Berry gespielt. Leider ist über die Figur nur zu sagen, daß sie für die eigentliche Story absolut keine Relevanz hat. Und das ist schlimm, denn bedeutungslose Hauptrollen tragen nicht gerade dazu bei, einem Film zu epischer Breite zu verhelfen. Immerhin sieht Halle Berry sehr appetitlich aus und zeigt in der ein oder anderen Szene viel nackte Haut...

Die Actionsequenzen sind solide und temporeich inszeniert, allerdings gibt's auch auf diesem Sektor nichts außergewöhnliches oder gar neues zu sehen; ein paar Explosionen, eine automobile Verfolgung, eine zu Fuß den Abhang hinunter und eine per Hubi. Dazu die üblichen Schießereien. Alles eher Durchschnitt. Gleiches gilt für die Computersequenzen, nett gemacht, aber nichts, was man nicht schon einmal vorher gesehen hätte.

Fazit:
"Passwort: Swordfish" , von der Werbung als "grandioser Thriller" gepriesen, ist wohl kaum mehr als ein durchschnittlicher Kann-man-sich-mal-ansehen-Actionfilm. Gegen den Streifen spricht die oberflächliche, nicht konsequent durchdachte Handlung, für ihn sprechen seine Hauptdarsteller:

John Travolta als überhebliches Ekel in absoluter Hochform, Huck Jackman als gleichermaßen cooler wie zäher Sympathikus mit solider Leistung und Halle Berry als wandelnde Sexbombe immerhin schön anzusehen... ;-)

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