Die Musicalfassung von Georg Bernard Shaws Theatererfolg Pygmalion (1912) behält den originalen Bühnentext über weite Strecken bei und reichert das Stück mit Musik- und Tanznummern an. Damit wird dessen Verstaubtheit zwar aufgelockert und übertüncht, doch es verlängert die Geschichte ins Endlose. Und da die Songs die Handlung jeweils ausbremsen, macht sich bald Langeweile breit.
Besetzungstechnisch lässt My Fair Lady die Erstverfilmung Pygmalion (siehe ein Rezi weiter unten) weit hinter sich - auch kleine Nebenrollen sind hier mit charismatischen Schauspielern und Schauspielerinnen besetzt, die den Film über weite Strecken tragen. Für die ganzen ganzen drei Stunden reicht's dann aber doch nicht.
Der Besetzungscoup ist zweifellos Audrey Hepburn, die man so wie im ersten Drittel dieses Films noch nie gesehen hatte. Sie meistert die Rolle der Gassen-Göre mit Bravour und ich empfinde es jedesmal, wenn ich den Film sehe, als Verlust, wenn sie dank Higgins' Sprech-und Benimm-Schule wieder in ihre alte, brave Rolle zurückfindet.