"Gladiator Cop" stellt die Fortsetzung zu dem ein Jahr vorher gedrehten "Swordsman" dar. Regisseur Nick Rotundo (G-2003) löste hier Michael Kennedy ab, aber Rotundo´s Regiedebut erweist sich gerade mal als Durchschnittsware. Auch am Drehbuch wirkte Rotundo selbst mit. Da ist es doch um so verwunderlicher, dass es vier Jahre später eine inoffizielle Fortsetzung gab, mit Daniel Bernhardt in der Hauptrolle.
In Deutschland wanderte der B-Streifen direkt in die Videotheken, es gab bisher nur eine Free-TV Ausstrahlung. Für eine FSK 18 Freigabe musste das Label VPS natürlich einige Kürzungen vornehmen, welche teils sehr schwer ins Gewicht fallen. Aber man war damals noch deutlich strenger, das zeigt die Indizierung der stark gekürzten Fassung. Aber das Label ist auch nicht gerade für seine Zurückhaltung bekannt, man nehme als Beispiel die Rumpffassung von "Back in Action".
Andrew Garrett (Lorenzo Lamas) hat Nacht für Nacht Träume aus dem Mittelalter, doch er kann sie nicht zuordnen. Da erregt ganz besonders ein Fall sein Interesse, bei denen die Opfer anscheinend bei einem Gladiatorenkampf getötet wurden. Immer mehr grausam zugerichtete Leichen werden gefunden und Andrew hat bald den ersten Verdacht. Anscheinend hat Museumsdirektor Chris Kilos (George Touliatos) in seinem eigenen Museum ein wertvolles Schwert gestohlen. Dieses gehörte einst Alexander dem Großen und macht Jenen, der damit kämpft, unbesiegbar. Dies macht sich Kilos zunutze. Mit seinem unbesiegten Fighter Jodar (Christopher Lee Clements) macht er viel Geld bei den Gladiatorenkämpfen. Doch der Chinese Parmenion (James Hong) will das Schwert für sich. Nur Andrew kann ihn jetzt noch aufhalten.
Was interessant klingt, erweist sich hauptsächlich nur als heiße Luft. Überzeugen können nur die Actioneinlagen, doch davon gibt es auch zu wenige. Recht rabiat inszeniert Rotundo die abwechslungsreichen Gladiatorenkämpfe, der Verlierer muss immer blutig und brutal sein Leben lassen. Ob erstochen, aufgespießt oder aufgeschlitzt, die Fights haben es wirklich in sich. Jeder Gladiator bringt eine andere Waffe in den Kampf mit ein, seien es Messer, Schwerter, Säbel oder Riesenäxte. Der Verlierer wird zu Schaschlik verarbeitet. Von den blutigen Kampfabschlüssen gibt es jedoch in der deutschen Fassung nur die Ansätze zu sehen. Die Choreographien sind immer ordentlich, aber zwischen diesen Sequenzen herrscht meist gähnende Leere.
Der größte Teil des nicht mal 90 minütigen Films, beschäftigt sich mit den Ermittlungen und den Träumen Andrew´s. Dem Zuschauer sind die Bösewichte im Vorhinein klar, doch die Ermittlungen laufen sehr schleppend und langweilen mit viel zuvielen Dialogen.
Dem Charakter Andrew versucht Rotundo Tiefe zu verleihen, die Auflösung der Ursache seiner Träume mag ja ganz nett erdacht sein, aber das interessiert kein Schwein. Wer sich diesen Film anschaut macht dies nicht wegen der Story, oder der nicht vorhandenen Spannung. Sondern es soll unterhalten und zwar actionreich.
Die Kulissen kann man noch zur Verteidigung des Films erwähnen, denn sie strahlen ein nettes Flair aus. Die Kämpfe finden meist an sehr düsteren Orten statt, wie alte Fabriken, Schiffe, oder in den Slums. Rotundo arbeitet dort mit massenhaft Nebelmaschinen, um die Schauplätze optisch aufzuwerten, was ihm auch deutlich gelingt. Er schafft es fast eine 80er Jahre Atmosphäre zu erzeugen, leider immer nur bei den Fights.
Das Können der Darsteller hält sich im Durchschnittsbereich auf. Enttäuscht hat mich hier Lorenzo Lamas. Er ist hier nur Eine von vielen Hauptfiguren und hat ausser dem schwachen Endkampf gar nichts zu tun.Sein Können ist hier überhaupt nicht gefordert, aber die Romanze mit Claire Stansfield, die musste natürlich mal wieder sein. Wer hier Lamas in Action erwartet, ist total schiefgewickelt, denn erst in den letzten zehn Minuten darf er gegen den Hünen Mongol (Garry Robbins) ran, aber dieser Kampf ist nicht gerade sehr spektakulär.
Hält nicht das, was der Titel verspricht. Die Fights bieten Atmosphäre, Abwechslung und Brutalität, der Rest ist ziemlich langweilig und unspektakulär. Für Lamasfans eine herbe Enttäuschung.