Auf den Spuren von „12:01“ und noch deutlicher „Butterfly Effect“ wandelt dieser Streifen über Formen von Zeitreisen.
Eigentlich eher Zeitmanipulation, denn über ein Telefon kann ich um 20:00 Uhr jemanden anrufen, bei dem es erst 14:00 Uhr ist (natürlich gleiche Zeitzone).
Eine schöne Möglichkeit, einem lieben Menschen die nächsten Lottozahlen vorherzusagen.
Nur, man darf sich nicht selbst anrufen, denn dann landet man in einer gnadenlosen Zeitschleife.
Hochinteressante Prämisse, die Regieneuling und Autor Konuralp da entwickelt hat, nur leider wirken sich die schlichte Inszenierung und eine zuweilen lahmarschige Erzählweise ziemlich negativ auf den Gesamteindruck aus.
Besonders zu Beginn wird man mit dem Geschehen überhaupt nicht warm.
Wir erfahren, dass Kleingauner Mick sterben wird, er aber über das Zeittelefon noch einen Anruf bei seinem Kumpel Lenny tätigen kann, damit der ihn früh genug vom Schritt ins Verderben fern halten kann.
Bereits hier wird man mit Kausalitäten konfrontiert, die zunächst nicht leicht einzuordnen sind.
Ging es bei „Butterfly Effekt“ hauptsächlich um das Schicksal einer Person, stehen hier drei Personen fast gleichermaßen im Vordergrund.
Mick, der das Telefon einem Syndikat abgeluchste, dessen bewaffnete Männer nun seine Spur aufgenommen haben.
Lenny, der Probleme mit einem Drogendealer hat und seine Freundin Sarah, die dem Dealer Geld stahl und früher mal seine Nutte war, also ein weiterer Verfolger.
Da die Gegenwart immer wieder durch Anrufe aus der Zukunft verändert wird, sterben alle Figuren einmal und sind kurz darauf wieder lebendig, weil man ja schließlich weiß, wer wann und wo auf wen schießen wird. Die Anrufe sind allerdings bis auf sechs Stunden in die Vergangenheit begrenzt.
Aus der Geschichte hätte sich aber weitaus mehr machen lassen, vor allem in der ersten Hälfte, wo es um den großen Coup geht, beim Roulette das große Geld zu machen, um sich auf die schöne Südseeinsel abzusetzen.
Hier stehen langatmige Dialoge im Vordergrund und weil die drei Darsteller alle keine Leuchten sind, macht das Zusehen kaum Spaß, zudem ziehen sich unnötige Einstellungen oftmals schier endlos in die Länge (Frau vorm Spiegel, Eindringen in Wohnung, Morgendliche Begrüßung am Bett etc.)
Die karg ausgestatteten Schauplätze wie einsame Landstraße oder ein heruntergekommenes Casino generieren eher triste Langeweile als eine ansprechende Atmosphäre. Dabei werden blasse Blaufilter eingesetzt, während der uninspirierte Score lediglich Rhythmus mit leichtem Bass bietet, - es plätschert so dahin.
Besser funktioniert die Kommunikation durch die Zeit, als Verfolger auftauchen, Lenny und Sarah in die U-Bahn flüchten oder sich einer der Killer bereits in der Wohnung befindet.
In der letzten halben Stunde wird das Tempo merklich angezogen und das Zeittelefon häufiger benutzt, was jedoch zu leichter Verwirrung des Betrachters führen kann, denn so richtig konsequent greift das Drehbuch Vorangegangenes nicht auf und macht einige schwer nachvollziehbare Zeitsprünge mit veränderter Ausgangslage.
Viele Szenenwechsel erfolgen zu abrupt, während Schicksale noch gar nicht vollständig besiegelt sind.
So erfolgt eine Szene am Roulettetisch auch gleich drei mal, nur mit verändertem Ausgang.
Vollends dröge oder verwirrend ist „Feedback“ aber nicht, da das ansprechende Grundthema immer wieder zu neuen Denkanstößen beim Betrachter führt, auch wenn diese im Film keine Verwendung finden.
Alles in allem reizt dieser sein Potential nicht konsequent genug aus, bleibt uns überraschende Pointen schuldig und bietet stattdessen drei Flüchtige vor Killer eines Syndikats bzw. Drogendealer hin zum Wundertelefon, um noch knapp eine Warnung auszusprechen.
Kann man so machen, ist auch nicht ganz übel, aber genau deshalb nicht in Ansätzen so ausgefuchst wie die Schicksalskorrekturen mit Schmetterlingseffekt.
5 von 10