Nach dem gefloppten " Daughter of Darkness " nahm sich Regisseur Stewart Gordon einer Kurzgeschichte von Edgar Allen Poe an. Diese wurde schon 1961 verfilmt, doch mit einer anderen Story, unter dem Namen " Das Pendel des Grauens ". Mit " Meister des Grauens " liefert Gordon einen guten Horrorfilm, welcher jedoch auch unter seinen Möglichkeiten liegt. Lag vielleicht am hölzernen Drehbuch von Dennis Paoli. Nur einzelne Elemente übernimmt man hier aus Poe´s Kurzgeschichte, allem voran die Idee mit dem Riesenpendel. Bei uns ist der Film leider nur gekürzt erschienen, wobei sich CIC hier mal zurückgehalten hat, mit den Kürzungen, daher ist unsere FSK 18 Fassung immer noch ansehbar. Bis jetzt wurde der Film nur auf Premiere gesendet, demnach ist es ein sehr unbekannter Film vom Horrorregisseur.
Story:
Spanien 1492: In der Stadt Toledo herrscht die heilige Inquisition unter der Leitung des grausamen Mönchs Torquemada ( Lance Henriksen ). Sie quälen unschludige Menschen und verurteilen sie aufgrund von Ahnungen zum Tode. Auch die hübsche Maria ( Rona De Ricci ) gerät in die Fänge der Inquisition. Ihr Mann Antonio ( Jonathan Fuller ) setzt alles daran sie zu befreien, doch Torquemada hat persönliches Interesse an Maria. Maria hat nun Tage voller Qualen vor sich und auch ihr Mann befindet sich bald in Gefangenschaft.
Es war eine grausame Zeit als die heilige Inquisition herrschte. Schon in " Der Name der Rose " wurde dieses Thema sehr ernsthaft behandelt, hier setzt man dies eher humorvoll um. Es gibt immer wieder Dialoge und Anspielungen auf die Heiligsprechung jener besagten Richter und Henker. Auch die Tatsache, dass sogar der Papst dies unterbinden wollte entspricht der Wahrheit, während die Einmauerung des Entsannten ( Oliver Reed ) wieder typisch Edgar Allen Poe ist. Hier fehlt mir eine klare Linie, denn eine richtige Story ist gar nicht vorhanden. Paoli ist hier gar nichts eingefallen, doch durch Gordon´s Können ist die Umsetzung sehr unterhaltsam. Ein paar kleine Längen kann auch Gordon nicht verhindern und auch die Szenen mit der Traumwelt von Maria, hätte man komplett weglassen können.
Vor allem atmosphärisch, erweist sich der Film als sehr gelungen. Die Kulisse Toledos sieht unglaublich stimmig aus, genauso wie die ganzen Kostüme. Das Gebäude der Inquisition erweist sich als wahre Festung mit vielen dreckigen Kerkern und einem großen Folterkeller. Gordon hat es einfach so gestaltet, wie er sich das Ganze vorstellt, was man als sehr gelungen bezeichnen kann.
Der Score beschränkt sich auf kirchliche Sounds, komponiert durch ein Orchester. Passt perfekt zum Film, aber ich hätte mir mehr Abwechslung gewünscht.
Die Spannung hält sich in Grenzen, doch an Action ist schon was geboten. Einige Kämpfe, zwar nicht übermäßig spektakulär, aber spassig anzusehen. Einige Morde durch die Inquisition, ziemlich explizit dargestellt, wie das Erwürgen, oder die Verbrennung der vermeintlichen Hexe. Daneben gibt es einige Folterungen und die tolle Szene mit dem überdimensionalen Pendel. Auf richtige Goreeffekte muss man größtenteils verzichten, aber Blut darf fließen und einige blutige Details werden uns nicht vorenthalten. Das Make up ist dabei immer auf dem besten Stand.
Lance Henriksen liefert hier eine Glanzleistung ab und spielt den Rest des Feldes an die Wand. Jeffrey Combs und Oliver Reed agieren weit unter ihren Möglichkeiten, wobei Combs Schauspiel immerhin noch schön ironisch ist. Rona De Ricci nervt ab und zu, während man Jonathan Fuller ganz gerne zusieht.
Fazit:
Ein solider Beitrag zum Thema Horror und Inquisition. Am besten ist die Atmosphäre mit dem ganzen Drum herum gelungen. Die Darsteller machen einen guten Job, vor allem Henriksen. Als mäßig erweist sich leider die Spannung und eine richtige Handlung ist nicht vorhanden. Action, Make up und F/X sind auf gutem Niveau. " Meister des Grauens " lässt sich gut anschauen, einige Ansätze sind wirklich gut. Insgesamt betrachtet sehr unterhaltsam, aber auch nicht mehr als guter Durchschnitt.