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Ein Frauenmörder, der einmal im Monat zuschlägt und seine Opfer mit einem Seil erwürgt, macht New York unsicher. Da es sich bei der letzten Toten um die beste Freundin der Bürgermeister-Tochter Bernadette gehandelt hat, gibt ihr Vater an den Police Commissioner Frank Starkey die Order heraus, seinen in Ungnade gefallenen Bruder und Ex-Cop Nick wieder in den aktiven Polizeidienst zu übernehmen und auf den Würger-Fall anzusetzen. Dieser bändelt bei seinen Nachforschungen nicht nur schon bald mit Bernadette an, sondern hat auch immer noch etwas für Franks Ehefrau Christine übrig, wegen der es damals zwischen den beiden zu einem Zerwürfnis kam. Die Ermittlungen in der Würger-Sache gehen derweil eher schleppend voran, und als der vermeintliche Killer nach seiner jüngsten Tat Selbstmord begeht, hält man die Angelegenheit für erledigt. Nick ist allerdings überzeugt, dass es sich dabei nur um einen Nachahmungstäter gehandelt hat, und benutzt Bernadette als Lockvogel, um dem eigentlichen Mörder eine Falle zu stellen… „Im Zeichen der Jungfrau“ ist ein uneinheitliches Mittelding aus Komödie, Kriminalfilm und Serienkiller-Thriller, das sich zwar sichtlich im Glanz seiner prominenten Besetzung sonnt, dessen Existenz man sich jedoch lediglich dadurch erklären kann, dass Drehbuchautor John Patrick Shanley im Jahr zuvor noch den Oscar für sein Skript zu „Mondsüchtig“ gewonnen hatte und deshalb nun einfach mal schreiben durfte, was er wollte, ohne die Einmischung irgendwelcher Produzenten befürchten zu müssen. Nun ja, man hat den Eindruck, dass der gute Mann sich beim Versuch, die verschiedenen Handlungs-Fäden und die Vielzahl der Charaktere unter einen Hut zu bekommen (und gleichzeitig auch noch für ein bisschen genregerechte Spannung zu sorgen) ein wenig übernommen hat, oder wieso sonst wirkt das Ganze irgendwie zerfahren und nur halb zu Ende gedacht? Am erfolgreichsten ist Pat O’Connors Streifen nämlich tatsächlich noch, wenn man ihn als reine Komödie betrachtet, der gesamte Sub-Plot rund um den Serienkiller ist da lediglich alberne Makulatur und hat nicht einmal TV-Film-Niveau. Die Details der Ermittlungsarbeit Kevin Klines sind (bewusst) absurd, einige Dialoge laufen schlichtweg ins Leere und das Zusammenspiel der Darsteller ist stellenweise (gelinde gesagt) suboptimal. Hmm, ob „Im Zeichen der Jungfrau“ vielleicht mal so etwas wie eine Parodie werden sollte? Man kann es nicht sagen. Für ein reines Mainstream-Publikum, das sich lediglich aufgrund der Star-Parade ins Kino verirrt hat, dürfte die Mischung allerdings gerade noch so ausreichen, auch wenn einem so manche Overacting-Entgleisung Rod Steigers doch Zahnschmerzen bereitet, denn der zieht echt zügellos vom Leder, wenn sich ihm die Gelegenheit dazu bietet… was so ziemlich bei jedem seiner Auftritte der Fall ist. Die Inszenierung versemmelt allgemein so einiges, einen durchgängigen Spannungs-Bogen gibt es hier nicht, und so verwundert es auch nicht, dass immer nur vereinzelte Szenen (nämlich die mit dem Mörder) so wirklich interessant sind, während ein Großteil der Laufzeit hingegen mit viel nichtigem Gelaber über die Runden gebracht wird. Einigermaßen gut funktioniert dann auch nur das Finale, bei dem Regie und Drehbuch dann allem Anschein nach auch endlich darin übereingekommen sind, welche Art von Film das hier werden sollte... wenn Kevin Kline sich mit dem in flagranti erwischten Frauenmörder Etage um Etage die Treppen eines Wohnhauses runterprügelt, ist das nämlich so ziemlich der einzige Witz, der auch wie beabsichtigt zündet. Schade, dass „Im Zeichen der Jungfrau“ diesen humorigen Ton nicht von Anfang an trifft. Was bleibt, ist dann immerhin die Erkenntnis, einen zumindest ungewöhnlichen Genre-Mix gesehen zu haben. Größtenteils passt hier allerdings eins nicht zum anderen, weswegen man den Streifen auch lässig als unbedeutend abtun kann.

5/10

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