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Merry Christmas

Schauplatz ist die Westfront in Frankreich im Jahr 1914. Zwischen den Ruinen eines alten Bauernhofes tobt der Stellungskrieg zwischen französisch-britisch/schottischen und deutschen Einheiten. Völlig sinnlos befehligte man die Truppen dorthin um den Feind am vorrücken zu hintern und das alles wenige Tage vor Weihnachten. In der Annahme dass die jeweils gegnerische Partei sogar am Fest der Liebe einen Angriff starten könnte machen sich sämtliche Soldaten auf das schlimmste gefasst. Doch wieder Erwarten passiert etwas vollkommen Unerwartetes, denn einer der deutschen Soldaten (Benno Fürmann) ist ein bekannter Tenor und beginnt am Heiligen Abend Weihnachtslieder zu singen. Die Resonanz bei den Kameraden und selbst beim -einige Schützengräber weiter liegenden- Feind ist überwältigend und sorgt an diesem Abend für ein kleines Wunder, denn die Soldaten lassen die Waffen ruhen und feiern gemeinsam das Weihnachtsfest.

Zu Beginn sollte ich gleich erwähnen dass dies, trotz der im 1. Weltkrieg angesiedelten Geschichte, alles andere als ein Kriegsfilm im herkömmlichen Sinne ist. Vielmehr bekommt man es mit einem sehr emotionalen Drama zu tun, welches aber wunderbar Funktioniert und aus der gegeben Situation heraus die Charaktere sehr glaubhaft agieren lässt. Man merkt sehr schnell dass diese Koproduktion aus Europa eine ganz andere Herangehensweise aufweist wie einer dieser typischen Hollywoodschinken. Der authentische Hintergrund zum Thema wird sehr ruhig und immer aus Sicht der Soldaten, die an der Front sind, geschildert. Dabei werden die gegnerischen Parteien im Prinzip Neutral dargestellt, weshalb der Zuschauer sich nicht wirklich für bzw. gegen eine der Nationen entscheiden kann und das ist gut so. Weiterhin hält der Film etliche emotionale Sequenzen -ob nun zum schmunzeln oder zum weinen- bereit, welche zwar nicht gänzlich Klischeefrei sind, aber doch hervorragend ihre Wirkung erzielen können.

Einziger Kritikpunkt meinerseits wäre die etwas unglaubwürdige, ja fast schon absurde, Situation als die deutsche Artillerie das feindliche Lager beschießt und man kurzerhand die gegnerischen Soldaten in seinen eigenen Schützengräben Schutz anbietet. Auf die Spitze getrieben wird der Spaß dann mit genau der gleichen Abfolge beim Beschuss des deutschen Lagers durch die englische Artillerie. Das passt nicht zum zuvor gesehenen und wirkt fast lächerlich.

Alle Darsteller, dieser illustren Runde, verkörpern ihren Charakter glaubhaft und sehr menschlich, wobei sich keiner besonders hervorheben tut. Die gezeigten Bilder wirken Kalt und erzeugen dementsprechend Atmosphäre. Musikalische Untermalung bleibt stets dezent um dann bei den synchronisierten Gesangseinlagen von Benno Fürmann und Diane Kruger umso gewaltiger aus den Boxen zu erklingen.

Im gesamten ein wirklich gut gemachter Kinofilm den man ruhig mal gesehen haben sollte!

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