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An vorderster Front im ersten Weltkrieg verbrüdern sich an Heilig Abend deutsche, französische und schottische Soldaten um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Die eigentlich befeindeten Soldaten lernen sich kennen und so ist klar, daß dies für alle Beteiligten weitreichende, sowohl persönliche als auch emotionale, Konsequenzen hat.

Noch keine Woche ist es her, daß ich hier im Forum damit rumprahlte, den Film bisher erfolgreich ignoriert zu haben. Aber, getragen von einer Laune die man nunmal manchmal hat (und auch nicht weiter erklären muß, kann ja nicht alles reflektieren) habe ich dem hier ansässigen lokalen Lichtspielhaus zwecks Sichtung dieses Machwerkes einen Besuch abgestattet. Und was soll ich sagen? Alle Vorbehalte, die man als Filminteressierter so gegen diesen Film hat treffen, mal voll und ganz, mal nur teilweise, zu. Was die Oscarjury dazu bewogen hat dieses Rührstück auf die Liste der Nominierungen für den Best Foreign Film zu setzen, wissen sie wahrscheinlich selbst nicht. Wahrscheinlich war noch ein Platz frei und man hatte nach Sophie Scholl keine Lust mehr sich noch einen ausländischen Film anzusehen. Ich denke, französisches Kino hat auch in eher mauen Zeiten wie diesen sicherlich besseres zu bieten.

Das Ganze kommt natürlich mit schön rührseligem Ende, so daß das Bildungsbürgertum während der End Credits noch ganz fassungslos angesichts der Grausamkeiten des Krieges sitzenbleibt und sich dabei an den Händen hält und sich dabei verspricht unbedingt wieder öfter ins Kino zu müssen. Am besten mittwochs, da läuft nämlich der besondere Film. Besonders erwähnenswert ist eigentlich nur noch die unsagbar dämliche Performance des wirklich bemerkenswert talentlosen Benno Führmann, die nur noch von Diana Krüger übertroffen wird, die es nicht mal hinbekommt lippensynchron zu singen (ja, zu allem Überfluss wird hier auch noch so einiges geträllert).

Geohrfeigt gehört auch Daniel Brühl, hat er doch sowas eigentlich nicht nötig. Komisch, daß der mir immer in mittelmäßigen bis schlechten Filmen als positive Ausnahme auffällt. Würde mich echt mal interessieren was der in einem guten Film so zu Wege bringen würde.

Die einzig erträglichen Momente hat der Film wenn versucht wird mit etwas Humor an die Sache zu gehen. Nicht daß hier mit Schenkelklopfern um sich geworfen wird, aber die ein oder andere Begebenheit lädt doch zum Schmunzeln ein und so gibt es auch von mir dann doch noch recht versöhnliche

03/10

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