Im Nachhinein stehe ich diesem Film ein wenig zwiespältig gegenüber, auf der einen Seite hatte man einen nervenaufreibenden Horrorschocker erwartet, der er zu keiner Zeit ist.
Auf der anderen Seite wird man nicht gänzlich enttäuscht, denn ein Psychodrama, das mit einer tristen, zuweilen fast surrealen Atmosphäre punkten kann, ist ja auch mal eine Abwechslung im mittlerweile unüberschaubaren Grudge-Alltag.
Apropos, wir begleiten einmal mehr S.M. Gellar, die hier die Hauptfigur Joanne spielt. Nach außen hin ist sie eine toughe und erfolgreiche Geschäftsfrau, doch seit einem Vorfall in ihrer Kindheit verfolgen sie Visionen und Alpträume, die mit der geschäftlichen Rückkehr in ihren Heimatort in Texas immer stärker werden. Was hat es mit Terry auf sich, dessen Frau vor Jahren ermordet wurde und wer ist der fremde Mann mit den schwarzen Stiefeln, der ständig in Joannes Nähe zu sein scheint?
Zu Beginn kann das Geschehen kaum beeindrucken, die Erzählweise ist schleppend und wenig aufregend. Erst mit dem Erscheinen Terrys, der Joanne aus einer misslichen Lage befreit, verdeutlichen sich die Hinweise auf die Auflösung, die Handlung nimmt Gestalt an und dem Zuschauer werden in Form von Flashbacks und Visionen verwertbare Hinweise geliefert. Doch es benötigt einige Zeit, um stärkeres Interesse für den Verlauf zu wecken, lange Zeit steckt einem die Erwartungshaltung, im nächsten Moment ein dunkelhaariges Geisterkind zu erspähen, im Hinterkopf.
Jedoch bereitet das Rätselraten zunehmend Freude. Schließlich will man ja wissen, was es mit den Seepferdchen auf sich hat, dem immer wieder kehrenden Song im Radio, mit der „roten Bar“, die Joanne in ihren Visionen betritt, in der sie aber nie zuvor war und welche merkwürdige Verbindung zwischen ihr und Terry liegt, den sie ebenfalls nie zuvor kennen gelernt hat. Und dann gibt es ja noch den Fremden, der beteuert, nur mit Joanne sprechen zu wollen, dessen Erscheinungsbild aber einen ganz anderen Eindruck vermittelt.
Zwar mangelt es der Erzählung an fesselnden Augenblicken und innovativen Plot Twists, doch die rar eingestreuten Schrecksekunden sind zumindest gut getimt.
Was jedoch trotz fehlender Spannungsmomente überzeugt, ist die allgemeine Tristesse, die die kargen Kulissen der texanischen Einöde erzeugen. Ob es eine einsame Kreuzung im Nirgendwo ist, die kilometerweit keine Zivilisation sichtbar macht, Terrys uriger, aber wenig einladender Arbeitsplatz, ein heruntergekommener Schrottplatz, die Absteige in La Salle, die Joanne kurzfristig bewohnt, - das alles wurde gekonnt eingefangen, lediglich das Spiel mit den Farben wirkt zuweilen unnötig und deplaziert. Dafür untermalt der Score die teilweise surreal anmutenden Bilder ungemein passend mit zurückhaltenden Hüllkurven und leisen Streichern.
Auf der darstellerischen Seite wirken einige Personen ein wenig gelangweilt. Gellar kann aus ihrer eindimensionalen Rolle zwar gerade noch genug herausholen, um nicht komplett unmotiviert herüber zu kommen, Sam Shepard macht als ihr Filmvater jedoch nur das Nötigste, gleiches gilt für Peter O´Brien der Terry verkörpert.
Nun trägt die Auflösung des Ganzen bekanntlich entscheidend zum Gesamteindruck bei und die hat mich dann doch halbwegs enttäuscht. Man kann sie zwar nachvollziehen, aber Leute, die mit Fantasy-Elementen nicht so viel anfangen können, mit dem Kopf schütteln lassen. Für meinen Geschmack etwas zu weit hergeholt.
So fällt denn auch mein Fazit nur bedingt positiv aus: Will man einen Horrorfilm mit Schockeffekten sehen, gilt es, einen großen Bogen um „The Return“ zu machen.
Reichen einem eine zumeist dichte Atmosphäre und genügend Puzzleteile, um sich im Kopf ein Gesamtbild auszutüfteln, ist der Streifen gar nicht mal so verkehrt. Zwar nicht sonderlich innovativ, doch nach einiger Anlaufzeit recht unterhaltsam.
6,5 von 10