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"Greasers werden immer Greasers sein und Socks immer Socks."

2 Jugendliche aus der Unterschicht, die der Jugendgruppe "Greasers" angehören treffen 2 Mädchen und verbringen mit ihnen den Abend ohne zu ahnen, dass ihre Freunde der Jugendgruppe der gehobenen Mittelschicht, den "Socks" angehören. Daraus entwickelt sich ein zunehmend härter werdender Konflikt der beiden verfeindeten Jugendgruppen.

Die Story ist gut und kann die Schwierigkeiten der Jugendlichen in den 60er Jahren gut darstellen und anhand dieses Beispiels auch die Problematik der Jugendbanden und Jugendkriminalität hervorragend veranschaulichen. Auch die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten werden gut hervorgehoben und kritisch behandelt. Die Charaktere sind einigermaßen solide gestrickt, wobei nicht jede wichtige Figur genügend charakterliche Tiefe bekommt. Der Konflikt zwischen den beiden Gruppen ist vielleicht ein wenig übertrieben, verschärft und brutal dargestellt, dies macht den Film aber auf jeden Fall spannender und spektakulärer. Darüber hinaus gibt es einige gute Symbole, die im Laufe des Films häufiger auftreten und einige hintergründige Dialoge. Die Wendungen sind teilweise vorhersehbar, können jedoch zum Großteil zünden und stellenweise die Spannung steigern. Alles in allem basiert der Film auf einer guten und hintergründigen Story.

Der Film läuft leider sehr langsam an und braucht eine Weile, bis er einen ordentlichen Unterhaltungswert entwickeln kann. Das Problem liegt darin, dass Coppola ein langsames Erzähltempo vorlegt. Für meinen Geschmack nimmt er sich zu viel Zeit, um die Charaktere, die beiden Banden und die Ausgangssituation darzustellen. Der Mittelteil wird dann zunehmend spannender, zumal sich die Lage zwischen den beiden Banden immer weiter zuspitzt. Wirklich spannend wird er leider dennoch nicht. Und wenn der Film dann vor dem finalen Kampf der beiden verfeindeten Jugendgruppen endlich richtig zünden kann, ist er auch schon fast wieder vorbei. Alles in allem ist der Unterhaltungswert mäßig.

Oscar-Preisträger Francis Ford Coppola setzt den Film solide um. Die Filmmusik ist ordentlich gewählt und kann vor allem die wenigen spannenden Szenen gut unterlegen. Die Kulisse ist sehr realistisch. Coppola wählt gute Drehorte aus, um die verschiedenen Schichten und Umfelder, aus der die beiden Jugendgruppen stammen darzustellen. Die Kampfszenen hätten vermutlich brutaler und damit dramatischer und abschreckender gewirkt, wenn Coppola nicht davor zurückgeschreckt wäre mehr Brutalität und Blut zu zeigen. Vielleicht hätte man die Kampfszenen anders umsetzen und damit eine FSK ab 12 Altersfreigabe riskieren sollen. Nach "Der Pate", "Der Pate, Teil 2" und "Apocalypse Now" ist dies dennoch eine Enttäuschung, da ich mir nach seinen zeitlosen Meisterwerken mehr von Coppola erhofft hätte. Mit "Rumble Fish" lieferte Coppola noch im selben Jahr erneut ein mittelmäßiges Jugenddrama ab. Mit "Bram Stokers Dracula" und "Der Pate, Teil 3" stellte er später unter Beweis, dass er es doch besser kann.

Im Film sind einige bekannte Hollywood-Stars am Anfang ihrer Karriere zu sehen. Matt Dillon ist hier in seinem ersten größeren Film zu sehen und stellt bereits hier sein Talent unter Beweis. Er war auch in Coppolas "Rumble Fish" zu sehen. Auch Patrick Swayze ist in einer seiner ersten Rollen zu sehen und zeigt bereits hier, dass er niemals Talent hatte und lediglich durch sein Aussehen bekannt wurde. Auch Rob Lowe und Superstar Tom Cruise sind hier in kleineren Nebenrollen zu sehen. Der gesamte Cast ist einigermaßen solide aber leider sehr unerfahren.

Fazit:
Die Story ist wirklich gut, hat Tiefe und kann die Problematik der Jugendbanden sehr gut veranschaulichen. Aber eine noch so gute Story bringt nichts, wenn der Film den Zuschauer nicht anspricht. Das Problem liegt darin, dass der Unterhaltungswert sehr gering ist und der Film erst zum Ende hin an Fahrt gewinnt. Da bringt auch Coppolas ordentliche Umsetzung nichts mehr, zumal man viel mehr vom Oscar-Preisträger erwartet hätte. Einige bekannte Hollywood-Stars sind hier in ihren ersten Rollen zu sehen. Der Film ist alles in allem mittelmäßig.

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