Review

Schwedens blutiger Beitrag zum Splatterkino und vor allem auf die Schneidewut in Deutschland ausgelegt. Regisseur Anders Jacobsson versteht sein Handwerk gut, doch der Großteil des Budgets ging für die vielen Goreeffekte drauf und er hatte sehr mit seinen meist laienhaften Darstellern zu kämpfen. Trotzdem ist " Evil Ed " vor allem dem Splatterpublikum zu empfehlen. Wie es zu erwarten war, wurde der Film um eine FSK 18 Freigabe zu erhalten radikal geschnitten, was zwar störend ist, aber mal wieder zeigt, dass der Film eigentlich Recht hat. Bei uns kam es nie zu einer Kinoveröffentlichung, nur die allseits beliebte Indizierung winkte.
Story:
Ein verwirrter Horrorfilmcutter hat Selbstmord begangen und nun soll der schüchterne Edward Svensson ( Johann Rudebeck ) seinen Part übernehmen. Doch die vielen brutalen Horrorfilme haben eine drastische Wirkung auf Ed. Er hat Wahnvorstellungen, sieht sogar Monster und bekommt von einem Dämon den Auftrag alle umzubringen. Ed verwandelt sich in einen eiskalten Mörder, sogar vor seiner Frau und Tochter macht er nicht halt. Nach vielen Morden rückt man ihm mit einer Spezialeinheit auf die Pelle.

Die Story ist nett ausgedacht. Auf der einen Seite geht man gegen die blutigen Horrorfilme und ihre Auswirkungen vor, auf der Anderen wird die Schneidekunst richtig in den Dreck gezogen. Klar dass Jacobsson hier vor allem auf Deutschland anspielt, da wir so ziemlich die meisten Schnittauflagen besitzen. Die Geschichte, wie sich der schüchterne Ed zum wahnsinnigen Killer entwickelt wird in knapp 90 Minuten ohne Längen erzählt. Leider nicht sonderlich spannend, doch ein paar gruselige Momente sind auch hier gegeben. Dies hat man vor allem der stimmigen Atmosphäre zu verdanken, denn das einsame Landhaus, oder im Finale das doch sehr heruntergekommene Krankenhaus, sind genau die richtigen Kulissen dafür. Daneben fährt man noch mit einigen Nebelmaschinen auf, um ein bisschen an die 80er Jahre zu erinnern. Auch der Score lehnt sich stark an dieses Jahrzehnt an und bietet eine tolle Untermalung.
Bei den Goreszenen geht es richtig blutig zur Sache und alles ist in guter, alter Handarbeit gefertigt worden. Das sieht man auch, denn die blutigen F/X stellen ganz klar die Höhepunkte des Films dar. Blutige Einschüsse, Gliedmaßen und Köpfe werden abgetrennt, oder sonstige Verstümmelungen werden geboten. Vor allem im actionreichen Finale geht es deftig zur Sache. Etwas störend ist nur der Auftritt des kleinen Monsters im Kühlschrank, das ist eindeutig zuviel des Guten, doch der Rest ist stimmig, wobei man so ziemlich ohne überraschende Wendungen auskommen muss. Der schräge Humor wurde passend eingefügt und nimmt dem Ganzen die Ernsthaftigkeit, was " Evil Ed " auch sichtlich gut tut.
Johann Rudebeck als Edward macht seine Sache wirklich gut. Den irrwitzigen Psycho nimmt man ihm locker ab, leider gilt das nicht für die restliche Besetzung. Ein paar Laien sind auch mit an Bord.

Fazit:
Goriger Splatterfilm mit witziger und gekonnter Story, rasant aber zu unspannend und überraschungsarm umgesetzt. Die vielen blutigen Goreeffekte sind toll in Szene gesetzt, Kulisse und Score sind stimmig. Die Darsteller lassen zu wünschen übrig.
Der Film macht unheimlich Spass und ist vor allem der Splatterfraktion zu empfehlen.

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