Nach einer wahren Begebenheit. Philip Seymour Hoffman spielt den schillernden Schriftsteller Truman Capote, der mit "Kaltblütig" einen der wichtigsten Romane des 20. Jahrhunderts schrieb. Der Film beschäftigt sich mit der Entstehung eben dieses Werks, für das Capote in einen kleinen Ort in Kansas ging, wo ein brutaler Vielfachmord an einer Familie verübt wurde, und mit den Tätern, Polizisten und den Bewohnern sprach.
Truman Capote gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller der Neuzeit und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch ihm ein filmisches Denkmal gesetzt wird und mit der Entstehung von "Kaltblütig" nahm man sich das zentrale Ereignis im Leben des Literaten vor, dass ihn stark veränderte. Die Story ist alles in allem solide und bietet neben wichtigen Daten über Truman Capote und einem ausführlichen Porträt des Literaten auch einen tiefen, vielschichtigen Einblick in den Kriminalfall, der ein einschneidendes Erlebnis im Leben von Truman Capote werden sollte. Die Dialoge zwischen Capote und den beiden Killern, die ihn bis kurz vor der Vollstreckung ihrer Todesstrafe das Motiv für ihre brutale Tat nicht nennen wollen sind klasse gemacht, genauso, wie die einzelnen Fassetten des Literaten gut behandelt werden, auch wenn seine Homosexualität ein bisschen zu kurz kommt. Alles in allem wird dem Literaten aber ein gutes Denkmal gesetzt.
Mit Philip Seymour Hoffman, der für seine Darstellung absolut zu Recht den Oscar als bester Hauptdarsteller erhielt steckt der richtige Mann in der richtigen Rolle. Hoffman spielt die Rolle des exzentrischen und homosexuellen Schriftstellers hervorragend und wirkt wie der echte Truman Capote. Durch dutzende Nahaufnahmen sieht man sein starkes Spiel noch deutlicher. Mit seiner gewohnt hohen Leinwandpräsenz stellt Hoffman nach starken Leistungen in "Unterwegs nach Cold Mountain" und "Der talentierte Mr. Ripley" erneut sein Talent unter Beweis. Mit Catherine Keener steht ihm eine ebenfalls starke Darstellerin zur Seite, die mit ihrer intelligenten Art sehr gut in ihre Rolle passt und ebenfalls für den Oscar nominiert wurde. Mit Oscar-Preisträger Chris Cooper, der als Ermittler eine gute Leistung abliefert und mit den anderen Darstellern, die ebenfalls überzeugen können, ist der Cast auf jeden Fall gelungen.
Trotz des interessanten Themas und der überragenden Leistung von Philip Seymour Hoffman ist "Capote" leider nicht so fesselnd, wie er hätte werden können. Beim Aufbau von Spannung und Dramatik tut sich Regisseur Bennett Miller bei seiner ersten größeren Produktion sehr schwer, obwohl die Materie eigentlich sehr interessant ist. Zum Ende hin wird der Film zwar relativ emotional und im Ansatz dramatisch, aber wirklich mitreißend ist das Werk zu keinem Zeitpunkt und lediglich die größten Fans des Autoren werden den Film richtig spannend finden. Die Musik ist ebenfalls nicht sonderlich überzeugend und kann keine dichte Atmosphäre aufbauen und das Erzähltempo ist vor allem am Anfang ein wenig zu langsam, sodass sich der Film mit dem Aufbau von Spannung noch schwerer tut. Dafür setzt Miller seinen Hauptdarsteller perfekt in Szene und inszeniert die Dialoge zwischen Hoffman und den beiden Mördern ebenfalls sehr stark. Dennoch bleibt der Beigeschmack, dass mehr drin gewesen wäre.
Fazit:
Trotz der starken Leistung von Philip Seymour Hoffman und der interessanten Story ist "Capote" leider nicht so fesselnd, wie er hätte werden können. Dennoch ist das Werk empfehlenswert, da die Materie wirklich interessant ist.
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