"I usually have an idea of something I'd like to see or try to do, and then I build a story around that."
"Well, a lot of my fans feel that my films aren't violent enough! I did a film called Mean Guns that was really violent but there was no blood. I try to only use violence if it's useful in eliciting a feeling from the audience. I don't think I do gratuituous violence. I try to stay truthful to the worlds I create."
"There weren’t many rap movies being made — I think Mean Guns was the first pairing of a traditional action hero, in that case Christopher Lambert, with a rapper, which was Ice-T. There were a lot of those movies after that, but I think my place in the industry has been to stay ahead of the curve in the concepts. In the late ’80s, visually, rap was pretty interesting and I liked what the music was saying, so I tried to bring that to the movies. Also, those were the first movies I tried to do digitally."
~ Albert Pyun
Etwas größere Produktion seitens Albert Pyun, welcher in den Neunzigern speziell durch die Abnehmer des Heimvideomarktes noch auf treue Kundschaft zu hoffen und diese Klientel auch durchaus mit zuweilen namhafter Besetzung und entsprechenden Prämissen zu bedienen und sich auch eine folgsame Basis aufzubauen vermochte; hier allen voran durch den damals noch zugkräftigen Christopher Lambert, der im früheren Ultimate Chase - Die letzte Jagd (1996) schon auftrat, hier aber auch mehr Gesellschaft vertraut. Filmisch ein Kandidat für die vermehrte und nachhaltige Sichtung, aufgrund des höheren Tempos für einen Pyun, der sich nicht bloß auf der überschaubaren Handlung ausruht, sondern diese auch füllt, und mit einem zum Geschehen konträren Soundtrack von Anthony Riparetti aufzuwarten vermag, der allein schon die halbe Miete und für die Effektlastigkeit des Werkes verantwortlich ist:
Der für das Syndikat tätige Gangsterboss Vincent Moon [ Ice-T ] hat eine Liste mit etwa 100 Leuten, die irgendwann mal Mist gebaut haben und ausgeschaltet werden sollen. Anstatt sie einfach umzubringen, beschließt er, sich einen Spaß zu erlauben: Er lockt sie alle, darunter der ominöse Lou [ Christopher Lambert ], dessen früheren Partner Marcus [ Michael Halsey ], seine neue Partnerin D Kimberly Warren ], die Kronzeugin Cam [ Deborah Van Valkenburg ], und die nur zusammen tätigen Auftragskiller Hoss [ Yuyi Okumoto ] und Crow [ Thom Matthews ] plus deren neue Begleitung Barbie [ Tina Cote ] unbewaffnet in ein noch geschlossenes, kurz vor der Eröffnung stehendes Hochsicherheitsgefängnis und überschüttet sie mit Eimern voller Waffen, Munition und Baseballschlägern, damit sie sich gegenseitig umbringen können. Den drei Überlebenden wird eine Belohnung von 10 Millionen Dollar versprochen. Das Chaos bricht aus.
Im Knast ohne Gnade ist man hier, präsentiert von Filmwerks, geadelt durch die Kameraarbeit von George Moordian, vom Anfang her begonnen, überall schon Tote in den Gängen und Treppenhäusern, "Also erzähle ich mir selbst etwas. Mir selbst.", Ice-T mit den ersten Sätzen und der rückwärts gewandten Einleitung, eine kleine Partie Schach wird gespielt. Die Neueröffnung eines Gefängnisses steht an, noch ist das Gebäude leer, eine Zeitungsnachricht hat uns darüber informiert, es geht um einfache Sätze, manchmal auch schlichte Worte, es geht um "Erlösung" und andere schwerwiegende Zutaten, ein schnelles Opfer bald, warum weiß nur der Schütze und manchmal dieser auch nicht. Pyun hier gleichzeitig am Experimentieren und Ausprobieren als auch am Schaffen eines Genrevertreters, die Bilder durch Mooradian edel, die (Twin Towers Correctional Facility) Architektur aus Stahl und Glas und Marmor, die Fotografie gleitend und schwebend den Personen hinterher, der normale Score zuweilen peitschend. Der Fokus wird ab und an verloren, die Hintergründe versucht darzureichen, eine Problemlösung im Mittelpunkt des Szenarios, eine Beweisführung und eine drängende Staatsanwaltschaft, Täter und Opfer und Gute und Böse, wenig Federlesens mit den Menschen, dafür eine weitreichende Blutleere, anfangs zumindest. Ein Syndikat wird erwähnt, Schmiergelder und eine anstehende Eröffnung, "Warum ist denn alles so still hier?", eine Gefühlskälte trotz ab und zu sonnendurchflutenden Einstellungen, viele Menschen sind auf Befehle und Anordnung hier. Von Kultur wird geredet und Zitate geboten und etwas philosophiert, über die Bedeutung allgemein, leere Worthülsen ohne sie geboten, dafür ein Hauptschauplatz, welcher lang und breit vorgestellt wird und bald eingeweiht und ausgiebig exekutiert; das Skript vom Debütanten Andrew Witham, vorher und hinterher nichts von diesem gehört.
Die Waffen hat man beim Eingang abzugeben, die Gesellschaft ist außen vor, keinerlei Umgebung gezeigt, einmal eine verlassene U-Bahn-Station, ansonsten nur das Sicherheitsnetzwerk in und unter Beobachtung. Lambert und seine Funktion hier eingangs noch offen, der Rest sind vielerlei Kanonenfutter und andere Schergen, dazu ein paar der üblichen Nebendarsteller von Pyun, die hier erneut ihre Aufwartung machen, (mit Halsey) ein Mick Jagger für Arme und Matthews und Okumoto beispielsweise. Um Eleganz geht es, um Synchronität, um Musik und Spiel und Tanz, um möglichst lässiges Auftreten und möglichst lose Dialoge, um einzeln hervorstechende Szenen und ihre Eingliederung in das Gesamtkonzept, ein im Videozeitalter auffälliges Prinzip. Steril und aseptisch die Herangehensweise, Pyun, wie er leibt und lebt, mit "Pfeifenkopf" und "Arschgesicht" als Begleiter, die zur Fahrstuhlmusik, zur Muzak ihre Show präsentieren, dazu Lambert als blondes Zugpferd, als bekanntester Namen in der Präsentation, zuweilen gar im Kino noch auftretend, hier in der komplett anderen, dafür mit 2 Mio. USD für eine Handvoll Drehtage (drei von insgesamt vierzehn) teuer entlöhnten Fraktion; "I think he's an underappreciated talent who has once in a generation charisma. I adored working with him and I hope his performances in my films rank as some of his better because we really tried, under a short schedule, to do good work.", die längere Abwesenheit des damals noch vereinzelt auch für Hollywood tätigen Darstellers merkt man im Übrigen nicht, er ist gut eingebunden und zahlreich zu sichten.
"Die Erde dreht sich noch.", heißt es hier, dazu fallen einige Flüche und Schimpfworte, "Schlampe" vor allem, aus dem Munde des tödlichen Veranstalters, des Hintergrundmannes, Pyun auch verliebt in seine Zeitlupen und die gezerrten Aufnahmen und sich wiederholenden Perspektiven sowie die stete Phrasendrescherei. Ein Todesspiel wird veranstaltet, ein Millionenspiel, zuviel gesehen und zuwenig getan, eine Preisverleihveranstaltung für den besten Killer, den besten Messerstecher, eine böse Ansage und eine ebensolche Prophezeiung. Ein Spiel mit wenig Gewinnern und vielen Verlierern, eine Konkurrenzausschaltung ohne Regeln, nur nach der Theorie vom Darwin, dem Recht des Stärkeren gehalten. Eine abgeschlossene Arena, "Keine Angeberei mehr, ihr Scheiß Ratten.", erneut ein Schuss ohne Blutverlust, dafür eine Frist gesetzt, ein Countdown des Schicksals, sechs Stunden, dann ist Schluss.
Zum wahren Mambo-King wird bis dahin hier verkehrt, die Waffen in den Haupteingang geschüttet, das ganze Arsenal und kistenweise, nur ohne Munition zuerst, erst die Lässigkeit und dann die Hektik, Mooradian versucht dem Ganzen Aufwand und Breite und Größe beizugeben, zuweilen gelingend und zuweilen scheiternd, ein Budget vorhanden noch, aber im Verhältnis kleiner, das Kill 'Em All. Schwarz und weiß als Unfarben dominieren das Geschehen, eine erste Prügelei mit Baseballschlägern, etwas unfeine Kampfkunst, dann schon einige Waffen leer und auf dem Boden viel Verlust. Die handelnden Personen interessieren naturgetreu weniger, ein allgemeines Gemetzel, dass sich brutaler abhört als es eigentlich ist, von der Gesinnung her nur für die Erwachsenen geeignet, aber nicht wirklich blutrünstig oder blutdürstig, die Grausamkeiten sich für andere Werke aufgespart, hier ein tänzerisches Umfeld, die (fast) familienfreundliche Menschenjagd. Für Pyun ist das trotz Chargentum und Overacting sowie unsteter bis steifer Montage und Masse statt Klasse noch oder wieder Bewegungskino par excellence, in bemüht pulpiger und zwischendurch versucht humoristischer Herangehensweise, "Große Klappe, heiße Luft und nichts dahinter.", die Fußstapfen auf dem Boden tönend und scheppernd, das Nutzen der Pumpgun von Lambert, die Töne wie die Dialoge hallend und stumpf und dumpf, die vielen Schusswaffen klackernd, die Abmischung geschludert wie im Verdruss. "Das hier ist kein Kindergarten.", für spätere Jahrgänge der Isolation und Langsamkeit und dem Nichtvorhandensein von Produktionsmitteln und Vermarktung wurde hier schon geübt, wenn auch noch in besser aufgestellter Weise, die Aktionen etwas schneller als die Reaktionen, dazu einige traumatische Erinnerungen, etwas Bewandtnis in der Szenerie, die sich in viel Lärm ergeht und dennoch schnell abnutzt, "Kennt Ihr die Geschichte von den drei Bären?", das Problem des inhaltsleeren Überflusses.