George Clooneys Zweitwerk als Regisseur gehört zu den Favoriten der diesjährigen Oscars, auch wenn es bei den Golden Globes kürzlich leer ausging. Ein kleiner, auf den ersten Blick recht unspektakulär wirkender Schwarzweißfilm, der sich bei näherer Betrachtung als unglaublich straff inszenierte Geschichtsstunde mit aktuellen Bezügen erweist, die den Zuschauer nicht mehr loslässt. Dabei geht es um die Kommunistenverfolgungen in der McCarthy-Ära in den USA der 50er-Jahre aus der Sicht eines Fernsehmoderators, der sich mit dem modernen Hexenjäger anlegt und damit den Stein zum Untergang McCarthys ins Rollen bringt.
Hervorragend gespielt, wird die kammerspielartige Handlung schnörkellos, aber ziemlich rasant und ohne Verschaufpausen von Clooney (der auch eine Nebenrolle spielt) vorangetrieben, was ihm zumindest eine Oscarnominierung als Bester Regisseur einbringen dürfte. Zwar wird der Zuschauer von den Charakteren emotional nicht sonderlich berührt, sondern beobachtet das Geschehen aus der Distanz, aber auch das trägt in diesem Fall zum eigentümlichen Reiz des unkonventionellen Films bei. Man muss wahrlich kein Prophet sein, um vorhersagen zu können, dass es Clooney als Regisseur sehr weit bringen kann, vielleicht weiter noch denn als Schauspieler. 8,5/10