Ja, ich bin mit nicht wirklich großen Erwartungen an dieses Sequel eines Kingfilms rangegangen, weil fast kein Sequel eines Kingfilmes bisher auch nur das anschauen gelohnt hat, beste Beispiele "Kinder des Zorns 2" und "Der Rasenmäher-Mann 2". Nun hab ich mir auch den zweiten teil von Manchmal kommen sie wieder angesehen, und ich weiß nicht ob es daran lag, dass ich mit Null Erwartungen an den Film gegangen bin, aber ich muss sagen, dass er gar nicht so schlecht war.
Die Story ist im Prinzip ein Abziehbild von Teil 1 und der gleichnamigen Kurzgeschichte Kings: Der Reihe nach kehren totgeglaubte Rowdies aus den Gräbern zurück um ihrem Peiniger das Leben schwer zu machen. Das dabei erst mal die restliche Familie des verhassten Todbringers dran glauben muss scheint nicht wirklich notwendig, wird aber trotzdem hochgespult.
Das der Film an seinen Vorgänger nicht rankommt, ist klar, denn Manchmal kommen sie wieder war eine der besten Verfilmungen einer King-Kurzgeschichte und kann sich ohne wenn und aber auch mit den größeren und bekannteren King-Werken messen. Das es ein Sequel geben musste war nicht selbstverständlich, denn das Ende von Teil 1ließ sowas nicht wirklich zu. Und kurzum wärmte man alles nochmal auf, lässt einen Protagonisten aus dem ersten Werk kurz mal erwähnen, damit man aufs Cover schreiben kann "STEPHEN KINGS" und schon ist der Auflauf fertig.
Höchst verwunderlich ist allerdings die Tatsache, wer hier denn so mitspielt, denn unbekannt sind die Schauspieler dieses Sequels nicht. Michael Gross kennt man wohl am besten als Waffenaar Burt aus der "Tremors" Reihe und Hilary Swank ist nun wirklich allgemein bekannt. Nur leider ist die gute Hilary in diesem Film noch relativ am Anfang ihrer Karriere und dementsprechend unerfahren ist sie auch - mit einem Wort: Sie nervt irgendwann. Dann hätten wir da noch Strahlemann Alexis Arquette, der zumindestens in diesem Film gar nicht mehr aufhört zu grinsen. Dennoch bringt er sowas leicht debil-verrückt-diabolisches rüber, was durchaus unterhaltsam ist, von seinein beiden Aushilfen mal abgesehen, den die werden nicht sehr oft ins Licht gerrückt und sind auch nicht wirklich schauspielerisch mit einer höheren Kunst gesegnet wurden.
Alles in Allem lässt der Aufbau dieses Films auch zu Wünschen übrig. Wurden im ersten Teil die totgeglaubten Rowdys nach und nach ausgebuddelt und einigermaßen vorgestellt, sieht man hier eigentlich nur den guten Alexis als Tony, wie er hier und da mal auftaucht und verschwindet und ab und zu mal eine nette Teufelsmaske auflegt. Das kam allerdings alles im ersten teil glaubhafter rüber, die Charaktere sowie die Masken, und auch wirklich spannend wird das Sequel nur manchmal. Eine Atmosphäre hat man vorsichtshalber gleich auf Sparflamme gedreht und wirklich erschrecken tut man sich auch nicht oft. Überraschungen keimen hier und da mal auf, nur werden sie nie ausgeschöpf. Und der Gewaltgrad wurde auch auf ein vielfaches erhöht, so sieht man, wie ein Rasenmäher den Kopf eines Typen umkachelt und in jeder zweiten Szene schneidet sich jemanden den Finger ab oder lässt sämtliche Warnungen der Mutter beiseite und schneidet sich mit dem Messer manch unangenehme Wunde. Lächerlich wirds auch mal, wenn ein armes Mädchen mit wild herumfliegenden Karten aufgeschlitzt wird. Aber naja, wenns in solchen Filmen brutal wird dann wirds auch gerne richtig brutal.
Alles in Allem kann man trotzdem sagen, dass der Film ganz nett unterhält und manche zum Teil unerwähnten Elemente der Kurzgeschichte aufgreift, die im ersten Teil gefehlt haben.
Fazit
Ich bin in Spendierlaune und geb dem Film mal 6 Punkte, den wirklich schlecht ist er nicht, aber auch nicht besonders gut. Die Schauspieler strengen sich an, kommen aber manchmal unfreiwllig komisch oder einfach nur nervig rüber. Aber wie gesagt, irgendwas hat der Film, auch wenn er die Story des ersten Teils nur schemenhaft übernimmt, unterhaltsam ist er allemal.
6/10