“Moab was much better than Monument Valley. You had motels with air conditioning and things like that, and you had a great restaurant, The Red Door. You weren’t quite as remote as you were when working [in Monument Valley]. Then, it was almost like being in the cavalry, you know.”
“It didn’t have the same oomph that the other Ford pictures had. I really thought it was one of the lesser films. But when you look at it today, you really realize how good it is.”
~ Michael Wayne
“That was one of my worst memories as an actor. And it wasn't on the set. We were having dinner in the mess, you know, and Ford was at the head of the table, with Maureen and Duke, and I was sitting a few seats away, and Ben was opposite me. You had to be careful around Ford, because he could be - sensitive, if he thought you were criticizing him in any way. He could be very touchy. Well, Ben made a comment to me, "There sure was a lot of shooting ing today, but not a lot of Indians bit the dust." And Ford looked up and said, "What?" And Ben said, "I was talking to Dobe, Mr. Ford." And Ford said, "I know that. What did you say?" And Ben just said, "I was talking to Dobe." And then Ford called out, "Hey stupid, I asked you a question!" Well, Ben got up, slammed his chair into the table and walked out. Ford asked me to go after him, and tell him he didn't mean it, but (I went) and Ben wouldn't come back. See, Ford heard that and thought that we were criticizing his ability to shoot stunt scenes. That was it for Ben. He finished the movie, but Ford could be sensitive like that.“
~ Harry Carey, Jr.
Nach Bis zum letzten Mann (1948) und Der Teufelshauptmann (1949) der Abschluss der sogenannten Kavallerie-Trilogie von John Ford in der Zusammenarbeit mit James Warner Bellah, einem oft als Pulp-Fiction Autor bezeichneten Mann, dessen Meinung gerade bezüglich der indigenen Einwohner (Bellah hielt sie für "gemeine Barbaren") man auch nicht teilte, aber vorher und später (bei Der Mann, der Liberty Valance erschoss, 1962) erfolgreich zusammen gearbeitet hat und sich gegenseitig respektierte, zumindest in der Kreativität, in der Konstruktion des Plots, in der Personenkonstellation. Hier noch als Republic Production, die Frühzeiten auch des Schaffens von John Wayne, die alte Truppe schon zusammen, ein füreinander einstehen, vor der Kamera wie hinter ihr, der Westen noch wild, noch nicht altersmild, noch glorreich in der Ausgestaltung, noch auf Tempo und nicht Sinnieren eingestimmt:
Im Sommer 1879 wird Oberstleutnant Kirby Yorke [ John Wayne ] an der texanischen Grenze als Kommandeur des 2. US-Kavallerieregiments eingesetzt, um Siedler gegen Angriffe plündernder Apachen zu schützen. Yorke hat gerade den Anführer der Apachen gefangen genommen. Die Apachen nutzen Mexiko als Zufluchtsort vor der Verfolgung, und das Regiment leidet unter einem ernsthaften Truppenmangel. Yorke, der seit 15 Jahren von seiner Frau Kathleen [ Maureen O'Hara ] und seinem Sohn entfremdet ist, nachdem er auf Befehl seines Kommandeurs während der Shenandoah-Tal-Kampagne im Amerikanischen Bürgerkrieg die Plantage seiner Familie im Süden in Brand gesetzt hatte, muss dabei feststellen, dass der versprochene Nachschub in Männern nicht nur wesentlich geringer als gefordert ausfällt, sondern auch sein Sohn, Trooper Jefferson (Jeff) Yorke [ Claude Jarman Jr. ] einer von 18 Rekruten ist, die zum Regiment geschickt wurden; letzterer scheint das Treffen besser zu verdauen und freundet sich schnell mit Travis Tyree [ Ben Johnson ] und Daniel "Sandy" Boone [ Harry Carey Jr. ] an. Bald stehen die Soldaten vor einer neuen Bedrohung.
Eine Rückkehr ausgerittener Truppen ins Fort steht an, kommt man nach Hause , die Soldaten sichtlich geschaffen, sichtlich lädiert und müde, manche nur verletzt heim gebracht, manche gar nicht. Es wird sich noch einmal zusammengerissen bei der Ankunft, der Anschein gewahrt vor den Frauen und den Kindern und den anderen Daheimgebliebenen, das Fort der Rückzugsort, man arbeitet mit Indianern als Späher und Fährtenleser zusammen, erst wird Bericht erstattet, über das was passiert ist. "Es war ein ununterbrochener Kampf über 30 Meilen...", ein Kampf gegen die Apachen, am Rio Grande war das Ende der Attacke, dort durfte man nicht überschreiten, laut Aussage der Politik, man muss sich dran halten, ob man will oder nicht. Eine schlechte Nachricht steht noch an, der Sohn von Kirby wurde aus der Militärakademie ausgeschlossen, schlecht in Mathe ist man gewesen, 15 Jahre hat man sich nicht gesehen, ein halbe Ewigkeit, und trotzdem schnell vergangen. Neuankömmlinge treffen im Fort ein, darunter auch eine bekannte Stimme, es kommt, wie es kommen muss, ein ungewohntes Wiedersehen, eine Zusammenkunft. Ein Generationenkonflikt steht an, eine Vater-Sohn-Geschichte, jeder mit Pflichten von 10 Männern, die Rationen sind fast aufgebraucht, die Reserven an Nachzüglern und Verstärkung, der Sohn erinnert sich nicht mehr an seinen Vater, wie soll er auch, eine Fremdheit zwischen beiden, 15 Jahre nicht gesehen, "Die Pflicht zwingt uns oft zu harten Maßnahmen.", es gibt eine persönliche Ansprache, ein Leben voller Arbeit und Strapazen wird versprochen.
Vater und Sohn sind nicht auf Konfrontation, der Zufall hat sie zusammen gebracht, es wird das Beste aus der Situation gemacht, Befehl und Ausführung sowieso im Vordergrund, die Hierarchie bestimmt, unabhängig von der familiären Komponente, eine doppelte Erziehung hier, Truppenführer und Rekrut. Auf die Kriegshistorie wird verwiesen, die römische Kampfeskunst, ein ewiges Kämpfen, es gibt erste Stunts hoch zu Ross, es gibt erste Schwierigkeiten, es wird u.a. ein Pferdedieb aus Texas gesucht. Beweisen will man sich hier etwas, eine stete Prüfung, bald auch eine Prügelei, oft erst das Ergebnis, dann die Rückführung zum Anfang. Wayne ist dabei erstmal außen vor aus dem Blick, viel wird auf den Sohn geschaut, seine Ankunft, seine Eingliederung, über das Alter gelogen, ohne Vater, nur bei der Mutter großgeworden, eine ständige Herausforderung; Wayne dennoch mit seinen Auftritten der Fokus des Geschehens, der einzige wahrhaft präsente Darsteller, der Rest ist anwesend. Schauspielerisch ist das übersichtlich gehandhabt, die Frauengeschichte löst gar das Bekreuzigen eines Begleiters aus, hinzu zum Generationenkonflikt nun auch der Geschlechterkrieg, die Streitereien zwischen auseinander gelebten Eheleuten, kaum eine Begrüßung, viel Zwiespalt, hinausgezögerte Annäherung.
Ford, der den gegenüber seinen Vorgängern deutlich preiswerteren Western selber bloß als Voraussetzung für sein Herzensprojekt Der Sieger (1952), einer Verfilmung von Maurice Walsh' "Der stille Mann" und dies im 'Schnellschussverfahren' gedreht hat, gedanklich schon woanders war, und zudem Vorgaben seines Produzenten erfüllen musste, die ihm nicht so recht in den Kram passten, macht das Beste aus der Misere; Wayne selber verzichtete auf seine üblichen 10% der Profite und 'begnügte' sich mit 100.000 USD Gage, keine unbeträchtliche Summe, wenn man bedenkt, dass er wieder das Ziel von Fords Tiraden wurden, eine Hassliebe auf Ewigkeit, ein zusammengewachsenes Gespann. Es wird erstaunlich viel gesungen hier, auf Anweisung von Herbert Yates wurden die Sons of the Pioneers in den Film integriert, zuweilen fühlt man sich in einem Musical, die Herangehensweise ist auch eher ruhig, es wird sich Zeit gelassen, es wird sich wohl gefühlt im Fort, in Sicherheit gewogen, solange noch die Möglichkeit dazu besteht. Der Film mehr als intimes Drama, eine Familiengeschichte, eine Liebesgeschichte, auf eine kleine Einheit konzentriert, ein Trio an Menschen, die sich erneut kennenlernen müssen, die übereinander sprechen statt miteinander, mit unterschiedlichen Motivationen, mit gleichen und wiederum anderen Ansinnen. Ein Versagen wird gefürchtet, ein Entlassungsgesuch angestrebt, eine einseitige Behandlung, im zweiten Drittel kommt für einen Moment die Aktionsgeschichte zustande, von jetzt auf gleich der Angriff, von außen wie von innen, mitten in der Nacht und ohne Vorwarnung, mit Brandfackeln, mit Pfeil und Bogen, eine treibende Auseinandersetzung, ein Vorgeschmack auf Kommendes, auf den eigentlichen Zweck.
Basierend auf einer Kurzgeschichte von Bellah, auf der 1947 erschienenen "Mission With No Record", steht eher das Formelle im Vordergrund als das Materielle, zuweilen wird Humor eingefügt, dann wieder antike (Melo)Dramatik installiert; die Naturaufnahmen noch das Beste am Geschehen, das Reiten und Wandern in der Hitze, der Zusammenschluss der verschiedenen Stämme als Gefahren, die Stuntsequenzen, dazu der Rio Grande als Endpunkt der Vormachtstellung, ansonsten wird viel aus- und der Fantasie überlassen, mehr das Ergebnis gezeigt als die eigentlichen Ereignisse, zuweilen ein Umgehen des Spektakulären, ein halbes Musical dafür. Insgesamt (trotz einem furiosen Überfall auf den Familientross und der finalen Befreiungsaktion) eine deutlich weniger imposante Arbeit vom Team Ford/Wayne, die vorher und hinterher mehr ihren Beitrag zum Genre gebracht haben, der Zeit teilweise gar voraus waren, die Gattung Western gefordert und gefördert, hier bloß die altmodische Pflichterfüllung in seltsamer Mischform (samt "Gesangsverein" bzw. "Regimentschor") statt der wahrlich beeindruckenden Kür.