Nach Bis zum letzten Mann a.k.a. Fort Apache (1948) und vor Rio Grande (1950) der zweite Film in John Fords „Kavallerie“-Trilogie, erneut im Monument Valley im Süden Utahs und Nordosten Arizonas gedreht, ausnahmsweise der einzige des Trios, der in Farbe gehalten ist; zudem wurde über Charles Bickford als Hauptrolle spekuliert, Bickford ist heutzutage wahrscheinlich unbekannt, war aber jeweils '43, '47' und '48 in der Kategorie Bester Nebendarsteller für den Academy Award nominiert. Am Skript haben auch gleich drei Leute nacheinander gewerkelt, erst hat der Originalautor der jeweiligen Kurzgeschichten, James Warner Bellah den Text für ein anderes Medium adaptiert, danach Laurence Stallings beauftragt, Tempo, Struktur und Dialoge des Drehbuchs zu verbessern (und zu erweitern), Frank Nugent machte den Feinschliff. Das Budget war geringer als bei Fort Apache, ursprünglich schon, und wurde durch schnelle, da diesmal das Territorium bekannte Dreharbeiten auch großzügig unterboten, der visuelle Stil wurde ausdrücklich nach Frederic Remingtons Westernmalerei ausgerichtet:
August 1876. Der alternde Veteran Captain Nathan Brittles [ John Wayne ] genießt seine ruhigen Routinen und seinen bevorstehenden Ruhestand aus der 2. US-Kavallerie. Alles herrscht ruhig in Fort Starke, einem kleinen Grenzarmeeposten, das Aufregendste ist noch die lebhafte Rivalität der Truppenoffiziere 1st Lt. Flint Cohill [ Harry Carey Jr. ] und 2nd Lt. Ross Pennell [ Harry Carey Jr. ] um die Zuneigung der flirtenden Olivia Dandridge [ Joanne Dru ], der hübschen Nichte des Kommandeurs des Postens. Ihre Verstöße gegen das Kavallerieprotokoll und die Etikette der Offiziere geben Brittles mehr als ausreichend Gelegenheit, sie streng zu betreuen. Alle Ruhe verschwindet, als die Nachricht von einem Ausbruch der Cheyenne und Arapaho aus ihrem Reservat nach dem Sioux-Massaker an George Armstrong Custers Truppen in der Schlacht am Little Big Horn den Posten erreicht. Brittles hat die Aufgabe, sie zurückzudrängen, was dort möglicherweise einen neuen Indianerkrieg auslöst.
Prächtig in Technicolor gehalten demnach, die Fanfare tönt, die Darsteller sind bekannt, Wayne und seine übliche Truppe, seine Mannschaft, die er gerne um sich hat, beruflich wie privat, vor und während und nach dem Dreh, seine Jungs. Nach dem Tod von General Custer beginnt die Geschichte, der Bericht wird weitergereicht, macht seine Runde, die Siedlungen werden alle informiert, die Indianer haben sich vereinigt, eine rasende Kutschfahrt, durchgegangene Pferde, eine unvorstellbare Geschwindigkeit aufgenommen, fast amokgleich die Stunts, die hier präsentiert werden, die Vierbeiner triefend vor Schweiß, führerlos durchbrennend. Dem Hauptmann wird auch Bericht gemacht, diverse schlechte und eine gute Nachricht, Wayne hier mit Schnauzbart und ergrauten Haaren, er steht kurz vor der Pension, nur noch 6 Tage, er trägt sie genau ein, er zählt sie runter. Die Farbenfreude kommt dem Film zugute, sie wirkt wie eine Belebung in all der ersten Not, tote Männer und eine andauernde und weiterhin drohende Niederlage, nur noch die Kavallerie vor Ort, die Armee ändert sich nie, wird hier gesagt, es bleibt dabei. Die Pfeile, die in der Kutsche und im ehemaligen Fahrgast 'stecken', werden gründlich untersucht, man hat seine Hausaufgaben gemacht, viele Stämme wären möglich, auf einen wird sich festgelegt, man ist zum Schutze anwesend, nicht zur Freizeit.
'Frauenzimmer' gibt es hier natürlich auch, mehrere zugleich, einige störrisch in den Augen des Verantwortlichen und des Zuschauers, andere liebreizend und passiv, Ford hat sich meist den Männer im Film gewidmet, erst spät dem anderen Geschlecht ein Gesicht gegeben, in Sieben Frauen, ein Flop am Ende seiner langen und ertragreichen Karriere. Blau, dunkles, starkes Blau ist hier der vorherrschende Ton, dazu ebenso starkes Rot, es wird lektoriert und lektioniert, schon zu Beginn eine Diskussion von mehreren Seiten geführt, eine Art Rechtsprechung, eine intelligentere Schreibweise, nur der verkleidete Wayne wirkt etwas ungewöhnlich in der älteren Statur, zuweilen scheint auch das Studio hervor. Manche Bilder erinnern tatsächlich an "Wild West im Weltraum" a.k.a. "Spectre of the Gun" (1968) aus Raumschiff Enterprise (1966 - 1969), der Western-Episode dort, ein späterer Jahrgang und eine andere Geschichte, aber auch die Erzählung einer letzten Aufgabe, die Warnung eines angekündigten Todes. Freunde werden hier begraben und die Gräber gepflegt, viele Jahre und Jahrzehnte hat man schon den Dienst gemacht, viele Kameraden fallen sehen, zuweilen redet man mit sich selber, ein Zusprechen von Trost, man begießt die Toten, es kommen noch einige hinzu, der Start zeigt schon die Vorboten. Selbst die eigene Familie hat man verloren, die Frau, niemand wartet daheim auf die Heimkehr, es wird in Erinnerungen geschwelgt, wenn auch nur so kurz wie nötig, so lang wie möglich. Routinen wiederholen sich, Abweichungen sind eigentlich nicht geplant, frische Anordnungen kommen herein in den Stützpunkt, man ist nicht begeistert darüber, man sieht die Notwendigkeit aber ein. Eine Rangordnung ist hier gemacht, noch wird auch etwas (kindlicher, oder kindischer Haudrauf-)Humor mit hineingebracht, ein "respektvoller "Protest" auch, schriftlich festgehalten, dazu eine narrative Dreiecksbeziehung, dramaturgisch sicher, wenn auch ein 'alter Hut', Kintopp von früher, von Opas Kino.
Bald geht es raus aus dem sicheren Wall, ist dieser für Einige nicht mehr sicher genug, möchte man kein Risiko eingehen, ein Ausritt wird gemacht, eine Patrouille und ein Begleitschutz gleichzeitig, in atemberaubender Landschaft, in Bildern gedacht, den Kameramann geführt und angeleitet, das Ressort mit übernommen, der Gewinn des Academy Awards nur die logische Schlussfolgerung. Zwischendurch wird abgestiegen von den hohen Rössern, wird gelaufen, eine Wildwestromantik für eine Zeitlang präsentiert, trotz Staub in den Augen der Frauen und entsprechendes Murren. Das Klima wird später sowieso noch rauer, sowohl von den Menschen als auch von der Natur, werden einige Aufnahmen für die Ewigkeit gemacht, werden die Ureinwohner und ein Wirbelsturm gekreuzt. Der Weg ist das Ziel hier, die letzten Tage werden lang, manchmal Umwege lieber auch gemacht statt Abkürzungen, der Sicherheit wegen, Abschiedsgesuche schon eingereicht, ein bisschen Charakterisierung der anderen Personen auch gemacht, zwischendurch auch immer wieder debattiert, in Abwechslung mit den glorreichen Panoramen, selbst die Figuren im Film sind erstaunt und sprachlos oder bewundernd im Gerede. Mal schwere Töne angeschlagen, mal unterhaltsame, "immer deshalb, immer dasselbe", eine überschaubare Prämisse mit vielen Facetten, visuell ein Hochgenuss sondergleichen, ein Edelwestern, in Format und in Formation groß bis großartig, es würde auch als Stummfilm funktionieren, man versteht die Taten auch ohne Worte, ein Aktionsgeschehen, rasch die erste Konfrontation, die ersten Warnschüsse über die Köpfe hinweg, eine Vorhut überfallen, ein Rapport, eine Beförderung versprochen, eine Aufmunterung.
Im zweiten Drittel häufen sich die Angriffe, Kriegstrommeln werden geschlagen, Skalpmesser geschärft, "ganz schöne Ponyherde", die Zeit des Redens ist vorbei, es wird geflohen, dem Pferd die Sporen gegeben, die Landschaft gleichzeitig unendlich und einengend, kein Widerspruch hier, dann in Blitz und Donner geritten; der Kameramann wollte das Filmen abbrechen, es wurde weiter riskiert. Den Singsang einzig könnte man weglassen, eine Marotte des Filmemachers, eine Tradition damals, eine Motivation, de Trilogie im Übrigen ohne Zusammenhang, außer dem Thema und im ersten und dritten 'Teil' eine Namensangleichung, hier nicht, keine Übereinstimmung. Viele diverse Actionszenen werden hier geboten, abseits der führerlosen Kutsche zu Beginn oder einer Stampede durch ein Indianerdorf auch mal das Aufbrechen einer von den Cheyenne geführten Umzingelung, letzteres gerade zu rechten Zeit, als Glück im Unglück, auch Frauen und Kinder nicht verschont, das Feindbild ist eindeutig, es wird hier schwarz und weiß gehalten, manchmal mitten im Gespräch gestorben, ein stilles Heldentum. Ein brennender Wagen ist manchmal alles, was überbleibt, mittendrin ein Fehlschlag klassifiziert, salutiert und trompetet, ein Gebet gesprochen, immer wieder ein gleiches Duell, die Dreiecksbeziehung noch das größte Problem, "lassen sich gehen wie ein neu eingetretener Kadett", auch das wird vom Filmemacher erkannt, aber trotzdem in Augenschein genommen, die Handlung damit gedehnt, einfallsreicher ist man in der Darstellung der Szenerie, es gibt offene Konfrontationen und heimliches Zuhören, dazu ein 'wildes' Gebaren der eigentlichen Bevölkerung.
Loben muss man das Bemühen der Crew, ab und zu wirkt man recht realistisch gerade im Umgang der Second Unit, dem Außendreh, den wackeligen Pfad gerade der Wagen, ein auf und ab und quer und nieder, ein schlenkerndes Konstrukt, hinten fällt die halbe Ladung raus, so steil ist der Anstieg, so steil auch der Abstieg, das Gelände immer unwirtlicher, da ist die Flußüberquerung noch gar nicht mitgezählt. Ein Abenteuerspektakel, ein Hohelied mit Mann und Maus quasi, mit Pferd und Hund, mit dem Gegner im Nacken und vor und um sich, ein Todeskommando sondergleichen, gegen "Schwärme von Indianern mit Winchestern", die Qual den Leuten ansehend, "nur in der Praxis lernt man." Ein Kreuz auf dem Kalender noch, der letzte Tag in den "Jagdründen der Rothäute" ist nah, es wird geschnäuzt, mal offen und mal heimlich, emotional insgesamt das Geschehen, ein wenig Propaganda auch, ohne das (und eine Barschlägere im Slapstick pur) geht's nicht, zum Abschied wird geküsst, hier (noch) kein Totenhemd. Traditionalität wird geboten, Romantik, keine Modernität, es wird in alten Zeiten geschwelgt, viel gesungen, Temple natürlich das Glanzstück des Filmes, auch dieselbe Gage wie die beiden Männer, das Fort ansonsten eher gottverlassen wirkend, am Ende der Welt, isoliert, sich im eigenen kleinen Radius drehend, Wayne ist zuweilen gar nicht im Bild. Die Gespräche sind etwas steif, wie die krachledernde Komik, es wird von besseren Zeiten geträumt, dazu ein halbes Musical, kein Liberty Valance hier, mehr Matinee, mehr Massen-Entertainment, anfangs für jeden etwas dabei. Dramatischer wird es später, es zählt die Vorbereitung, das Areal dann zunehmend gefährlich, erste Anzeichen deutlich und näherkommend, die Ansprachen konkreter, es wird nicht mehr diskutiert, es wird kommandiert, Befehle verteilt, aufgesattelt, Soldat und Indianer gespielt. Schüsse fallen, die Unterzahl sieht man beizeiten, die Unterlegenheit, mal wird von rechts kommend die Bedrohung gefilmt, mal von rechts, die Geschwindigkeit wieder entscheidend, einige böse Pferdestunts dazu, manchmal trifft es auch den Menschen darunter, von den Hufen getroffen. Ein fremdes Land wollte man erobert und besiedeln, nun gibt es die Quittung, darüber wird nicht gesprochen, ansonsten schon viel geredet, einige Flüche ausgesprochen, die Grundlagen abgeschnitten, der Nachschub der Indianer ebenso wie der Kommunikationsweg der Soldaten. Visuell atemberaubend zuweilen eingefangen, inhaltlich geht es erst gen dritten Drittel so richtig los, Konfrontationen auf mehreren Ebenen, innerlich wie äußerlich, vorher viel 'gesoffen' und getanzt, gezögert und gezaudert, geträumt und gestritten, geliebt und gekämpft; am Ende ist alles falsch und trotzdem alles schlüssig in sich.