Eigentlich ein fürchterlicher Film! Fürchterlich insofern, als dass er eine durchtrieben offensiv-patriotische Botschaft vermittelt, die aus unserer heutigen Sicht nach kaltem Krieg, Vietnam, Irakkrieg, Afghanistan und den kriegerischen Auseinandersetzungen und Machtdemonstrationen rund um die Ukraine in ihrer Naivität zum Kopfschütteln und sogar Ärgern führt. Was dem Zuschauer hier vermittelt wird, das kam nach dem 2. Weltkrieg in den USA mit Sicherheit gut an, denn ihren Soldaten und ihren vermeintlich heroisch-brüderlichen Tugenden wurde hier zum einen ein Denkmal gesetzt und zum anderen die kommende Generation beworben.
Vor dem Hintergrund der Entstehungszeit und seinem erwähnten Ziel muss man nun aber auch konstatieren, dass Allan Dwans Film mit teils beeindruckenden Bildern (auch aus dem Archiv) seine Ziele sicherlich erreicht hat. Die Massenszenen mit ihren Explosionen, Einschüssen und den grauenhaften Flammenwerfereinsätzen haben eine dokumentarische Wucht, der man sich nur schwer entziehen kann. Dem gegenüber stehen die merklich im Studio entstandenen Szenen, in den sich die Soldaten kindisch balgen oder sich in kurzen, stereotypen Unterhaltungen ergehen und die daher wenig authentisch wirken. John Wayne hat für seine Darstellung des harten Drill-Instructors Stryker eine Oskar-Nominierung erhalten. Auch hier fragt man sich aus heutiger Sicht: warum? Er spielt seine Rolle im Rahmen dessen, wie seine Filmfigur angelegt ist, passabel, reiht sich aber ein in die Reihe der Figuren, die in den USA kurz darauf in den 50er Jahren in diversen Science-Fiction-Filmen auftraten: relativ steif gespielt, wenig menschlich wirkend (auch wenn mittels seiner Familiengeschichte im Film versucht wird, ihm auch eine kleine, weichere Ader zukommen zu lassen) und immer auf das große Endziel fokussiert. Insofern scheint die Oskar-Nominierung wohl eher der Rolle als dem Darsteller gehört zu haben.
Blendet man nun die Botschaft, die unverblümt vorgetragene Propaganda für die US-Marines, sowie die Haltung gegenüber dem japanischen Gegner aus (grauenhaft auch, wie die japanischen Soldaten in die Story eingebunden werden: Nur in ganz wenigen Momenten tauchen sie auf und dann als fiese, heimtückisch angreifende Figuren, die die amerikanischen Soldaten meucheln. Demgegenüber wird das Töten der Japaner durch die Marines als vollkommen gerechtfertigt vermittelt), bleibt dennoch erstaunlicher Weise ein Film, der auch den kritischen Zuschauer stellenweise in seinen Bann zieht. Er stellt zudem auf Grund seiner inzwischen über 75jährigen Historie einen Klassiker des amerikanischen Propagandafilms dar, der sich mit der Eroberung der Pazifikinsel Iwo Jima eines Kriegsgeschehens widmet, das für die USA zu Zeiten des 2. Weltkriegs vor allem durch das Bild des Hissens der US-Flagge in die Geschichte eingegangen ist. Wer am Hintergrund der Entstehung dieses ikonischen Fotos interessiert ist: Diverse Seiten im Netz beschäftigen sich mit diesem „Fake-Foto“ - schaut nach!