Der junge Yezhuangzi [ Danny Lee ] will nach dem Tod des Vaters und der Abzahlung der offenen Schulden das Leben erkunden; hinaus in die weite Welt. Dafür bietet sich ein Job auf dem Boot von Duobo [ Ku Feng ] am besten an, der die Theatertruppe von Boss Wang [ Yeung Chi Hing ] befördert. Dieser hat mit seiner Hauptatrice Ge Yiqing [ Lily Ho ] auch einen kommenden Star an Bord, der von ihrer Mutter [ Ouyang Shafei ] noch extrem unter Erfolgsdruck gesetzt wird. Yezhuangzi verliebt sich in Yiqing und macht ihr einen Antrag, der von der Mutter mit der Zahlung von 3000 Dollar als Mitgift genehmigt wird. Zur Abzahlung muss er sich aber am Drogenhandel von Duobo beteiligen...
Regisseur Chang Tseng - chai hat eine Vorliebe dafür, das ihm zugeteilte Material möglichst in einer recht kurzen Laufzeit abzuhandeln, so weisen The Casino und The Fugitive sogar noch eine geringere Ausbreitung auf als River of Fury, der auch nur knapp auf 80min erreicht.
Das Problem speziell hierbei ist vor allem, dass diesmal die Geschichte auch für mehr gelangt hätte; so wirken einige Punkte sehr schnell abgehandelt und hätten mit stärkerer Betonung auch mehr Ausdruck erlangt.
Andere Elemente sind dafür wieder zu häufig angesprochen, deren Artikulation man gar nicht gebraucht hätte. Als wenn Chang unsicher war, was für den Fortgang wichtig ist und was nicht und die falsche Wahl getroffen hat.
Trotzdem schafft er den gesamten Erzählbogen, da die wichtigsten Sequenzen alle gelungen sind; besonders die notwendige Personenkonstellation ist trotz der Kürze präzise herausgearbeitet. Veränderungen der Emotionen bzw der Motive und damit aller Hauptcharaktere sind nachvollziehbar und auch rational logisch; hat also alles einen sehr sicheren Stand in der Konstruktion.
Aber der Rest drumrum zieht das Ergebnis immer wieder runter.
Missfallen haben vor allem die ständigen Aufführungen der kleinen Theatertruppe, die ihre Stücke dann anscheinend in gesamter epischer Breite präsentieren dürfen; gefühlt zumindest. Wer ein Faible für die Chinesische Oper hat, kann sich ja gerne an den Sprechdialogen in Versform zur Begleitung der viersaitigen Mondgitarre erfreuen, aber alle anderen sind verdrossen.
Wenn die gespielten Stücke eine Hinführung oder anderen Bezug auf den Filminhalt hätten, wäre nichts dagegen auszusagen. Obwohl sich die verschiedenen Medien mit den identischen Themengebieten wie Anprangerungen gegen gesellschaftliche Mißstände, Treue von Männern und Frauen, Liebes- und Heldengeschichten durchaus für eine Überschneidung anbieten würden, wird das wird aber nicht genutzt.
Nun wundert es im Nachhinein, wieso man derartiges Füllmaterial – grob gesagt – überhaupt brauchte, lässt man die für eine Emphasis wahren interessanten Elemente nämlich fast komplett aussen vor.
So wird Yezhuangzi mal eine Woche mit wichtigem Auftrag von Duobo weggeschickt und verschwindet damit einfach im Off, ohne auch nur annähernd zu erwähnen oder gar zu bebildern, was in der Zeit vor sich ging.
Die Präferenzen der Handlungsführung unterscheiden sich da doch erheblich von denen den Zuschauers; auch der Titel in seiner Verweisung auf Fist of Fury trägt seinen Anteil dazu bei, dass man eher was anderes als erwartet und auch gehofft zu sehen bekommt.
Mehr Drama als Action, mehr gescheiterte Liebe und aufgegebene Träume als Kampf gegen Ungerechtigkeit.
So ist auch das Martial Arts recht klein geschrieben: Ein fast nur als Alibi für eine spätere Annäherung des damaligen Liebespaares wirkender Fight sieht den aufdringlichen Mr. Zhang [ Fan Mei Shang ] auch die strahlende Yiqing umschwärmen, aber einen Korb bekommen. Das wird erst mit Buhrufen quittiert und dann mit Erstürmung der Bühne; Yezhuangzi und Duobo eilen tatkräftig zur Hilfe.
Der Showdown kommt mehr oder minder out of nowhere. Einen Zeitsprung von zwei Jahren macht man so abrupt, dass man dann noch gar nicht aufnahmebereit für etwas anderes ist, ein Grossteil der Wirkung wird damit auch verspielt.
Die Choreographie von Yuen Cheung Yan und Yuen Woo Ping geht soweit in Ordnung, lässt aber die extremen effect shots wie in The Casino völlig missen; ausserdem ist das Ausmaß [ = Zweikampf ] eher bescheiden.
Die Endszene selber ist gut, wäre der eine falsche Aussage beinhaltende Monolog nicht; in der der Protagonist gleich seinen allerersten Schritt bereuht. Die Möglichkeit eines nur stabiles Jetztzustandes ohne jedweger Veränderung und Risiko ist wohl kaum die bessere Alternative zu etwas im Leben wagen und scheitern.
Hat trotzdem gefallen – vor allem die Performance von Lee ist überraschend überzeugend -, aber hätte nicht so oft in die falsche Richtung inszeniert werden müssen.