Review

Inhalt:

China, zur Zeit der ausgehenden Ming-Dynastie, die von den manchurischen Qing im Norden massiv bedroht ist. Zwei Männer hat das Schicksal zusammengeführt: Der Eine ist Bai Yipeng (Ling Yun), der Andere ist der junge Schwertkämpfer Xiahou Xiatong (Wong Yue). Bai Yipeng rächte einst die Auslöschung seiner Familie durch den Leng-Clan und dessen Oberhaupt (Lo Lieh). Als Bai Yipeng fast 30 Mitglieder des Leng-Clans tötete, kann auch Leng Ruyun (Chan Shen) seinem Schicksal nicht entgehen.

Leng Ruyun gehörte zu den "Cold Blooded Five" (Chiang Tao, "Bruce" Tang Yen-Tsan, "Frankie" Wang Wei, Dick Wei), der Führungs-Riege des Clans. Bai Yipeng lässt vom Töten ab, als er sich in die Clan-Tochter Leng Qiuxia (Lily Li) verliebt, sie gar schwängert. Doch die verbliebenen "Cold Blooded Five" stellen Bai Yipeng eine raffinierte Falle, sie wollen eine Karte die im Besitz Bai Yipengs ist, und die zu einem sagenhaften Schatz führt. Bai Yipeng wird verkrüppelt, und kann nie wieder kämpfen. Die "Cold Blooded Five" wähnen Bai für tot, doch überlebte dieser in einer unzugänglichen Höhle. Viele Jahre vergehen...

Xiaohou ist der Sohn eines getöteten Ming-Generals, deshalb verfolgen ihn die Qing. Das Schicksal führte Xiahou und Bai Yipeng zusammen, Xiahou will Bai rächen und die "Cold Blooded Five" vernichten. Die junge Schwert-Amazone Ningzhi ("Esther" Niu Niu) wird zu seiner Gefährtin. Sie gehört aber dem Leng-Clan an.

Doch in welchem Verwandschaftsverhältnis steht sie wirklich? Als dies offenbar wird, steht sie an der Seite Xiahous, und es kommt zum gnadenlos-brutalen und blutigen Kampf gegen die "Cold Blooded Five", ein Show-Down auf Leben oder Tod. Wird es Xiahou Xiatong und Leng Ningzhi gelingen, Bai Yipeng zu rächen...?

Kritik:

Ein schöner, spannender, klassischer Eastern, den Ho Meng-Hwa im Jahre 1980 für die Studios der Shaw Brothers realisierte. Und ein Eastern, den man vor allem eingangs und bis zu Mitte hin, auch eher für einen aus den Baujahren 1969-1972 hätte halten können, so schön klassisch old school kommt dieser Streifen der Shaw Brothers daher. Aber ich muss als Anhänger des Studios, auch was deren frühe Eastern-Filme betrifft, sagen, das tat diesem Streifen ziemlich gut.

Die Story ist von Ho Meng-Hwa denn sehr dicht in Szene gesetzt, absolut handlungsdicht gestaltet, führt denn das Schicksal einen verkrüppelten Helden und einen jungen, ernsthaften und integren Mann zusammen. Der eine wird der Schüler des anderen, dann wird die Rache konsequent und durchdacht angegangen. Das ist spannend umgesetzt, mit vielen Fights garniert, konzentriert und intensiv inszeniert und von den Akteur*Innen gespielt. Die Fight-Action bringt die Geschichte voran, und die typische Shaw-Atmosphäre, wo "draußen" wieder drinnen in den Studio-Sets der Shaw Brothers ist, macht auch "Swift Sword" zum Seh-Genuss und zur routinierten Unterhaltung für den Eastern-Fan und Anhänger des Studios.

Wong Yue ist der junge Held hier, und er spielt die ernsthaft angelegte Figur die er verkörpert überzeugend, konzentriert und intensiv. Das gefiel viel besser, als die ja oft schalkhaften Rollenbilder jener Zeit in denen er zu sehen war. So wie Alexander Fu Sheng immer dann am Besten war, wenn er ernsthaft angelegte Rollen spielte, war das auch bei Wong Yue so. Und er ist ein flink-agiler Fighter.

Ling Yun ist sein Partner, einmal mehr der geheimnisvolle Killer, doch alsbald ist seine Figur gelähmt und gehandicapt. Doch Ling Yun spielt auch dies souverän, irgendwie die "Dunkle Macht" hinter dem jung-agilen Helden Wong Yue. 

Die Villains sind prominent besetzt, allen voran Lo Lieh als großväterlicher Clan-Boss und "White Hair"-Villain. Erst zum Ende hin, im Finale, fightet er, aber das war zu verschmerzen. "Frankie" Wang Wei, Chiang Tao und "Bruce" Tang Yen-Tsan spulen ihre Schurken-Rollen kalt runter, gut so!

Auch bei den weiblichen Rollen Shaw-Prominenz: Lily Li spielt wieder süperb, "altert" im Film würdig, und agiert konzentriert, so wie "Kara" Hui Ying-Hung in einer Neben-Rolle. Agile Fighterin und die weibliche Haupt-Rolle, das oblag diesmal dann doch einer Shaw-Actrice aus der 2. Reihe: "Esther" Niu Niu, die das ebenfalls konzentriert und ohne Schnickschnack, fast kalt, machte. Auch sie dann eine agile Fighterin.

Wichtigstes einmal mehr: Die Fightaction, überwiegend Swordplay, aber auch einige KungFu-Fights, die immer wieder diesen Eastern durchziehen. Rasant-dynamisch, blutig und vor allem im Finale fetzte und rockte die Fightaction "Swift Sword" ins Happy-End-Ziel. 

Schöne Kämpfe, gelungene Shaw-Atmosphäre, dicht und spannend inszenierte Handlung und konzentrierte Darstellungen, machen aus "Swift Sword" einen prima Eastern und eine flott-routinierte Unterhaltung für den Fan des Genres und des Studios.

7,5/10.

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