Review

Inhalt:

China, in der MartialWorld zur Zeit der Ming-Dynastie. Wu Daotong (Jamie Luk) besitzt das "Black Iron Token", ein eisernes Artefakt und machtvolle Insignie. Nach einem heftigen Kampf gerät es in die Hände eines Tagediebs, "Bastard" (Kuo Chui aka Philip Kwok).

Der Motian-Meister Xie Yanke (Wong Lik aka Wang Li), der Besitzer des "Black Iron Token" nimmt dieses nach einem weiteren Kampf wieder an sich. Doch Master Shi Qing (Tang Ching) erinnert Xie an sein Versprechen, demjenigen einen Wunsch zu erfüllen, der das "Black Iron Token" findet.

Xie Yanke nimmt "Bastard" mit, und will ihm in seiner geheimen Todes-Grotte die Kräfte des "Yin & Yang" verleihen. Doch dies übersteigt "Bastards" körperliche Möglichkeiten, er wird fast getötet.

Im letzten Moment retten ihn Bei Haishi (Sun Chien) und seine Männer vom Zhangle-Clan. Sie glauben, er sei ihr Anführer Shi Zhongyu. "Bastard" sieht Shi Zhongyu derart ähnlich, dass dessen Geliebte Dingdang (Candy Wen Xueh-Erh) ihn ebenso für Shi Zhongyu hält, wie all jene, die Shi töten wollen. Denn Shi Zhongyu (ebenfalls Kuo Chui aka Phillip Kwok) hatte einst die Tochter des Clan-Boss Bai (Chan Shen) brutal vergewaltigt, was gesühnt werden soll.

Nach einigen Wirren und Scharmützeln klären sich die Dinge. Doch es muss noch zum Endkampf, zum Show-Down um Leben oder Tod kommen: Denn die "Guardians of the West", White Tiger Angel (Chiang Sheng), Green Dragon Angel (Chu Ko) und Red Bird Angel (Ricky Cheng Tien-Chi) haben Master Shi Qing gekidnappt!

Kritik:

Tja, nicht gerade der beste Film von Chang Cheh mit den "Venoms", nicht gerade der beste Film von Chang Cheh insgesamt. Es machte sich gar etwas Enttäuschung in mir breit, denn da ist man von Kult-Regisseur Chang Cheh und seinen "Venom"-Stars doch erheblich besseres gewohnt. "Ode to Gallantry" gilt denn auch als der Vorletzte der "Venom"-Eastern Chang Chehs, und Auflösungserscheinungen dieser Verbindung CC/"Venoms" prägen bereits diesen insgesamt eher schwächlichen Streifen der Shaw Brothers.

Im Jahre 1982 drehte denn Chang Cheh mit den verbliebenen "Venoms" Kuo Chui und Sun Chien -zu deren Dunstkreis auch Chiang Sheng und Wong Lik (aka Wang Li) hier zählten- diesen Eastern, der immerhin einmal mehr durch die exklusiv-fantastischen Sets der Shaw Brothers, der entsprechend starken Shaw-Atmosphäre, eine üppigen Ausstattung, insgesamt recht solide Darstellungen und einen fulminant-furiosen Endfight punkten kann.

Das waren denn schon die Pluspunkte. Was "Ode to Gallantry" zu einem schwächeren Werk Chang Chehs und den verbliebenen "Venoms" macht, sind seine so wirre -da komplex überladene- wie zäh-langweilige wie letztlich auch hanebüchene Handlung, die leider auch fast weitestgehend ohne richtig gute KungFu-Fightaction, eigentlich ein Markenzeichen vorheriger Produktionen dieses Top-Teams, auszukommen meint. Chang Cheh versäumt es merkwürdiger Weise, den Plot  auch mal zwischenzeitlich durch KungFu-Action ala "Venoms" -allesamt ja herausragende Kampfkünstler- vielleicht entscheidend aufzupeppen.

Was dann bleibt ist eine verwirrend-zähe Story um einen kleinen Tagedieb, der mit einem gefährlichen, aber letztlich gar harmlosen Gang-Anführer verwechselt wird, konfuse Intrigen und wirr aneinandergereihte Handlungsstränge. Die starke Shaw-Atmosphäre mit detailreich-luxuriöser Ausstattung, bemühte Darsteller und ein dennoch irgendwie hohes Tempo können die Mankos denn auch nicht wegtünchen.

Kuo Chui (aka Phillip Kwok) ist der "Held" in der Doppelrolle -zudem auch ein Mini-Schurke mit dem der "Held" verwechselt wird. Agil und flink, aber diese Figur ist auch naiv-einfältig angelegt. Das macht natürlich zusätzlich zu den Storyline-Mankos die Identifikation mit der Hauptfigur schwierig, um es noch freundlich auszudrücken. Kuo Chui bemüht sich immerhin, sich da irgendwie durch das schmal-wirre Script wühlend durch zu ackern.

Wong Lik (aka Wang Li), böse oder irgendwie doch nicht? Böse gucken und scheinbar finstere Absichten, das war´s. Also eine unausgegorene Figur. Auch Wong Lik war da nicht zu beneiden, aber mühevoll auch sein Spiel.

"Venom" Sun Chien, seine Figur verliert sich irgendwie, immerhin bringt er "Venom"-Prominenz mit und agiert solide. Tang Ching als sonorer Master -von was eigentlich?- spielt er mit gewisser Würde. Chan Shen wie gehabt als bärbeißiger Clan-Boss, ganz okay.

Die weibliche Rolle hat "Candy" Wen Xueh-Erh, niedlich ist sie, aber auch hier: Was sollte sie da so genau? Auch ihre Figur verwechselt den "Helden" mit dem soften Schurken, und verliert sich in diesem hanebüchenen Verwechslungsspiel.

Immerhin fällt eine andere Darstellerin auf: Die bildschöne Yau Chui-Ling in der Rolle der "Shijian", einer dieser Clan-Damen die hier in Shaw´s Luxuskulissen auf- und untertauchten, ist was fürs männliche Auge.

Nachdem sich alles mit einem Mal in Wohlgefallen auflöst, tauchen aus dem Nichts plötzlich noch drei geheimnisvolle Bösewichte auf, damit am Ende noch ein Show-Down diesen Eastern Chang Cheh´s endlich mit kerniger KungFu-Fightaction ins Ziel bringen soll. So sind denn Chiang Sheng, Chu Ko und Ricky Cheng Tien-Chi zwar die bunt anlackierten Fight-Füller aus dem Nichts, aber sie bringen endlich mit furioser KungFu-Action tatsächlich Chang Cheh´s zäh-wirres Verwechslungs-"Drama" ins Ziel. Die 3 sind also gar nicht mal so unwichtig!

Der Endfight, endlich kernige, furios-fulminante KungFu-Action, stark choreographiert -hier wirkte als Fight-Instructor neben Kuo Chui und Chiang Sheng noch "Venom" Lu Feng mit-, ist noch das Beste, das einzig wirklich Gute in diesem Eastern der Shaw Brothers.

Eine üppige Ausstattung, die exklusiv-starke Atmosphäre der Shaw-Studios, und ein furios-spektakulärer Endfight, machen aus "Ode to Gallantry" kein Glanzstück des Genres, sorgen aber immerhin noch für wohlwollende, recht knappe 4,5 von 10 Punkten in meiner Bewertung.

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