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Sehr langweilige Verflimung einer Bordellgeschichte von Emile Zola. Vertaubter Theaterfundus, breiter Raum wird eintönigen Varietenummern und stummen Sexfilmchen - weder lustig noch erotisch - gegeben. Die junge Debütantin Nana (Katya Berger) ist der Star eines Pariser Bordell, in die sich alle Männer verlieben (sofern man das Wort hier gebrauchen kann). Einer ist der junge Grafensohn Hector Muffat (Marcus Beredford), den die Leidenschaft zu Nana gleich bei seinem ersten Bordellbesuch seines Lebens erfaßt. Sein Vater Graf Muffat (Jean-Pierre Aumont) weist ihn scharf zurecht, ein schlecht beleumundetes Haus besucht zu haben. Doch wie das Schicksal spielt, kommt er am nächsten Tag als Begleiter eines schottischen Prinzen unfreiwillig in dasselbe Haus und natürlich erwischt es jetzt auch den Vater. Weil die Rivalität noch nicht genügt, läßt sich Nana kurz darauf von dem reichen Bankier Steiner (Yehuda Efroni) ein Haus schenken, und welches wohl? Das Nachbarhaus der Muffats. Auch wenn die Story von Zola ist, das ist ein bißchen arg konstruiert, das Drehbuch ist extrem dünn, insgesamt alles höchst langweilig. Natürlich, wie es sich für eine Femme fatale gehört, ruiniert Nana alle Männer in ihrer Umgebung, läßt sich vom Grafen den geworfenen Ast apportieren, usw. Am reizvollsten ist noch die Szene mit einer "Jagd", die auf Pferden und mit Hunden auf nackte Mädchen gemacht wird. Natürlich werden die Damen nur gefangen
und dann gibt man sich auf der Wiese der Liebe hin. Nana ist dabei nur (begeisterte) Zuseherin. Wie so oft bei diesen Filmen ist es ausschließlich die Schönheit der Hauptdarstellerin, die das Betrachten rechtfertigen kann. Ob das ausreicht oder nicht, ist natürlich Geschmackssache. In einer Nebenrolle als Verlobte des Grafensohns ist kurz auch Annie Brilland (Belle) zu sehen, weiters Debra Berger, die mir - allerdings sechs Jahre jünger - in "Black Emanuelle in Bangkok" positiv aufgefallen ist. als Nanas lesbische Liebhaberin. Leider ist auch die Lesbenszene äußerst lahm in Szene gesetzt.


Wenn man sich ansieht, welche Filme der Regisseur sonst abgedreht hat (Eis am Stiel 5 + 6) und wo die Schauspieler ansonsten mitgespielt haben, kann man sich nicht wundern, daß ein erotisches Kostümdrama nur voll in die Hosen hat gehen können, sondern nur darüber daß man überhaupt an so ein Projekt gedacht hat. Solche Filme sollten sie lieber Louis Malle und Walerian Borowczyk überlassen.

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